Röntgenstrahlung von Neutronensternen

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Jena (AB) Auch Sterne sterben – einige erlöschen, andere hingegen enden in einem großen Big Bang. Dazu gehören Neutronensterne, die beim Kollaps eines massereichen Sterns entstehen, der nach der Erschöpfung seines Kernbrennstoffs als Supernova explodiert. Diese Neutronensterne besitzen extreme Eigenschaften: Sie sind sehr klein (mit Radien von 10-12 km), haben enorme Dichten (Milliarden Tonnen pro Kubikzentimeter) und besitzen superstarke Magnetfelder (100 Millionen Tesla).
Solche Neutronensterne, die erst in den 1960er Jahren als Radiopulsare und als helle Röntgenquellen in Doppelsternsystemen entdeckt wurden, stehen im Mittelpunkt des 67. Ernst-Abbe-Kolloquiums, das von der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Ernst-Abbe-Stiftung ausgerichtet wird. Am 2. November spricht Prof. em. Dr. Joachim E. Trümper um 17.00 Uhr im Zeiss-Planetarium Jena (Am Planetarium 5) über „Röntgenstrahlung von Neutronensternen“, der Eintritt ist frei.
Der renommierte Physiker vom Max-Planck-Institut für extraterretrische Physik nimmt die Besucher zum einen in die 50-jährige Entdeckungs- und Erkenntnisgeschichte zu Neutronensternen mit. Zum anderen kann man mit Prof. Trümper, der über 700 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht hat, auch am Anfang des Ernst-Abbe-Kolloquiums „andocken“. Der heute 83-jährige, vielfach ausgezeichnete Physiker hielt am 9. Dezember 1992 den Premierenvortrag der Kolloquiumsreihe: Er sprach damals über den Röntgensatelliten ROSAT. Mit ROSAT wurde die erste vollständige Himmelsdurchmusterung mit einem Röntgenteleskop durchgeführt, womit die Zahl der Survey-Quellen von 840 auf 125.000 stieg.
Heute, 24 Jahre später, weiß man durch eine Fülle astronomischer Beobachtungen in allen Spektralbereichen viel mehr über Neutronensterne und ihre Rolle im kosmischen Geschehen. Eine besondere Rolle haben dabei Beobachtungen der Röntgenstrahlung gespielt, die aufgrund extrem hoher Temperaturen an der Stern-Oberfläche oder bei Wechselwirkungen relativistischer Elektronen in der ausgedehnten Magnetosphäre entsteht. „In meinem Vortrag wird ein allgemein-verständlicher Überblick über dieses Forschungsgebiet gegeben, das sich in den letzten 50 Jahren entwickelt hat“, verspricht Trümper, der in gewohnter Weise am Ende seines Vortrags für Fragen zur Verfügung stehen wird.

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