Sommerzeit – Wespenzeit!

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Sie schwirren, surren, brummen und summen. Man trifft sie beim Einkaufen in Bäckereien, beim Sporttreiben im Freien, beim Entspannen auf der Wiese oder beim gemütlichen Kaffeetisch auf der Terrasse. Die Rede ist von den gelb-schwarzen Brummern, den Wespen, die im August und September vermehrt Bürger und Bürgerinnen zur Verzweiflung bringen.

„Die Angst vor Wespen ist meist unbegründet“, erzählt Rainer Hanke, Hornissenbeauftragter und stellvertretender Landesvorsitzende des NABU Thüringen. „Wenn die Tiere auf Nahrungssuche unseren Kaffeetisch besuchen, haben sie normalerweise gar kein Interesse uns anzugreifen.“

Wespen wehren sich erst, wenn es um ihr Leben geht. Als Verteidigungswaffe zücken sie dann ihren Stachel und stechen zu. Außer für Allergiker sind Wespenstiche für Menschen zwar schmerzhaft, aber nicht weiter gefährlich. Den allgemeinen schlechten Ruf haben die Wespen vor allem der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe zu verdanken. Sie sind es, die in erster Linie den Kaffeetisch und die Grillfeier belagern. Die Tiere benötigen Kohlenhydrate aus der süßen Nahrung für ihre eigene Versorgung und Proteine, z.B. aus Grillfleisch, zur Aufzucht ihrer Brut.

Der NABU bekommt zur Zeit verstärkt Meldungen über Wespennester am Haus oder Gartenhäuschen. „Die Nester von Wespen werden meist erst im August bemerkt, Mensch und Wespen leben dann schon seit einiger Zeit friedlich nebeneinander. Jetzt das Nest zu entfernen ist sinnlos. Das Wespenvolk stirbt im Herbst sowieso ab und nur die Jungkönigin überlebt“, sagt der Hornissenbeauftragte. Um an einem Wespennest mit den surrenden Bewohnern nicht in Konflikt zu geraten empfiehlt sich ein Sicherheitsabstand von zwei bis drei Metern. Sind Kleinkinder auf dem Grundstück, ist eine Absperrung empfehlenswert.

„Nützlichen Insekten wie Schwebfliegen und Marienkäfern können die alten Nester ein Winterquartier bieten, deshalb ist es sinnvoll diese zu belassen. Ein weiterer Grund, um Wespen zu dulden, ist ihr Bedarf an unerwünschten Insekten wie Mücken, Fliegen und Blattläusen“, so Hanke.

Wer ein paar nützliche Tipps zum richtigen Umgang mit Wespen befolgt, der kann auch einen unbeschwerten Sommer verleben. So dürfe beispielsweise der Nestbereich nicht erschüttert und das Einflugloch nicht verstellt werden. Eine Grundregel ist es, nicht nach Wespen zu schlagen, sie wegzupusten oder anzuatmen. Außerdem sollten süße Speisen und Getränke im Freien abgedeckt werden. Hanke: „Genauso ist es sinnvoll, Kinder nicht aus offenen Flaschen trinken zu lassen, sondern Strohhalme zu benutzten. Nach dem Verzehr von Speisen ist es empfehlenswert den Kindern den Mund und die Finger abzuwischen.“ Um Stiche zu vermeiden, ist das Barfußlaufen auf Wiesen mit Fallobst zu vermeiden. Desweiteren ist sparsam mit Parfum, Haarspray, Rasierwasser, Cremes, Holzmöbelpolitur und anderen duftenden Substanzen umzugehen. Wespen werden von Düften, wie sie zum Beispiel in Rasierwassern verwendet werden angezogen. Außerdem fliegen die Tiere gerne bunte Kleidung an.

Wer trotzdem von einer Wespe gestochen wird, so Hanke, der sollte Ruhe bewahren und den Stich schnell kühlen. Bei Allergieverdacht muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Weitere Praxistipps bietet Ihnen die Broschüre „Bienen, Wespen und Hornissen – Kein Grund zur Panik“ oder das Internet unter www.NABU-Thueringen.de. Die Broschüre erhalten Sie gegen Einsendung eines Unkostenbeitrags von 3,00 Euro inklusive Porto, beim NABU Thüringen in Leutra 15, 07751 Jena, Tel.: 03641/605704, E-Mail: Lgs@NABU-Thueringen.de.

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