USV mit Wechsel auf strategischer Position im Mittelfeld

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In einem Interview für den Deutschen Fußballbund gab Iva Landeka vor wenigen Jahren einmal kund: „In Kroatien hat der Frauenfußball überhaupt keinen Stellenwert, obwohl es dort große Talente gibt. Aber man bekommt kaum Unterstützung. Deshalb war es schon immer mein Traum, nach Deutschland zu gehen.“

Und diesen Wunsch konnte sie sich verwirklichen, als der FF USV Jena sie am Jahresanfang 2012 verpflichtete. Landeka kam nach ersten Laufbahnstationen in Kroatien, Österreich und Polen mit 22 Jahren zum FF USV und entwickelte sich in der Bundesliga-Elf während ihrer insgesamt 107 Pflichtspieleinsätzen zu einer Führungsspielerin von internationalem Format.

 

Nach ihrem demnächst erfolgreich abgeschlossenen Studium an der Friedrich-Schiller-Universität und nachdem sie zuletzt vermehrt von verschiedenen Spitzenvereinen umworben wurde, verabschiedet sich Jenas Nummer 19 nun nach Ablauf ihres Vertrags aus der Saalestadt.

 

Landekas Wunsch vor Beginn der abgelaufenen Spielzeit war „dazu beitragen, dass wir ein ähnliches Ergebnis erzielen wie 2013/2014“. Das heißt, die bisher erfolgreichste Saison der Blau-Weißen im Frauenfußball-Oberhaus mit dem erreichten fünften Platz am Ende zu wiederholen.

 

In der Rückschau hat sich auch dieser Wunsch in Landekas vorerst letzter Spielzeit in Deutschland voll erfüllt: Wie vor zwei Jahren beendete Jena die Allianz Frauen-Bundesliga als Überraschungsteam mit 31 Punkten und erreichte das Pokal-Viertelfinale. Einziger Wehrmutstropfen mag dabei vielleicht sein, dass es für Landeka in ihrer finalen Saison im FF-USV-Dress mit dem Team trotz derselben Punktausbeute dieses Mal „nur“ zu Platz sechs gereicht hat. Allerdings führte die kroatische Nationalmannschaftskapitänin in der vergangenen Saison ihre junge Mannschaft mit der Spielführerinnen-Binde auf den Platz und zeigte dort eindrucksvoll mit dieser Verantwortung umzugehen. Und sie überzeugte zudem 2015/16 mit ihrer bisher besten Scorerquote in Diensten des FF USV: Neben ihren Vorlagen war sie vor allem als Torschützin nach Standards bei den Gegenspielerinnen in der Allianz Frauen-Bundesliga gefürchtet. So resultierten allein in der zurückliegenden Saison von ihren insgesamt sieben Pflichtspieltreffern drei aus direkt verwandelten Freistößen sowie zwei aus ruhenden Bällen vom Elfmeterpunkt.

 

Der Frauenfußball USV Jena bedankt sich bei Iva Landeka für die gemeinsame – im besten Sinne traumhafte – Zeit, und für erfolgreiche Jahre sowohl auf dem Rasen wie auch neben dem Feld. Der Verein und seine Anhänger freuen sich, ihren weiteren Weg mit großem Interesse weiter zu verfolgen und wünschen ihr hierfür privat wie sportlich alles Gute.

 

Doch der Abschied Landekas ist nur die Hälfte der heutigen Transfermeldung des Thüringer Bundesligisten. Die andere betrifft eine gewissermaßen „alte Bekannte“ des FF USV in der Beletage des deutschen Frauenfußballs.

 

Denn nach dem Aufstieg in die Erste Liga absolvierte Jena Anfang September 2008 sein allererstes Spiel in der eingleisigen Frauen-Bundesliga. Die Elf unterlag zu Hause den Frauen des Hamburger SV mit 2:3 Toren – alle drei Treffer für die Gäste aus der Hansestadt erzielte Patricia Hanebeck.

 

Fast auf den Tag genau neun Jahre nach dieser denkwürdigen ersten Bekanntschaft der damaligen Hattrick-Schützin mit den Blau-Weißen wird im diesjährigen September, am ersten Spieltag der neuen Saison, die gebürtige Siegburgerin wieder in Jena auf dem Feld stehen. Dann allerdings im Trikot mit dem USV-Wappen: Der Jenaer Vereinsführung gelang es Patricia Hanebeck vom 1. FFC Turbine Potsdam zu verpflichten und mit einem Zwei-Jahres-Vertrag bis zum 30. Juni 2018 auszustatten.

 

Mit ihrer Erfahrung von 214 Bundesligapartien sowie dabei insgesamt 63 erzielten Toren soll die Spielmacherin in der kommenden Saison eine tragende Rolle einnehmen. Präsident Falk Buchmann sagte anlässlich der Vertragsunterzeichnung: „Wir freuen uns über diese Verstärkung und gehen davon aus, dass Patricia mir ihrer Erfahrung zusätzliche Qualität in die Weiterentwicklung unserer Mannschaft bringt.“

 

Eine besondere Qualität von Patricia Hanebeck ist, dass sie einerseits jahrelang in den Spitzenteams in Duisburg und Potsdam gespielt hat. Beim FCR Duisburg spielte sie unter anderem bereits zwei Jahre mit Torhüterin Kathrin Längert zusammen; mit Turbine Potsdam wurde sie 2012 Deutscher Meister.

 

Andererseits stieg sie auch schon mit Sand aus der Zweiten Bundesliga auf und sicherte sich mit den SCS-Damen in der Saison 2014/15 am letzten Spieltag der Saison den Klassenerhalt. Es gibt nur ganz wenige Spielerinnen im deutschen Frauenfußball, die Erfahrung mit und zwischen diesen beiden Extremen haben: zwischen Meisterschale in der Hand und dem harten Abstiegskampf in der Allianz Frauen-Bundesliga.

 

Ihr zukünftiger Cheftrainer beim FF USV Jena, Christian Franz-Pohlmann, freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Dreißigjährigen und ergänzte: Der FF USV Jena ist auf dem richtigen Weg, wir wollen Jüngere an die Bundesliga heranführen ‒ dafür braucht man aber auch Erfahrenere, um die jungen Spielerinnen weiterzuentwickeln. Patricia ist eine flexible Spielerin für die zentrale Position im Mittelfeld, auf dieser hatten wir perspektivisch ohnehin Handlungsbedarf. Außerdem hat sie absolute Führungsspieler-Qualitäten und wird ihren Erfahrungsschatz auf die Jüngeren im Kader weitergeben können.“

 


 

Patricia Hanebeck im Portrait:

 

Geburtsdatum:     26.02.1986

 

Geburtsort:         Siegburg (Nordrhein-Westfalen)

 

Größe:                 1,72 m

 

Nationalität:        Deutsch

 

Position:              Mittelfeld

 

Bisherige Vereine: 2001 – 2003 SC 07 Bad Neuenahr

2003 – 2008 FCR 2001 Duisburg

2008 – 2009 Hamburger SV

2009 – 2011 1. FC Köln

2011 – 2013 1. FFC Turbine Potsdam

2013 – 2015 SC Sand

2015 – 2016 1. FFC Turbine Potsdam

2016 –         FF USV Jena

 

Größte Erfolge:     Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2012

Aufstieg in die Allianz Frauen-Bundesliga 2014

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