Baustelle Südstraße Gotha: Vorm Baggern wird gebohrt

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Gotha (red, 21. April). Seit diesem Montag (19. April) wird die Südstraße von der Einmündung Uelleber Straße bis zur Hausnummer 61 – für Einheimische: bis kurz nach der Bäckerei Salomon – für den Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Grund sind Tiefbauarbeiten.

Der Wasser- und Abwasserzweckverband „Gotha und Landkreisgemeinden“ (WAG) lässt in einem ersten Bauabschnitt bis Mitte Juli neue Trinkwasserleitungen und Abwasserkanäle verlegen.

Bevor schweres Gerät auffährt und bis 5,50 m tief den Boden aufgräbt, damit der künftige Mischwasserkanal verlegt werden kann, waren Mirko Enzmann und Alex Wilhelm von der Zwickauer Firma „ex-act erkunden + vermessen GmbH“ zu Gange: Sie prüften den Untergrund auf mögliche Weltkriegs-Blindgänger.

Das wird vor jedem Bauvorhaben so gemacht. Meist reichen aber Sichtungen von historischen wie aktuellen Luftbildern aus, um zu entscheiden, ob noch eine spezielle Absuche erfolgen muss.

Gotha erlebte allerdings am 6. Februar 1945 den schwersten Luftangriff während des 2. Weltkrieges. 88 viermotorige Bomber vom Typ B 17 „Flying Fortress” (Fliegende Festung) der „US Air Force“ warfen fast 200 Tonnen Sprengbomben ab. 270 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, starben. Auch Zwangsarbeiter aus dem Baltikum, die im damaligen Reichsbahnausbesserungswerk (Raw) arbeiten mussten. Der Bahnhof und Gebäude nördlich davon wurden schwer getroffen. Die gusseiserne Hängebrücke, die über das Bahngelände führt, wurde stark beschädigt, das Raw zu 80 Prozent zerstört.

Wie schon 2013, als der WAG den Grünen Weg erschloss, mussten deshalb Fachleute ran, die sich mit dem Finden und Beräumen von Kampfmitteln auskennen.

Fliesenstudio Arnold

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