Biologische Vielfalt: Zumindest die Wälder sind auf gutem Weg

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Wald auf gutem Weg: Die verstärkte Bereitstellung von liegendem und stehendem Totholz im bewirtschafteten Wald ist eine der vielen Möglichkeiten, um eine ausreichende biologische Vielfalt im Wald zu erreichen. Bild: Dr. Horst Sproßmann

Zum „Tag der biologischen Vielfalt“. Der „Indikatorenbericht 2023“ der Bundesregierung gibt Auskunft über Hopp oder Top der politischen Zielerreichungen. Ergebnisse der neuen Bundeswaldinventur IV werden mit Spannung für Herbst erwartet

Die biologische Vielfalt ist eine der wesentlichen Grundlagen für Naturprozesse und das Leben und die Gesundheit des Menschen. Sie umfasst neben dem Reichtum der Arten auch die Vielfalt an Lebensräumen und Erbanlagen für künftige Waldgenerationen. Mittels insgesamt 18 Indikatoren der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt wird die Entwicklung seit 2007 im nunmehr vierten „Indikatorenbericht 2023“ seitens der Bundesregierung beschrieben. Dabei erreichen nur zwei der Indikatoren einen erfreulichen Zielerreichungsgrad von über 90 % und damit den Status „Klassenprimus“: Die Umsetzung einer nachhaltigen Forstwirtschaft als bedeutendste Art der naturnahen Waldbewirtschaftung und die Eindämmung der Landschaftszerschneidung durch das Verkehrs- und Siedlungsnetz.

Die heimischen Wälder sind Horte der biologischen Vielfalt
„Die heimischen Wälder sind Horte der biologischen Vielfalt in Deutschland und damit auch in Thüringen. Unabhängig von der Waldeigentumsart werden Naturschutzaspekte selbstverständlich in die Waldbewirtschaftung integriert. Naturschutz im Wald ist heute fester Bestandteil, nicht trotz – sondern weil Wälder eine nachhaltige Bewirtschaftung erfahren“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Das beginnt mit der Gründung von Mischbeständen mit standortgerechten Baumarten wie auch die Erhaltung oder Wiederherstellung von Sonderstandorten im Wald wie etwa Feuchtbiotope oder lichte Waldstrukturen. Die Gestaltung von stufigen Waldrändern, die Erhaltung von alten oder seltenen Biotopbäumen oder das Belassen von stehendem und liegendem Totholz werden ebenso umgesetzt wie konkrete Schutzmaßnahmen für seltene oder bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Etwa für den Schwarzstorch, das Auerhuhn oder Orchideenarten. Waldbesitzende überdenken auch zunehmend althergebrachte Bewirtschaftungsgrundsätze und erweitern Rückegassenabstände, integrieren boden- und bestandesschonende Rücketechniken per Pferd oder wenden Pflanzenschutzmittel nur im unumgänglichen Ausnahmefall an. Kurzum: Die heimischen Wälder sind auf gutem Weg.
Gebhardt regt in diesem Kontext an, die herausragenden Leistungen der Waldbesitzenden gesamtgesellschaftlich zu würdigen. „Die jahrzehntealten Narrative von naturfernen Fichtenreinbeständen, gerne auch als Monokulturen diffamiert, passen nicht zu den Ergebnissen des „Indikatorenberichts 2023“ der Bundesregierung“, so Gebhardt abschließend. Im Gegenteil: Auch die Bundeswaldinventur III hatte schon 2012 ergeben, dass in Thüringen rund ein Drittel der Waldbestockung sehr naturnah oder naturnah ist, weitere knapp 50 % bedingt naturnah. Im Herbst 2024 werden die Ergebnisse der neuen Bundeswaldinventur IV durch das Bundeslandwirtschaftsministerium vorgestellt. Nicht nur Thüringens Waldbesitzende erwarten mit großer Spannung die Resultate, insbesondere im Bereich Naturnähe der Wälder. Mögen die gegenwärtig über 110.000 Hektar umfassenden klimawandelbedingten Schadflächen einen Teil der Waldbesuchenden erschrecken, für das Ökosystem Wald ist es die Chance, die lichtliebende Flora und Fauna in bisher nicht gekannter Dimension auf Waldflächen zu etablieren. Und auch hier werden die Waldbesitzenden mit der Natur arbeiten.

H&H Makler

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