Ein bedeutendes Möbelstück für den Friedenstein kehrt zurück

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Nach genau 175 Jahren ist die spätklassizistische Kommode zurückgekehrt. Hier im Vorgemach der Herzogin: Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch, Landtagsabgeordneter Matthias Hey, Staatssekretärin Katharina Schenk, 1. Vorsitzender des Freundeskreises Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha Klaus Kleinsteuber, Direktor Sammlung und Wissenschaft Dr. Timo Trümper und Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke (v.l.n.r.) / Bild: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Eine Kommode für den Friedenstein: Nach 175 Jahren kehrt das Möbel von Herzogin Karoline Amalie zurück nach Gotha

Die Sammlungen auf dem Friedenstein sind um ein bedeutendes Möbel reicher: Das Thüringer Innenministerium hat den Freundeskreis Kunstsammlungen Schloss Friedenstein Gotha e. V. beim Ankauf unterstützt. Dank dieser Hilfe ist es gelungen, eine spätklassizistische Kommode im deutschen Kunsthandel zu erwerben. Am heutigen Freitag wurde sie im Vorgemach der Herzogin von den Förderern an die Stiftung übergeben, wo sie in den kommenden Wochen zu sehen sein wird.

Die Kommode gehörte höchstwahrscheinlich zur Ausstattung der herzoglichen Appartements im Westflügel und stand nachweislich im Eigentum von Herzogin Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg (1771–1848). Dr. Timo Trümper, Direktor Sammlung und Wissenschaft, sagt über den Ankauf: „Nur selten ist es möglich, verlorengegangene Möbel des Schlosses zu identifizieren und deren Provenienz eindeutig nachzuweisen – noch seltener diese dann auch zurückzugewinnen. Daher freue ich mich besonders über die zufällige Entdeckung der Kommode, die über einen Brandstempel eindeutig mit Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg in Zusammenhang gebracht werden kann und aufgrund der Datierung zur ursprünglichen Schlossausstattung gehört haben muss. Für die großzügige Unterstützung des Rückerwerbs danke ich herzlich dem Freundeskreis Kunstsammlungen und dem Innenministerium des Freistaats Thüringen, die dadurch die Rekonstruktion eines historischen Ensembles ermöglichen, das nach erfolgter Sanierung des Westflügels präsentiert werden wird.”

Entstanden ist das Möbel um 1805. Es ist aus Mahagoni-Holz gefertigt und misst 86 Zentimeter in der Höhe, 57 in der Breite und ist 116 Zentimeter lang. Die Kommode ist sehr hochwertig gearbeitet und befindet sich in einem guten Erhaltungszustand. Die Provenienz lässt sich durch einen rückseitig aufgebrachten Schlagstempel (CA unter Krone) belegen, der vermutlich im Zusammenhang mit der Aufstellung der Kommode im Winterpalais Gotha steht, die nach 1822 erfolgte.

Das Palais diente der Herzogin Karoline Amalie von Sachsen-Gotha-Altenburg als Witwensitz, den sie bis zu ihrem Tode bewohnte. Die Ausstattung wurde anschließend zu großen Teilen veräußert. Darüber hinaus haben sich eine fast identische Kommode und ein Schreibsekretär in den Beständen von Schloss Friedenstein erhalten, die mit der nun erworbenen Kommode ein Ensemble bilden und aus der gleichen Möbelmanufaktur stammen. Die Objekte sollen ab 2025 gemeinsam im historischen Tapetenzimmer präsentiert werden.

Die Kommode wurde für insgesamt 4.500 Euro im Kunsthandel erworben. Einen Großteil des Ankaufs, 3500 Euro, wurde aus Lottomitteln des Thüringer Innenministeriums finanziert. 1000 Euro brachte der Freundeskreis Kunstsammlungen auf.

Am heutigen Freitag haben Staatssekretärin Katharina Schenk vom Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales, Klaus Kleinsteuber, erster Vorsitzender des Freundeskreises Kunststammlungen Schloss Friedenstein Gotha e. V. und der Landtagsabgeordneter Matthias Hey, der sich um die Vermittlung der Lottomittel gekümmert hatte, symbolisch den Scheck für die Finanzierung sowie die Kommode übergeben. Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke und Dr. Timo Trümper haben den wertvollen Zugang in Anwesenheit von Oberbürgermeister Knut Kreuch entgegengenommen.

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