Führung durch „Die Landschaft in der niederländischen Kunst“

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Nachfolger des Willem van de Velde (II), Schiffe und Boote auf ruhiger See © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Noch bis April ist im Oberlichtsaal des Herzoglichen Museums Gotha die Sonderpräsentation „Die Landschaft in der niederländischen Kunst“ zu sehen. Wie unterschiedlich die Landschaften auf den Gemälden und Grafiken sind und wie verschiedenartig sie im Laufe der Zeit dargestellt wurden, wird Dr. Timo Trümper, stellvertretender Direktor der Abteilung Wissenschaft und Sammlungen, am Wochenende erläutern. Die Führung findet am kommenden Sonntag, 12. März, um 15 Uhr statt.

Die Landschaftsgemälde bilden in ihrer Vielfalt und Qualität einen wichtigen Schwerpunkt unter den holländischen und flämischen Gemälden der Gothaer Sammlungen. Hochrangige Künstler wie Jan Brueghel der Ältere, Jan van Goyen, Bonaventura Peeters oder Emanuel de Witte zeugen davon, wie sehr der Kunstmarkt im 17. Jahrhundert spezialisiert war – dem Goldenen Zeitalter der niederländischen Kunst. Der Bogen spannt sich von manieristischen Weltlandschaften über Sonderformen der Landschaftsmalerei wie Architektur- und Marinebildern bis hin zu holländischen Motiven, die ab der Mitte des Jahrhunderts zunehmend in ein südliches Licht getaucht werden.

Für die Entwicklung der niederländischen Malerei ist der flämische Künstler Jan Brueghel der Ältere von großer Bedeutung. Das manieristische Drei-Gründe-Schema, in dem der Tiefenraum über die farbliche Abstufung von Braun über Grün bis hin zum Blau des Hintergrundes erschlossen wird, verschmilzt bei ihm überzeugend zu einem einheitlichen Bildgefüge. Erst ab den 1620er Jahren setzte sich, fußend auf Naturbeobachtungen, eine realistischere Wiedergabe der unmittelbaren Umgebung durch. Wichtigster Vertreter dieser neuen Richtung ist Jan van Goyen, der mit einer sehr dünnen Malweise und einem sehr geschickt eingesetzten Wechsel von Licht und Schatten für die Landschaftsmalerei prägend wurde. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurde man der tonalen, meist in Braun- und Grau-Tönen gehaltenen Malerei der heimischen Landschaft überdrüssig. Neue Impulse brachten Maler mit, die sich in Italien aufhielten und eine neue Tradition der Landschaftsmalerei prägen sollten.

Die Sonderpräsentation wird ergänzt durch eine Leihgabe aus dem Museum Kunstpalast in Düsseldorf sowie zahlreiche Grafiken aus dem eigenen Bestand. Außerdem werden Depot-Gemälde präsentiert, die bisher nicht öffentlich ausgestellt waren.

The Londoner - Gotha

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