Grenzenlose Freiheit: Mauerfall im Big Palais Gotha

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Fliesenstudio Arnold

In den Sommerferien schlägt das Herz der Demokratie im Big Palais in Gotha. Hier, im Rahmen des Projekts „Erlebnis-Projekt – Europa ohne Mauern“, erleben Kinder und Jugendliche hautnah, was es bedeutet, in einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu leben.

In Zusammenarbeit mit dem Verein L’amitié e.V. und den Gothaer Kinder- und Jugendeinrichtungen „Zelle“ und „Anger Sundhausen“ wird über fast sieben Monate ein vielfältiges Programm gestaltet, das unter dem Motto „Demokratie leben – Europa ohne Mauern“ steht und zur Pressekonferenz am 11. Juli 2024 erstmalig vorgstellte.

Mit einer Mischung aus Kreativität, Handwerkskunst und einem großen Schuss Fantasie wird interessierten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von sechs bis 26 Jahren eine aufregende Reise geboten.

„Wir halten hiermit an einer guten Tradition unter fantastischer Arbeit mit Kindern und Jugendlichen fest,“ erklärte Ernst-Martin Stüllein, Vorsitzender des L’amitié e.V., der das Projekt mit 5.000 Euro unterstützt. „Es ist ein höchst anspruchsvolles Projekt,“ fügte er hinzu und lächelte stolz.

Der Außenbereich des Big Palais hat sich in eine lebendige kleine Stadt verwandelt – mit eigener Währung, Infrastruktur und einem neuen Herzstück: dem „Europahaus.“ Sie lernen handwerkliche Fähigkeiten, tauchen in die Geschichte ein und beschäftigen sich intensiv mit aktuellen sowie bereits vergangenen Themen. „Wir haben gemerkt, dass thematisch ganz wenig Vorbildung vorhanden ist, aber eben ganz großes Interesse besteht,“ erklärte Bernhard Grollmann, Leiter des Big Palais.

Der Höhepunkt des Sommers wird der Tagesausflug nach Berlin am 24. Juli sein. 26 Kinder und Jugendliche werden die East-Side-Gallery besuchen, das Asisi-Panometer bestaunen und eine Schiffstour machen – alles im Zeichen des 35. Jahrestages des Mauerfalls. „Für manche ist die EU genauso weit weg wie die DDR,“ betonte Oberbürgermeister Knut Kreuch und unterstreicht damit die Wichtigkeit des Bildungsauftrages, der hier geleistet wird.

Der wohl wichtigste Moment der Pressekonferenz ereignete sich im Vorhof des Big Palais: eine nachgebaute Mauer wurde von den Ferienkids durchtrennt – aber nicht einfach so. Die Szene war eine detailgetreue Inszenierung des historischen Moments von 1989:

„Wir haben uns dazu entschlossen, dass die DDR-Bürger aus der DDR ausreisen dürfen,“ verkündete Grollmann in der Rolle des SED-Sprechers. Ein neugieriger Jugendlicher fragte: „Ab wann ist das erlaubt?“ Grollmann antwortete: „Ab sofort und unverzüglich – und jetzt macht euch bereit für den Mauerfall!“

Mit einem Ruck zerrissen die Kinder die symbolische Mauer, und der Jubel war ohrenbetäubend. Es regnete Konfetti, und die Begeisterung war grenzenlos, als die jungen Teilnehmer die Freiheit im Spiel erlebten.

„Zwei Wochen nach dem Fall der Mauer habe ich mich auch auf Reisen begeben,“ teilte Oberbürgermeister Knut Kreuch eine Anekdote dazu. „Wir sind damals am Bahnhof Gotha eingestiegen und in der Kreisstadt Fulda ausgestiegen. Das war das erste Ziel nach der Wende für mich. Heute bin ich dankbar für die Freiheiten, die wir haben.“

Chiara-Lian Gruschke

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