Heidis Heini ist zurück: Poesie zum Frauentag

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Da bin ich wieder! – Da (wie schon der olle, sonst überaus geschwätzige Polonius wusste und sagte) „Kürze nun des Witzes Seele ist, fass’ ich mich kurz“: Heidi, mein weises Weib aus heiligem Heime, wollte nicht mehr. Nicht mehr monatlich schreiben. Und da unser beider Söhne Heino und Hanno Eckenkieker in der weiten Welt umherschwirren, blieb wieder nur ich alter Zausel, um das große Familienwerk weiterzuführen: Texten für Oscar! Im 24. Jahre seines Erscheinens, ein Jahr vorm silbernen Jubiläum!

Die Idee meiner Gattin, das Jubeljahr schon lange vor der Zeit würdig vorzubereiten, dünkt mich gar nicht so unoriginell. Könnte glatt von mir sein! Aber dazu später mehr. Momentan flitzen wir geschwind wie auf Olympiasieger Langenhans Kufen um die Kurve aus dem Februar – husch! – direktemang in den Märzen mitten hinein! Und ins Frühlingsfetenfeiern und Frühblühblumenerblühen! Zwar fällt ja seit 1990 der erste Märztag als festliches Datum (Tag der Nationalen Volksarmee) ersatzlos weg, aber es gibt ja noch den 15. März (Cäsars Tötungstattag) und kaum sechs Tage später am 21. den kalendarischen Lenzbeginn. Vom 18. Märzen, nach welchem in Gotha aus gutem, um nicht zu sagen: aus sehr gutem Grunde eine ganze Straße benamst und immer noch nicht umbenannt wurde, ganz zu schweigen. Aber ich schweife ab, obschon dazu eine ebenso erzählenswerte wie historisch bedeutsame Geschichtsgeschichte zu erzählen wäre…

War sonst noch was im milden Märzen, in welchem der Bauer seinerzeit die Rösslein einspannte? Aber ja doch! – Fast wäre er vergessen worden – der weltenweit, also auch im Landkreis Gotha zu begehende Internationale Tag der Frau! Achter März – da können doch Valentins- und Muttertag getrost einpacken! Und weil mir hier weder der Chefredakteur Schaik Mulz oder gar meine als Autorin demissionierte Ehefrau in die Quere kommen können, muss es nun zwingend wieder ein Stück Lyrück sein. Aufmerksame Freunde der Poeterei werden es sofort wiedererkennen, weil ich dies’ Gedichtelein vor einigen Jahren schon einmal hier beim Wickel hatte. Aber wie heißt es so treffend: „Everybody gets a second chance!“ – und so will ich mich anlässlich meiner Rückkehr als Schreiberling erneut mit fremden Federn schmücken.

Das Werk heißt passenderweise „Zum achten März“ und stammt immer noch vom seinerzeit in der DDR und späterhin auch im Gesamtgroßgermanien weltbekannten Satiriker Peter Ensikat:

Alle Jahre wieder
singt das brave Kind
allen Frauen Lieder
und macht großen Wind.
Gratuliert der Mutter, ist ein liebes Herz.
Denn es weiß: Man macht das so am achten März.
Holt sogar mal Kohlen
aus dem Keller, fragt:
„Gibt’s was einzuholen?“
Und was Mutter sagt,
tut es ohne Bitten, ist ein liebes Herz.
Denn es weiß: Nur HEUTE ist der achte März!

Schon am neunten ist es
wieder ganz normal.
Einzuhol’n vergisst es
heute schon total.
Ebenso die Kohlen, denn das liebe Herz
weiß ja: Frauentag ist NUR am achten März!

Liebe junge, jüngere und jüngste Mitmenschen! Falls sich die euch kryptisch anmutende Zeile mit dem „Kohlenholen“ nicht völlig erschließen sollte, fragt doch mal bei den Ellies oder – was noch sicherer wäre – Großeltern nach!

Die können dazu nach weitestgehendem Wandel der Zeiten und Zustände gewiss trefflich einen süffisanten Senf dazugeben.
Ansonsten dürfte sich nicht allzuviel geändert haben.

Ist doch auch schön, wenn mal was Bestand hat? Apropos: Lesen wir uns beständig und verlässlich wieder im April? Das wäre doch fein! Ich werde pünktlich hier dann sein!

Heini Eckenkieker

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 2 (2026)

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