Bayerns Söder forderte jüngst eine Zusammenlegung von Bundesländern. Ich mag diese visionäre Denkweise. Klar, dass er damit aneckt und Bedenkenträger ihre Argumente unterm Ruhekissen hervorholen. Wir brauchen Ideen und Reformen.
Mein erster Gedanke war: Wird die Thüringer Bratwurst dann durch die fingergroße Nürnberger ersetzt? Dann bin ich dagegen, gebe aber gern meinen Senf dazu. Natürlich Bornsenf. Was würden wir denn gewinnen? Mehr Feiertage. Ok, wir müssten vielleicht sonntags in die Kirche gehen. Aber das würde dem Wirtshaus vis-a-vis des Gotteshauses einen Umsatzschub geben. Die Lederhose, die ich mir vor Jahren in Bayern kaufte und bisher nur im Urlaub trug, könnte ich dann auch beim Gothaer Stadtbummel anziehen.
Bayern wäre dann endlich auch mal ein „Neues Bundesland”. Was für eine köstliche Ironie! Wir hätten hier Bundesligafußball und steltlen jährlich den Deutschen Meister. Mia san mia.
Ich stelle fest: Einige Männer der aktuellen Zeitgeschichte wollen gerade die Welt unter sich neu aufteilen. Russland will Teile der Ukraine, Trump will Grönland und Söder will – ja, was auch immer… Aber alle wollen mehr.
Mir ist jedenfalls ein weiß-blauer Himmel überm Grünen Herzen Deutschlands allemal lieber als die betrübte Stimmung unter all‘ den grauen Wolken.
Anmerkung: Olaf Seibicke war Direktor des Hotels „Der Lindenhof” in Gotha und Vizepräsident der IHK Erfurt. Er wird auch im Jahr 2026 regelmäßig Kolumnen für Oscar am Freitag schreiben.
Dieser Beitrag erschien ursprünglich im Oscar am Freitag-Magazin, Ausgabe 1 (2026)























