TÜV Thüringen: „Schulweg ist Unfallschwerpunkt“

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Foto: TÜV Thüringen

Gotha (red/TÜV, 25. August). Das Verkehrsgeschehen in Deutschland ist wieder auf Vor-Corona-Niveau. Das spiegelt sich auch in den Unfallzahlen wider: Hatten sich die Straßenverkehrsunfälle während der Pandemie noch stark rückläufig entwickelt, verzeichnete die Thüringer Polizei im Mai 2022 über ein Drittel mehr Unfälle mit Personenschaden gegenüber dem Vorjahresmonat.

Mit dem Ende der Schulferien in Thüringen könnte sich dieser Trend noch verstärken, denn mit dem Schulbeginn sind auch wieder viele Schülerinnen und Schüler auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Achmed Leser vom TÜV Thüringen mahnt Autofahrer daher zu besonderer Vorsicht – ganz besonders vor Schulen, aber auch an anderen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs: Nicht nur bei Schulbussen ist generell erhöhte Aufmerksamkeit gefragt. Direkt an den Schulen sorgen auch die „Elterntaxis“ regelmäßig für gefährliche Situationen. Statistisch gesehen vergeht in Thüringen so gut wie kein Tag ohne einen Unfall mit mindestens einem beteiligten Kind: Im Schnitt verunglückt alle 19 Stunden ein Kind im Straßenverkehr.

Nach den Sommerferien werden Busse und Bahnen wieder stärker von Schülern genutzt. „Für Autofahrer heißt es jetzt nicht nur vor Schulen, sondern gerade auch an Haltestellen: Fuß vom Gas und ständig bremsbereit sein! Besondere Aufmerksamkeit sollte den Schulbussen geschenkt werden“, mahnt Unfallexperte Achmed Leser vom TÜV Thüringen. Schulbusse sind mit einem orangefarbenen, viereckigen Hinweisschild mit zwei Kindern gekennzeichnet. „Gerade jüngere Schüler können viele Verkehrssituationen noch nicht richtig einschätzen. Sie überqueren oft unüberlegt und spontan die Fahrbahn. Darauf sollten alle anderen Verkehrsteilnehmer besonders zu Schulbeginn gefasst sein“, erklärt Leser.

Das richtige Verhalten an Haltestellen ist nach Lesers Erfahrung bei vielen Führerscheininhabern nicht immer abrufbereit. „Laut StVO dürfen Omnibusse des Linienverkehrs sowie gekennzeichnete Schulbusse, die sich mit eingeschaltetem Warnblinklicht einer Haltestelle nähern, nicht überholt werden. Wenn ein Bus an einer Haltestelle mit eingeschaltetem Warnblinklicht stoppt, darf daran nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden. Das gilt auch für den entgegenkommenden Verkehr! Wenn Omnibusse des Linienverkehrs und gekennzeichnete Schulbusse die Haltestelle wieder verlassen wollen, müssen heranfahrende Verkehrsteilnehmer ihnen das ermöglichen“, erinnert Achmed Leser.

Insgesamt war laut Thüringer Verkehrsunfallstatistik pandemiebedingt 2021 erneut ein leichter Rückgang bei den Verkehrsunfällen (-0,4 %) zu verzeichnen. Jedoch stieg die Zahl der Unfalltoten erstmalig seit 2019 wieder an. So kamen 87 Personen (+4,8 %) bei Verkehrsunfällen in Thüringen ums Leben. Dieser gegenläufige Trend ist auch in der aktuellsten Statistik ablesbar. So stieg die Zahl der Unfälle im Mai um 11 % gegenüber dem Vorjahresmonat an. Den Hauptgrund dafür sehen Verkehrsexperten wie Achmed Leser im wieder angestiegenen Verkehrsaufkommen, welches sich auf dem Niveau vor der Corona-Pandemie bewegt. „Wir stellen in den letzten Monaten wieder vermehrte Beauftragungen von Unfallgutachten durch die Versicherungen oder Geschädigte fest“, bekräftigt Unfallexperte Leser.

Die Statistik zu den Schulwegunfällen gibt ein ebenso geteiltes Echo wider: Zwar sind 2021 erfreulicherweise die Unfälle um 8,9 % zurückgegangen, jedoch haben in der gleichen Zeit die Schulwegunfälle mit Personenschaden auch hier um 4,5 % zugenommen.

Demnach verunglückten auf Thüringens Straßen 49 Schüler, 10 davon schwer. 20 Kinder im Alter von 6 bis unter 15 Jahre verunglückten dabei mit dem Fahrrad und 16 Kinder als Fußgänger. Beschränkt man den Blick nicht auf Schulwegunfälle, verunfallte im Durchschnitt alle 19 Stunden ein Kind unter 15 Jahren auf Thüringer Straßen. Zu Schulbeginn rät der TÜV Thüringen deshalb zu einer besonders besonnenen Fahrweise. Achmed Leser geht wie viele andere Experten davon aus, dass die Unfallzahlen in diesem Jahr aufgrund des wieder zunehmenden Verkehrsgeschehens insgesamt ansteigen werden.

 

H&H Makler

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