Thementag zu Frauen und Karriere an der Uni Jena

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Die Organisatorinnen von "Frontfrauen" Dr. Barbera Aehnlich (r.) Institut für Germanistische Sprachwissenschaft und Dr. Stefanie Schäfer (l.) Institut für Anglistik und Amerikanistik Friedrich-Schiller-Universität Jena, aufgenommen am 19.10.2017. Foto: Anne Günther/FSU

„Inzwischen studieren in Deutschland etwas mehr junge Frauen als junge Männer, bei den Promovenden ist knapp die Hälfte weiblich, doch unter den Professoren ist nicht einmal jede Vierte eine Frau“, sagt Dr. Barbara Aehnlich, Sprachwissenschaftlerin von der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU). Um auf dieses für Führungspositionen symptomatische Missverhältnis aufmerksam zu machen und zu zeigen, wie erfolgreich Frauen heute sein können, findet am 27. Oktober der Thementag „Frontfrauen“ an der FSU statt.

In den Rosensälen (Fürstengraben 27) werden wissenschaftliche Vorträge zum Thema ergänzt vom Erfahrungsbericht von Frauen, die an gesellschaftlichen Schaltstellen in Wissenschaft, Wirtschaft und den Medien sitzen. Eröffnet wird die Veranstaltung um 10.30 Uhr von Prof. Dr. Caroline Rosenthal, der Gleichstellungsbeauftragten der FSU.

Der Titel wurde bewusst plakativ gewählt: „‚Frontfrauen‘ soll vor allem zur Diskussion anregen. Der Name soll darauf hindeuten, dass Frauen heute noch viel kämpfen müssen, um sich durchzusetzen“, erläutert die Amerikanistin Dr. Stefanie Schäfer, die den Tag gemeinsam mit Aehnlich organisiert hat. „Auf der anderen Seite bezieht er sich musikalisch auf die Frontfrau und Bandleaderin, die als Gesicht ihrer Gruppe fungiert und der im Rampenlicht stehend Bewunderung zuteilwird.“ Auch in Zeiten der Frauenquote gebe es an etlichen Stellen noch ein zwiespältiges Frauenbild: „Gerade machen wir im Grunde wieder Rückschritte. In der Bundestagswahl wählte rund jeder Achte die AfD, die für ein absolut reaktionäres Frauenbild steht“, erklärt Barbara Aehnlich.

Dass sich in dieser Hinsicht nicht nur die Gleichstellung hierzulande rückwärts bewegt, veranschaulicht der Vortrag „Von Michelle zu Melania – First Ladies, Feminismus und Fashion Studies in den USA“ von Stefanie Schäfer. Sie beleuchtet, wie die Rollenbilder im Weißen Haus die amerikanische Gesellschaft reflektieren und sich die vorherige und die aktuelle Präsidentengattin über Mode definieren – und unterscheiden. Weitere Beiträge aus der Psychologie und Germanistik widmen sich Emotionen und Macht sowie spätmittelalterlichen Fürstinnenkorrespondenzen.

Hochkarätig besetztes Podium diskutiert

Die Vorträge am Vormittag sollen ebenso zum Nach- und Umdenken anregen wie die öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „An der Spitze: Erfahrungen zu Macht und Geschlecht“, die 15 Uhr beginnt. Von ihren Erfahrungen auf dem Weg in die Führungspositionen ihrer Branchen berichten dabei Bankerin Karin Katerbau (Oldenburgische Landesbank), Medieninformatikerin und Stellvertretende Vorsitzende des MDR-Rundfunkrates Prof. Dr. Gabriele Schade (Fachhochschule Erfurt), Grünen-Politikerin Anja Siegesmund (Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz in Thüringen), Programmdirektorin Nathalie Wappler Hagen (MDR) und Geschlechterhistorikerin Prof. Dr. Gisela Mettele (Universität Jena).

Das Tagesprogramm wird umrahmt von der im Foyer der Rosensäle gezeigten Ausstellung „Mind the gap – Karriere statt Barriere!“. Sie wurde von Studierenden konzipiert und dokumentiert Wissenschaftskarrieren von Frauen an Thüringer Hochschulen.
Studierende, Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich zu allen Veranstaltungen des Thementages eingeladen. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung wurde initiiert durch das Gleichstellungsbüro der Uni Jena und wird unterstützt durch die Graduiertenakademie der FSU und das Thüringer Kompetenznetzwerk Gleichstellung. Weitere Informationen zum Programm sind zu finden unter: http://www.tkg-info.de/frontfrauen/.
(Beitragsbild: Dr. Barbara Aehnlich (r.)und Dr. Stefanie Schäfer von der Uni Jena haben den Thementag „Frontfrauen“ organisiert. Erfolgreiche Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft werden von ihren Erfahrungen auf dem Weg an die Spitze berichten. Foto: Anne Günther/FSU)

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