BBL: Science City Jena unterliegt MHP Riesen Ludwigsburg mit 80:95

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Eine starke erste Hälfte der MHP Riesen aus Ludwigsburg war am Ende eine zu große Hypothek für Science City Jena. Das Harmsen-Team unterlag am Samstagabend den Gästen vom Neckar in der Endabrechnung mit 80:95, präsentierte sich im Verlauf der zweiten Halbzeit jedoch gallig genug, um die Baden-Württemberger in der Schlussphase noch einmal kurzzeitig in Bedrängnis zu bringen.

Hatte Science City Jena gegen die MHP Riesen aus Ludwigsburg nach dem 71:69-Überraschungssieg kurz vor dem Jahreswechsel auch in der Rückrunden-Partie mit einem Sieg geliebäugelt, so wurde dieser Plan von den Baden-Württembergern bereits im Verlauf einer starken ersten Hälfte durchkreuzt.

Die Schwaben schlugen den Thüringer Erstliga-Aufsteiger vor 2852 Zuschauern in der vollbesetzten und emotional-lautstark mitgehenden Sparkassen-Arena nach einer 55:33-Halbzeitführung, zementieren mit diesem Erfolg ihren 8. Platz im direkten Tabellenkampf um die Playoffs der easyCredit BBL.

In einem von beiden Teams mit offenem Visier eröffneten Auftaktviertel war es Science City zunächst gelungen, mit 10:4 (3.) in Front zu gehen. Maßgeblichen Anteil am guten Jenaer Start hatte Immanuel McElroy, der seine beiden ersten Distanzwürfe versenken konnte. Doch die MHP Riesen schlugen umgehend zurück, drehten den Score durch Rocky Trice und den nie zu stoppenden Center-Koloss Jack Cooley bis zur 6. Minute auf 15:16. Von schweren Beinen aufgrund des Champions-League-Viertelfinaleinzuges am Mittwochabend war bei den Gästen weder in diesem Abschnitt noch im weiteren Spielverlauf etwas zu spüren.

Bis zur ersten Viertelpause versuchten die Saalestädter den konstant abschließenden Neckarstädtern zu folgen, hielten Ludwigsburg bis zur 10. Minute stand, um sich mit 20:23 zurückliegend in Richtung Bank zu verabschieden.

Dafür legte das Team von Trainer John Patrick nach Rückkehr auf das Spielfeld wie die vielzitierte Feuerwehr los, sorgte mit einem viertelübergreifenden 15:0-Run durch Trice, Cooley und Hammonds für schmerzhafte Nadelstiche, die den Ludwigsburger Vorsprung bis auf 20:35 (12.) anwachsen ließen. Von Stephan Haukohl mit zwei erfolgreichen Freiwürfen unterbrochen, wusch Immanuel McElroy mit seinem Korb zum 24:35 noch einmal kurz nach, bevor Science City im offensiven Sturmlauf der Baden-Württemberger unterzugehen drohte. Trainer Björn Harmsen versuchte nach einem Dreier von Tekele Cotton zum 24:41 (14.) mit einer Auszeit den Rhythmus der Gäste zu unterbrechen und seine eigene Mannschaft wieder auf Kurs zu bringen, vergebens. Zwar konnte Julius Wolf zwischenzeitlich per Dreier zum 27:43-Anschluss kontern, in der Folge wirbelten jedoch wieder die Neckarstädter, die sich bis zur Halbzeitsirene einen mehr als komfortablen 33:55-Vorsprung erspielt hatten.

Nach Rückkehr auf das Parkett sorgten fünf schnelle Punkte durch David McCray und Johannes Thiemann für das kontinuierliche Anwachsen der Gästeführung. Der auf dem LED-Würfel der Arena leuchtende Zwischenstand von 33:60 (21.) brannte in den Augen der für Jena mitfiebernden Zuschauer wie die Strahlen einer untergehenden Abendsonne. Nach zwei gegen Julius Jenkins und Jenas Bank geahndeten technischen Fouls verwandelte Chad Toppert beide fällige Freiwürfe zum 43:65 bevor der europaerfahrene Guard mit der Trikotnummer 33 aus der Distanz auf 43:68 (26.) nachlegen konnte.

In dieser eher schweren Phase nah am Mut der Verzweiflung agierend, straffte sich das Thüringer Kollektiv bis zur letzten Viertelpause gegen den offensiv immer wieder die richtigen Antwortend findenden Gegner, verkürzte bis zur 30. Minute auf 57:75.

Anfänglich durch Marcos Knight und Stephan Haukohl geführt, schrumpfte der hohe Vorsprung der Neckarstädter nach Start in die finalen zehn Minuten Punkt um Punkt. Gäste-Coach John Patrick reagierte umgehend mit einem Timeout, der an Jenas vermeintlich aussichtsloser Aufholjagd jedoch wirkungslos verpuffte. Während Brad Lösings Dreier zum 67:79 (32.) die angewachsenen Sorgenfalten der Akteure auf der Gästebank kurz entspannte, konterte Julius Jenkins in seiner unnachahmlichen Art hinter der 6,75m-Markierung auf 70:79 (33.). Entgegen der Partie bei ALBA Berlin, in der es dem Harmsen-Team gelungen war, einen ähnlich hohen Rückstand in einen hauchdünnen

John Patrick: „Glückwunsch an meine Mannschaft zum verdienten Sieg. Wir haben eine sehr starke erste Hälfte abgeliefert, hatten dann in der zweiten Hälfte aber zunehmend Probleme aufgrund der kleinen Jenaer Aufstellung. Spezielle Glückwünsche gehen vor allem an unsere Bankspieler, die in der Crunchtime ihre Qualitäten unter Beweis stellen konnte. Es ist nicht einfach, diese Doppelbelastung zu handlen. Das war das elfte oder zwölfte Spiel in den letzten 31 Tagen inklusive Pokal und internationalem Wettbewerb. Deshalb abschließend ein dickes Dankeschön an unsere medizinische Abteilung. Wir haben uns jetzt eine sehr gute Ausgangsposition im Kampf um die Playoffs geschaffen“.

Björn Harmsen: „Glückwunsch an John und seine Mannschaft. Im Prinzip hat Ludwigsburg das Spiel in der ersten Halbzeit gewonnen. Sie haben sehr sehr intensiv und physisch gespielt, Insbesondere auf den großen Positionen sahen wir da nicht gut aus. In der zweiten Halbzeit haben wir die Intensität und den Charakter gezeigt, der uns schon die ganze bisherige Saison ausgezeichnet hat. Ich habe den Jungs gerade gesagt, dass es schön gewesen wäre, wenn wir dies schon in der ersten Halbzeit geschafft hätten. Die 32 Punkte, die wir im zweiten Viertel zugelassen haben waren spielentscheidend“.

SCJ: Knight 30 Punkte, McElroy 15, Haukohl 10, Jenkins 9, Goodwin 7, Wolf 3, Clay 3, Reyes-Napoles 3, Bernard, Schmidt, Mackeldanz – Frease (DNP)

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