Blue Volleys und die entscheidende Rolle von Aufschlägen

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So sehen Sieger aus. Foto: Blue Volleys/wm

Gotha (red/wm, 21. Februar). Eine jederzeit interessante und sehenswerte 2. Bundesligapartie gegen die FT 1844 Freiburg entschieden die Blue Volleys Gotha knapp, aber verdient mit 3:2 (21;20;-20;-20;3) für sich.

Beide Trainer hatten vor dem Spiel die Bedeutung der Aufschläge betont und diesen eine entscheidende Rolle vorhergesagt. Und in der Tat: der Spielverlauf bestätigte deren Prognose. Alle Sätze wurden letztlich von dem Team gewonnen, das jeweils den größeren Aufschlagdruck entwickelte. Sobald ein Team in diesem Element nachließ, gewann der Gegner aus einer sicheren Annahme heraus die Oberhand über das Spielgeschehen.

Die Gothaer begannen das Spiel dominant, so wie sie das letzte in Mühldorf beendet hatten und lagen nach einem Blitzstart schnell mit 4:0 vorn.

Aber die Gäste aus dem Breisgau schüttelten sich kurz, holten auf und gingen ihrerseits mit 13:10 in Führung.

Beide Mannschaften gingen, wie angekündigt, hohes Risiko beim Aufschlag, trotzdem blieb die Fehlerquote dabei erstaunlich niedrig.

Bei Freiburg lief viel über die Außenangreifer, die vom finnischen Zuspieler Mauri Kurppa, in der Saison 2018/19 Spieler in Gotha, gewohnt schnell, oft auch als Pipe, eingesetzt wurden.

Im Wissen um die Blockstärke der Hausherren versuchten die Breisgauer häufig auch mit Legern, diesem Block zu entgehen.

Bis zum 20:20 verlief der Satz so völlig offen. In der Crunchtime setzten sich zunächst Robert Werner und Yann Böhme im Angriff zweimal energisch durch. Dann verschoss Freiburgs Diagonalangreifer Paul Botho seinen Angriff, Gothas Block fasste danach zu und zum Abschluss konnte Freiburg einen Hammeraufschlag von Rein nur als Notball  in die Gothaer Feldhälfte zurückbringen und Clay Couchman erledigte mit einem Schnellangriff den Rest. Und damit hatten sich die Blue Volleys den 1. Satz am Ende doch noch recht sicher mit 25:21 geholt.

Der 2. Abschnitt sah über die gesamte Satzdauer eine komfortable Gothaer Führung. Die Hausherren waren in der Annahme und der Feldverteidigung konzentriert, unterbanden im Block viele Freiburger Angriffe und blieben im Angriff von allen Positionen aus gefährlich.

Bemerkenswert dabei auch die Leistung der beiden Gothaer Mittelblocker Felix Lesche und Clay Couchman, die sowohl im Block als auch im Schnellangriff überzeugten.

Die Gäste wechselten mehrfach, dennoch blieb deren Fehlerquote in dieser Phase des Spiels hoch, so dass sich Gotha bis auf 18:11 absetzen konnte.

Auch eine energische, lautstarke Auszeitansprache von Freiburgs Trainer Jakob Schönhagen änderte daran wenig. Zwar kam Freiburg nochmal etwas heran aber letztlich ging auch der 2. Satz mit 25:20 an die Gastgeber.

Vieles schien jetzt auf einen klaren Gothaer Sieg hinzudeuten. Doch dagegen hatten die Badener – und insbesondere deren polnischer Außenangreifer Mateusz Lysikowski – offensichtlich etwas.

Der entwickelte sich nun zum auffälligsten Akteur seiner Mannschaft und schüttelte mit seinen gewaltigen Aufschlägen und hammerharten Angriffen die Blue Volleys kräftig durch.

Diey hatten im dritten und vierten Satz ihre Dominanz verloren, schlugen auch nicht mehr ganz so sicher und gefährlich auf. So hatte es Kurppa nun wesentlich einfacher das Spiel seiner Mannschaft aufzuziehen. Mit zweimal 25:20 gingen beide Abschnitte an die Freie Turnerschaft und wie schon im Hinspiel musste der Tie Break die Entscheidung bringen.

Dieser Tie Break wird sicherlich allen Beteiligten einige Zeit in Erinnerung bleiben. Furios überrollten die Hausherren nun ihre Gäste. Außenangreifer Erik Niederlücke, der auch ein sehr gutes Spiel machte, eröffnete den Entscheidungssatz mit zwei Hammerangriffen. Böhme legte eine Aufschlagserie vom Feinsten hin und Freiburg wackelte bedenklich.

Mit einer 8:1-Führung der Thüringer wechselte man die Seiten.

Beim Stand von 10:2 brachte Trainer Jonas Kronseder Zuspieler Anselm Rein zum Aufschlag, der im Satz zuvor von Hannes Maisch ersetzt wurde. „Hast Du noch ein paar Asse im Ärmel?“, lautete die Frage des Trainers an ihn. Und er hatte, denn fünf harte Spinaufschläge von ihm folgten. Den Schlusspunkt zum außergewöhnlichen 15:3 setzte Werner mit einem erfolgreichen Angriff.

Die Ehrung als MVP erhielten diesmal Gothas Mittelblocker Lesche (Gold) und bei den Gästen Außenangreifer Lysikowski (Silber).

Durch diesen 3:2 Sieg blieben die Blue Volleys zum vierten Mal in Folge ungeschlagen und konnten optimistisch in die Sonntagspartie gegen den TSV Mühldorf gehen.

H&H Makler

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