Offener Brief des Vorstands von BiG e. V.

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Symbolbild. Foto: Wolfgang Gleichmar

Vorab: Absender dieses Offenen Briefes ist der BiG-Vorstand OHNE Vereinspräsidentin Astrid Kollmar. Aus gutem Grund, denn mit diesem Schreiben möchte sich der Vorstand schützend VOR seine Präsidentin stellen, die in den vergangenen Wochen nicht nur hemmungsloser Kritik, sondern auch zahlreichen persönlichen Anfeindungen ausgesetzt war.

Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen sowie die damit einhergehenden Vorwürfe gegen die Präsidentin und den Vorstand von Basketball in Gotha e.V. möchten wir zum Anlass nehmen, unsere Position zu verschiedenen Themen öffentlich darzulegen. Zugleich möchten wir aufräumen mit Unwahrheiten und Halbwissen.

Bei einem Treffen mit BiG-Mitgliedern und Rockets-Fans am vergangenen Mittwoch hatte Astrid Kollmar ihre Entscheidung, nicht mit den Rockets am Spielbetrieb der ProA teilzunehmen, nochmals ausführlich begründet und zugleich das Vorhaben untermauert, den Start einer ProB-Mannschaft in Gotha zu prüfen. Am Montag gab sie dann ihre Entscheidung bekannt, ebenfalls auf das Startrecht in der 2. Basketball-Bundesliga ProB zu verzichten. Die Gründe dafür (keine gesicherte Finanzierung, keine schriftliche Hallenzusage) sind in der Pressemitteilung der BiG GmbH vom 18. Juni benannt: https://www.rockets-basketball.de/pressemitteilungen/rockets-verzichten-auf-startrecht-in-der-pro-b/

Der Vorstand von BiG e.V. begrüßt diese Entscheidung ausdrücklich.

Nach dem Rückzug der Oettinger Brauerei GmbH als wichtigstem Spendengeber des Vereins hat die BiG-Mitgliederversammlung im Dezember 2017 einer massiven Beitragserhöhung zugestimmt. Auch deshalb sollte für unseren Verein jetzt an erster Stelle stehen, sich finanziell zu konsolidieren. Und nicht ein Experiment zu wagen, dessen Ausgang ungewiss ist.

Gewiss, Bundesliga-Basketball ist eine feine Sache und bringt vor allem auch Motivation für die Nachwuchsspieler. Das wussten wir spätestens seit der Saison 2010/11, als die Rockets erstmals in der ProB, also einer Profiliga, antraten. Die BiGeisterung wuchs von Jahr zu Jahr. Und riss auch nicht ab, als die Rockets 2012 in ihre neue Blaue Hölle in Gotha-Ost umzogen. Doch so lieb wir unser „Festzelt“ auch gewonnen hatten – 2016 waren seine Tage gezählt. Zu unwirtschaftlich, vor allem aufgrund der hohen Heizkosten. Die einzige Möglichkeit, auch weiterhin in der ProA starten zu können, war der Umzug nach Erfurt. Ungeliebt, aber unumgänglich.

Um die anstehenden neuen Aufgaben stemmen zu können, traf Astrid Kollmar die Entscheidung, einen Berater hinzuzuziehen: Wolfgang Heyder aus Bamberg.

Was sportlich und wirtschaftlich von 2016 bis 2018 in Erfurt passierte, ist in Kurzform folgendes: 2017 Aufstieg von der ProA in die easyCredit BBL, Zugewinn neuer Sponsoren, Aufbau eines Business-Clubs, 2018 Abstieg aus der easyCredit BBL.

Aus den „Oettinger Rockets Gotha“ wurden zunächst die „Oettinger Rockets“, ab dem 01.01.2018 die „Rockets“. Gotha war hinderlich fürs Marketing, die Oettinger Brauerei war zum Jahreswechsel als Haupt- und Namenssponsor ausgestiegen. Um den Spielbetrieb fortführen zu können, musste Astrid Kollmar die entstandene Budget-Differenz mit einer deutlich sechsstelligen Privateinlage ausgleichen. Zum Abschluss der Saison waren auch diese Mittel aufgebraucht, auch in Aussicht gestellte neue Sponsoren blieben aus. Eine von Wolfgang Heyder vorgeschlagene Minderheitsbeteiligung von Astrid Kollmar an einer neuen Gesellschaft kam nicht infrage (siehe Interview mit Astrid Kollmar in der TA vom 14.06.: https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/basketball/detail/-/specific/Ich-wuensche-mir-Fairness-Gesellschafterin-Kollmar-ueber-Basketball-in-Gotha-un-1571460778).

Sämtlichen Mitarbeitern der BiG GmbH vorsorglich zu kündigen, war ein notwendiger und nachvollziehbarer Schritt. Und nun, nach der Saison, ist es erneut an Astrid Kollmar, die Verbindlichkeiten der BiG GmbH restlos zu begleichen – wiederum aus Privatvermögen.

Soweit der Rückblick. Nun zum aktuellen Geschehen:

Am Montag, 18.06., wurde über eine Pressemitteilung der 2. Basketball-Bundesliga bekannt, dass sich in Erfurt eine XXL Baskets GmbH gegründet und eine Lizenz für die 2. Basketball-Bundesliga ProB beantragt hat. Gesellschafter sind drei Privatpersonen aus Erfurt sowie Florian Gut (zuletzt BiG-Nachwuchskoordinator) und Wolfgang Heyder (zuletzt Sportlicher Leiter der Rockets). Quelle: http://www.zweite-basketball-bundesliga.de/drei-antraege-auf-teilnahmerechtsuebertragung/

Am gestrigen Dienstag, 19.06., wurde dies durch eine Stellungnahme der fünf Gesellschafter bestätigt. Quelle: http://www.oscar-am-freitag.de/jena/sport-jena/ex-rockets-maenner-heyder-und-gut-wollen-profibasketball-am-standort-erfurt-retten/

Ob die 2. Basketball-Bundesliga dem Lizenzantrag zustimmen wird, entscheidet sich bei der Ligatagung am kommenden Wochenende.

All dies sind Angelegenheiten der XXL Baskets GmbH, die wir als BiG-Vorstand weder bewerten noch kommentieren werden.

Uns interessiert vielmehr folgende Frage: Wie geht’s nun bei BiG weiter?

Wir werden an unserem Motto festhalten, Talente zu fördern und zu fordern. Das sind unsere wichtigsten Ziele für die kommende Saison:

  1. Wirtschaftliche Konsolidierung des Vereins / Neuaufbau eines regionalen Spender- und Sponsorenpools

 

  1. Die Gotha Rockets starten in der 2. Regionalliga und spielen wieder in der eigenen Stadt. Die Spieler kommen weitestgehend aus dem eigenen Nachwuchs. Mittelfristiges Ziel ist der Aufstieg in die 1. Regionalliga.

 

  1. Wie bisher auch, wird es im Nachwuchsbereich eine gesunde Mischung aus Breiten- und Leistungssport in allen Altersklassen geben. Nach derzeitigem Stand ist die JBBL-Teilnahme gesichert.

 

Im bevorstehenden Sommer wird BiG 20 Jahre alt. Die Zahl der Menschen, die durch BiG im Laufe der Jahre zum Basketball gekommen sind – ob als Spieler, Zuschauer, Cheerleader oder Unterstützer – lässt sich nur schwer schätzen, geht aber sicherlich in die Zehntausende. BiG hat sich zu einer regional bekannten Marke im Vereinssport entwickelt. Im Umfeld ist eine ganz besondere Fankultur gewachsen, die deutschlandweit ihresgleichen sucht.

BiG hat alles an Emotionen geweckt, was überhaupt denkbar ist: von Frust und Enttäuschung über verlorene Spiele bis hin zu grenzenlosem Jubel und Extase. Unzählige echte Freundschaften sind im Laufe der Jahre entstanden, es gab Heiratsanträge in der Blauen Hölle – und es gab auch einige zutiefst traurige Momente.

Dirk Kollmar hatte tolle Visionen und Ziele, die uns beflügelt, angespornt und besser gemacht haben. Wir alle – vor allem Astrid Kollmar – haben auch nach Dirks Tod alles gegeben, um eine dieser Visionen wahr werden zu lassen. Ein irrsinnig teuer bezahlter Erfolg – aber wir haben’s geschafft: Einmal von ganz unten bis ganz oben, ins Oberhaus des deutschen Basketballs.

 

Und jetzt ist es an der Zeit zu sagen:

ROCKETS COME HOME.

Willkommen zurück!

 

Die Vorstandsmitglieder von Basketball in Gotha e.V.:

Norman Wagner, Vizepräsident

Steffen Lenz, Sportbeauftragter

Anja Sturmhöfel, Schatzmeisterin

Manuela Lenz, Schriftführerin

Jan Ludwig, Beisitzer

The Londoner - Gotha

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