Ostderby: Beim Dentalservice Gust VC Dresden glückte die Revanche

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Der Meister gab sich bei den Blue Volleys keine Blöße. Foto: JeppeSmedNielsen/Pixabay

Gotha/Dresden (red/wm, 27. März). Aus einer höchst abwechslungsreichen Begegnung der 2. Bundesliga gingen am Ende die Blue Volleys Gotha beim Dentalservice Gust VC Dresden knapp, aber verdient als 3:1-(23; -25; 22; 20)-Sieger hervor.

Wie schon im Hinspiel schenkten sich beide Mannschaften im Ost-Derby über die komplette Spieldauer wenig. Die Partei war geprägt von ungewöhnlich häufig wechselnden Führungen in der sich aber selten einer der beiden Kontrahenten auf mehr als zwei Punkte absetzen konnte. In den entscheidenden Momenten der Crunchtime waren die Gothaer diesmal jedoch etwas abgeklärter und konnten sich so für die  2:3-Hinspiel-Niederlage erfolgreich revanchieren.

Gothas Trainer setzte sein Vorhaben, in den restlichen Saisonspielen mehr zu rotieren, so um, dass diesmal Len Spankowski für Robert Werner auf Außen/Annahme begann. Mit ihm standen Zuspieler Mikael Clegg, die beiden Mittelblocker Felix Lesche und Tomasz Gorski, Diagonalangreifer Yann Böhme, Erik Niederlücke als zweiter Außenangreifer und Libero Max Stückrad auf dem Feld.

Den ersten Punkt machten die Thüringer mit einem Angriff von Lesche über die Mitte. Bei Dresden war es der Diagonalangreifer Lukas Klapper der in dieser Anfangsphase viele Akzente setzte. Beide Mannschaften standen sicher in der Annahme, sodass sie aus dem Side Out regelmäßig punkten konnten.

Als der Block der Blue Volleys dann jedoch mehrfach zupackte, konnten sich die Gäste etwas absetzen. Mit einer 16:13-Führung gingen sie in die 2. Technische Auszeit. Doch die nun ebenfalls gute Blockarbeit der Dresdner und ihre starke Feldabwehr brachten die Hausherren wieder auf 20:20 heran, weil Gothas Angreifer etwas an Effektivität verloren hatten. Aber die Blue Volleys behielten die Nerven und Angriffe von Spankowski und Gorski sorgten für zwei Satzbälle, deren zweiter den 25:23 Satzgewinn bedeutete.

Im 2. Satz ein ähnliches Bild: Diesmal waren es die Gastgeber, die sich durch gute Blocks bis auf vier Punkte absetzen konnten. Nachdem seine Angreifer mehrere Chancen nicht nutzen konnten, gab Gothas kanadischer Zuspieler Clegg mit einer Finte das Signal zur Aufholjagd. Kurze Zeit später war beim 13:13 der Gleichstand wieder hergestellt – auch, weil Spankowski mit seinen harten Spinaufschlägen jetzt viel Druck auf Dresdens Annahme ausübte.

Danach gab es viele wechselnde Führungen. Beim VC Dresden war es jetzt das nahezu perfekte Zusammenspiel von Zuspieler Simon Gilbrich und Schnellangreifer Karl-Lennart Klehm, das für viele Gefahrenmomente sorgte und so hielten die Gäste mit guten Blockaktionen dagegen. Doch auch die Sachsen beherrschen dieses Element und so war es insbesondere der Junioren-Nationalspieler Klehm, der in der Schlussphase fast im Alleingang sein Team zum 27:25-Satzgewinn blockte.

Im 3. Abschnitt kam bei den Blue Volleys frühzeitig Werner für Niederlücke, der einige Male Pech mit seinen Angriffen hatte, in der Annahme aber wieder ein sicherer Rückhalt war. Kurze Zeit später schickte Kronseder dann auch Hannes Maisch für Clegg in die Partie, um in einem jetzt völlig ausgeglichenen Spiel neue Akzente zu setzen. Beide Teams standen weiterhin sehr sicher in der Annahme. Das ermöglichte viele Angriffe aus dem 1. Tempo heraus. Lange Zeit gab es deshalb in diesem sehr intensiv geführten Abschnitt keinerlei Anzeichen dafür, wer am Ende den Satz für sich entscheiden könnte. Bei den Thüringern machten sich im gesamten Spielverlauf immer wieder die Wechsel von Jannis Hopt für Lesche beim Aufschlag bezahlt, denn er sorgte regelmäßig für schnelle Aufschlagpunkte. Im Angriff versuchten es die Gäste mit harten Angriffen von allen Positionen, doch die Dresdner verteidigten viele. Bei der 22:21-Führung der Hausherren kamen dann in einem Diagonalwechsel Werner für Böhme und Clegg zurück für Maisch ins Spiel. Gotha glich aus und hatte wenig später etwas Glück, als ein Schnellangriff von Klehm knapp im Aus landete. Mit einem Ass beendete dann Werner diesen Abschnitt zum 25:22 für die Blue Volleys.

Auch der 4. Satz war vom Anpfiff an wieder heiß umkämpft. Nachdem Gothas Hauptangreifer Böhme, der in den Sätzen zuvor in gewohnter Weise punktete, jetzt etwas die Puste ausging, kam Niederlücke für ihn auf das Spielfeld. Mit zwei erfolgreichen Angriffen führte er sich gleich gut ein.
Immer wieder wechselnde Führungen sorgten für ein überaus spannendes und abwechslungsreiches Finale. Ausgeglichener kann ein Spiel kaum verlaufen.
Bei Dresden kam der erfahrene Martin Kroß für den jungen Till Sittner auf Außen und machte in der Folge einen guten Job. Mit seinen Linienschlägen war er eine ständige Gefahr für die Gothaer Abwehr. Doch auch die Gäste waren hellwach und nahmen den Kampf an. In der Schlussphase war es dann Kapitän Werner, der mit seinen mutigen Aktionen seinem Team entscheidend zum Sieg verhalf. Auch die Einwechslung von Hopt, um den Block zu verstärken, machte sich bezahlt, denn mit Lesche blockte der in der Crunchtime die Gothaer zum Sieg.

Und so gab es am Ende für die Blue Volleys einen denkbar knappen, aber dennoch verdienten Sieg, weil man in den entscheidenden Momenten etwas abgeklärter und entschlossener agierte.

Als wertvollste Spieler (MVP) wurden diesmal Spankowski bei Gotha und Kroß bei Dresden bestimmt – für den 20-jährigen „nur“ 1,80 Meter großen Spankowski, der sonst als Libero aufspielt, eine tolle Auszeichnung.

„Ich bin sehr zufrieden, dass wir drei Punkte geholt haben. Die Dresdner haben uns heute das Leben, wie schon im Hinspiel, sehr schwer gemacht. Durch die gute Annahme auf beiden Seiten war es ein typisches Side Out-Spiel“, zeigte sich auch Gothas Trainer anschließend sehr zufrieden.

Für die Gothaer geht es jetzt an den kommenden Wochenenden mit zwei Heimspielen gegen den TSV Mimmenhausen und die TGM Mainz-Gonsenheim weiter, ehe man am 23. April beim designierten Meister in Karlsruhe zum letzten Saisonspiel antritt.

Blue Volleys Gotha mit: Werner, Böhme, Maisch, Clegg, Lesche, Gorski, Hopt, Niederlücke, Spankowski, Götze und Stückrad

 

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