Forschungsbibliothek Gotha feiert 375. Geburtstag

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Gotha (red/kp, 12. Februar). Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt feiert in diesem Jahr ihr 375. Gründungsjubiläum. Dies wird mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen gewürdigt werden.

„Für uns wird 2022 ein bewegendes Jahr“, sagt Dr. Kathrin Paasch, die Leiterin der Forschungsbibliothek Gotha. „Wir freuen uns auf spannende Gäste und Ereignisse. Zugleich stellt das Jahr eine Zäsur in der Geschichte der Forschungsbibliothek und eine Zeit der großen Herausforderungen dar. Denn für die bauliche Ertüchtigung des Ostturms von Schloss Friedenstein, in dem die Bibliothek seit dem Ende des 17. Jahrhunderts beheimatet ist, ziehen wir mit einem großen Teil unserer Bücher aus. Gleichzeitig wollen wir für unsere Nutzer*innen in der Bibliothek und im virtuellen Raum optimale Möglichkeiten schaffen, weiter miteinander und mit unseren wertvollen Bibliotheksobjekten und -sammlungen zu forschen und zu arbeiten.“

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das Jubiläumsjahr unter dem Leitgedanken „Bücher bewegen“ steht. Ob vor Ort oder digital – die Gäste erwartet 2022 eine ganze Reihe spannender Veranstaltungen und Einblicke. Im Mittelpunkt steht dabei die Eröffnung der Jubiläumsausstellung „Bücher bewegen. 375 Jahre Forschungsbibliothek Gotha“ am 9. April. Die Schau geht der bewegten Geschichte der Forschungsbibliothek Gotha, der Herkunft der Bücher sowie Schreib- und Gedankenbewegungen ihrer Leser*innen nach. Sie erzählt Gothaer Buch- und Bibliotheksgeschichte(n) von der Bibliotheksgründung 1647 bis in das 21. Jahrhundert, zeigt Kostbarkeiten und Kuriositäten, stellt bibliothekarischen Alltag vor und widmet sich den Umbrüchen in der Bibliotheksgeschichte aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zu sehen ist sie bis zum 19. Juni.

Am 14. Mai findet ein großes Bibliotheksfest statt, mit dem die Forschungsbibliothek gemeinsam mit Angehörigen, Förderern sowie Freundinnen und Freunden ihren Geburtstag feiern wird. Neben einer Gesprächsrunde und Lesungen wird es Livemusik, einen Poetry-Slam und weitere Überraschungen geben. Eine weitere Festveranstaltung ist dann am 14. Oktober im Spiegelsaal auf dem Friedenstein geplant.

Mit dem Portugiesen Alberto Manguel erwartet die Forschungsbibliothek am 13. Juli einen ganz besonderen Gast. Der „Weltbürger“ ist in mehreren Sprachen zu Hause, wirkte er u. a. in Buenos Aires, Paris, Mailand, London und Toronto als Verlagslektor, Literaturdozent und Übersetzer. Sein in alle Weltsprachen übersetztes Buch „Eine Geschichte des Lesens“ wurde 1998 mit dem Prix Medicis ausgezeichnet. Zuletzt erschienen die Titel „Eine Geschichte der Neugierde“ (2016) und „Die verborgene Bibliothek“ (2018). Die Veranstaltung mit dem Gutenberg-Preisträger findet in englischer Sprache statt und wird simultan übersetzt.

Die Sommerschule „Cultural Heritage in Cyperspace“ lädt vom 18. bis 22 Juli Nachwuchswissenschaftler*innen in die Forschungsbibliothek Gotha ein, die sich über die wertvollen orientalischen Handschriften der Bibliothek austauschen und über Projekte im virtuellen Raum sprechen werden.

Fortgesetzt werden auch im Jubiläumsjahr die „Gotha Manuscript Talks“ sowie die „Gothaer Bibliotheksgespräche“. Die Sammlung Perthes lädt am 2. Juli zum 200. Geburtstag von August Petermann mit einem Tag der offenen Tür zu Sonderführungen durch ihre kartografischen Bestände an. Weitere Führungen gibt es durch die Jahresausstellung und auch ein Rundgang durch den Ostturm zur Bau- und Bibliotheksgeschichte steht auf dem Programm. Das Thüringer Polizeiorchester unter der Leitung von Christian Beyer spielt am 17. September ein Konzert unter dem Titel „Der Gothaer Hofkapellmeisters Johann Heinrich Walch (1776–1855)“. Darüber hinaus finden verschiedene Konferenzen, Workshops und Tagungen statt, darunter auch eine Tagung unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Mulsow, dem Direktor des Forschungszentrums Gotha, mit dem Titel „Emil/Emilie: Herzog August von Sachsen-Gotha – Literat, Kunstkenner und Transgender-Provokateur“. Der Herzog war ein ungewöhnlicher Fürst. Die Tagung wird vor diesem Hintergrund die Fluidität seiner Geschlechteridentität, seine geschmacklichen Idiosynkrasien und seine unveröffentlichten literarischen Aktivitäten zum Zentrum einer umfassenden Neubewertung machen. Sie stützt sich unter anderem auf den in der Forschungsbibliothek Gotha überlieferten Nachlass des Herzogs.

Alle Termine und Veranstaltungen auf der Website zum Jubiläum

 

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