„Spieglein, Spieglein an der Wand…“ – ein Geschichte in Fortsetzungen

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Symbolbild: Tama66/Pixabay

Gotha (red/ra, 1. Dezember). Zwei Jahre wurde die Gothaer Friedrichstraße gebaut. Ende Juli floss dann wieder der Verkehr.

Schon kurz nach der Freigabe erwies sich das Herausfahren aus der Helenenstraße als tricky: Grund waren die auf der Ostseite der Friedrichstraße angelegten Parktaschen und die (noch kleinen) Silberlinden. Waren die Parkplätze – vor allem der, der keine 5 m von der Helenenstraße entfernte – belegt, ließ sich die östliche Fahrspur erst einsehen, stand man schon mit halber Fahrzeuglänge auf der Friedrichstraße.
Zudem beschlug nach kühlen, feuchten Tagen und den ersten (Beinahe-)Frösten der Spiegel, sodass er komplett als Orientierungshilfe ausfiel…

Namens mehrere Anwohner wandte sich deshalb schon Mitte August Frau K. an „Oscar am Freitag“. Auf unsere Anfrage reagierte die Stadt wie folgt:
„Die betreffenden Ämter hatten bereits festgestellt, dass hier ein Problem vorliegt, für das eine Lösung gefunden werden muss. Bei internen Abstimmungsterminen soll nun geprüft und diskutiert werden, welche Lösungsmöglichkeiten (z. B. Spiegel, Tempolimit, bauliche Veränderungen) umgesetzt werden können. Sobald es dazu ein Ergebnis gibt, werden wir entsprechend informieren.“
Wenig später wurde ein Verkehrsspiegel installiert.

So weit, so gut: Der Spiegel ist allerdings sehr klein und so eingestellt, dass man zwar selbst die Kreuzung am Marstall einesehen kann – nicht aber die letzten 15-20 m vor der Einmündung.
Es gab bereits Unfälle, bei denen es glücklicherweise nur Blechschäden zu beklagen waren.
Dennoch wandte sich Frau K. dieser Tage erneut an „Oscar am Freitag“.

Unsere neuerliche Rückfrage bewirkte, dass ein größerer Verkehrsspiegel angeschafft wird, wie der Antwort der Stadt zu entnehmen war:
„Die benannte Einmündung stellt sicherlich kein Optimum an Übersichtlichkeit wie im unbebauten Raum außerhalb von Städten dar. Im urban verdichteten Raum sind in jederlei Hinsicht Kompromisse zu machen. Städtebauliche Infrastruktur hat die höchsten Nutzungsansprüche bei gleichzeitig maximaler Kompromissnotwendigkeit. Das Verkehrsspiegel keine absolute Sicherheit gewährleisten, ist bekannt. Vom sich im städtischen Raum bewegenden Fahrzeugführer muss jedoch ein besonderes Augenmerk auf Aufmerksamkeit erwartet werden können. Ggf. hat er sich zentimeterweise in Verkehrsräume vorzutasten, wie es die Rechtsprechung seit Jahrzehnten verlangt.
Der Straßenbaulastträger hat aber zur weiteren Abmilderung der Gegebenheiten einen noch größeren Spiegel bestellt, der noch nicht geliefert ist. Gleichzeitig werden wir kurzfristig die Einstellung des Spiegels einer Prüfung vor Ort unterziehen.“

Ob „Spieglein, Spieglein an der Wand…“ nun wirklichen Fortschritt und damit mehr (Verkehrs-)Sicherheit bringen wird – wir halten die Leserinnen und Leser auf dem Laufenden. Versprochen!

 

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