Anhebung der Entfernungspauschale als Reaktion auf hohe Spritpreise

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Die seit Wochen andauernden Preiserhöhungen für Benzin und Diesel durch die Mineralölkonzerne verteuern die Transportleistungen und überschreiten zunehmend bei den Betriebskosten im Mittelstand die „Schmerzgrenze“. Die zurzeit geltende Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent pro Kilometer für Selbstfahrer in der Wirtschaft, aber auch für die Firmenmitarbeiter zum Arbeitsort, entspricht nicht mehr der Spritpreisentwicklung.

„Wir fordern deshalb als Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), die Entfernungspauschale auf 40 Cent pro Kilometer anzuheben. Damit verbunden ist unser öffentlicher Hinweis, dass auch der DGB sich dieser Forderung anschließt“, so Kreisgeschäftsführer Otto Eismann.

„Der DGB kämpft gegenwärtig an der falschen Front, die Tariflöhne weiter zu erhöhen. Das ist aus unserer Sicht verhängnisvoll und gefährdet die wirtschaftliche Existenz zahlreicher Unternehmen. Hohe Energiepreise plus Lohnsteigerung sind besonders im Speditionsgewerbe sowie der Metall- und Elektroindustrie nicht zu verkraften“, so Eismann. Ein weiteres Drehen an der Lohn-Preis-Spirale gehe eindeutig zu Lasten der Binnennachfrage durch Anheizen der Inflation. „Leider sieht die Politik offensichtlich keinen Handlungsbedarf, die Mineralölkonzerne an die Leine zu legen. Jede Preiserhöhung an der Tankstelle spült durch höhere Mehrwertsteuer, Mineralöl- und Ökosteuer zusätzliche Einnahmen in die defizitären Staatskassen“, resümiert der Gothaer Mittelstandsvertreter. Deshalb sei eine gemeinsame Forderung von DGB und Mittelstand zur deutlichen Anhebung der Entfernungspauschale wünschenswert bzw. dringend geboten, damit den Arbeitnehmern auf diese Weise mehr Netto vom Brutto bleibt.

Publiziert: 19. März 2011, 9.34 Uhr