Kritischer Freund und Ratgeber der Universität Jena wird geehrt

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Jena (AB). Kaum jemand kennt die Politik besser als ein Politiker. Und wenn er so erfahren und engagiert ist, wie Bernhard Vogel, dann ist es gut, eine solche Persönlichkeit als Freund und Ratgeber zu haben – nicht nur, aber auch beim Umgang mit der Politik.

Dies war der Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) bereits bewusst, als der CDU-Politiker noch Ministerpräsident in Thüringen (1992-2003) war. Noch deutlicher wurde es, als Vogel, der von 1976-1988 auch Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz war, 2004 den Vorsitz des Kuratoriums der Universität Jena übernahm und diese Funktion auch im Nachfolgegremium, dem Universitätsrat, bis Dezember 2012 innehatte. Dann trat der inzwischen 80-jährige Politiker von seinem Amt zurück.

Doch die Jenaer Universität will den verdienstvollen Ratgeber und Freund nicht einfach gehen lassen. Als Zeichen ihrer Wertschätzung für Vogels jahrelangen Einsatz würdigt sie ihn mit der Ehrenbürgerwürde – einer Auszeichnung, die von der Friedrich-Schiller-Universität bisher erst fünfmal seit der Wende an herausragende Persönlichkeiten verliehen wurde.

Der öffentliche Festakt zur Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Prof. Dr. Bernhard Vogel findet statt am Mittwoch, dem 10. Juli 2013, um 18.15 Uhr in der Universitäts-Aula (Fürstengraben 1). Die Laudatio wird der ehemalige sächsische Wissenschaftsminister Prof. Dr. Dr. h. c. Hans Joachim Meyer halten.

Die Universität ehrt damit „den Bildungspolitiker, der sich für das Gedeihen der Universitäten in Deutschland und Thüringen und in besonderer Weise für die Friedrich-Schiller-Universität Jena eingesetzt hat. Sein Engagement hat Maßstäbe gesetzt“, wie in der Urkunde betont wird.

Der 1932 in Göttingen geborene Bernhard Vogel habe die Belange der FSU „aktiv und nachhaltig gefördert“, betont Uni-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke. Bereits 1993 habe der damalige Thüringer Ministerpräsident ein wegweisendes hochschulpolitisches Programm vorgelegt, das drei Dinge erkennen ließ: „Erstens eine hohe Wertschätzung für die Autonomie der Universität, zweitens ein kraftvolles politisches Drängen auf eine starke Beteiligung des Bundes an der Finanzierung des Neubaus der Universitäten in den ,jungen Ländern‘ und drittens eine hohe Verpflichtung auf den Bildungsauftrag der Universität im Allgemeinen und – verständlicherweise – seines eigenen Fachs, der Politikwissenschaft, im Besonderen“, so Prof. Dicke, der sich sicher ist, dass Vogel „immer ein Herz für die FSU hatte“ und damit ein „Glücksfall für die Universität“ ist.

Besonders sichtbar sei dies geworden, als er dem Unirat „einer der Korporation Universität verpflichtete Ausrichtung als deren kritischer Freund gegeben und bei vielen Entscheidungen seine Erfahrung – bestimmt, aber in der Zurückhaltung des Ratgebers – eingebracht hat“, unterstreicht Rektor Dicke, der den musikalisch umrahmten Festakt am 10. Juli eröffnen wird.

Ehrenbürger dürfen nicht Mitglieder der Universität sein. Sie müssen eine „besondere Verbundenheit“ zu ihr aufweisen und „sich besondere Verdienste um die Friedrich-Schiller-Universität erworben haben“, besagt die entsprechende Ordnung.

Die Ehrenbürger werden zu Festveranstaltungen eingeladen, dürfen an Lehrveranstaltungen teilnehmen sowie die Einrichtungen der Universität nutzen. Aber vor allem dürfen sie weiterhin als Ratgeber und kritischer Freund wirken, sie müssen es aber nicht.

Bernhard Vogel wird Ehrenbürger der Friedrich-Schiller-Universität Jena. (Foto: Jan-Peter Kasper/FSU)

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