Thüringen-Derby ist heute Richtungsspiel für beide Teams

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Es gab sicher schon angenehmere Momentaufnahmen des Jenaer Zweitliga-Basketballs. Als derzeitiges Tabellenschlusslicht der ProA gastierte das Team um Trainer Georg Eichler am Freitag Abend bei den Kirchheim Knights, dem Vizemeister der Vorsaison

Um es kurz zu machen: Die Jenaer gewannen dieses Spiel in Kirchheim – und holten so vor dem Thüringen-Derby am Sonntag in heimischer Halle einen wichtigen Dreier.

94:84 gewannen die Jenaer am Ende, zur Halbzeit hatten sie noch 45:47 zurück gelegen. Doch im dritten und vierten Drittel gelang den Jenaern die Wende – und am Ende ein hochverdienter Erfolg.

Mit diesem Sieg im Rücken wollen die Jenaer Zweitliga-Basketballer dem verkorksten Saisonstart endgültig eine neue Richtung geben.

Thüringen-Derby als Schlüsselspiel

Über zehn Jahre ist es her, dass sich beide Kontrahenten das letzte Mal im Rahmen eines Pflichtspiels gegenüberstanden. Am Sonntag empfängt Science City Jena ab 17.00 die Oettinger Rockets aus Gotha im ersten Thüringen-Derby des deutschen Profi-Basketballs, geht gegen die Gäste als leichter Außenseiter in die Partie.

„Gotha ist individuell stark besetzt und verfügt über einen tiefen Kader. Bei den Rockets hat man in der Mannschaftszusammenstellung auf Qualität geachtet und einiges investiert“, so Trainer Georg Eichler vor dem Duell gegen die Westthüringer. Sein Team kämpft unterdessen mit personellen Problemen, wird auf Jakob Krumbeck verzichten müssen, der sich im Training eine Knöchelverletzung zugezogen hat.

Auch hinter dem Einsatz von Flügelspieler Tim Schwartz steht ein dickes Fragezeichen. Während der zuletzt immer besser ins Spiel findende 24-Jährige momentan noch an einer Grippe laboriert, wird über seinen Einsatz wohl erst kurz vor Spielbeginn entschieden.

Unabhängig von der derzeit nicht sonderlich prickelnden Ausgangslage als Tabellenschlusslicht fordert Eichler von seiner Mannschaft einen Sieg. „Auch unser Kader verfügt über die entsprechenden Schlüsselspieler um diese wichtige Begegnung zu gewinnen. Ich bin mir sicher, dass wir Gotha schlagen können wenn unsere Jungs im Derby an ihre Grenzen gehen, von Beginn an aggressiv und schlau verteidigen und die Fans unser Team so stark unterstützen wie zuletzt gegen Cuxhaven. Gerade im Verlauf der Aufholjagd in diesem Spiel hat sich gezeigt, wie sehr dieser Support die Spieler beflügeln kann“, sagt Eichler.

Das letzte reguläre Pflichtspiel der beiden erfolgreichsten Thüringer Vereine datiert aus dem Jahr 2001, aus Jenas damaliger Aufstiegssaison zur 2.Liga. Seitdem gingen die Clubs sportlich unterschiedliche Wege. Während sich die Saalestädter in Deutschlands 2.Liga fest etablieren konnten, zwischenzeitlich mit dem Ausflug in die Erstklassigkeit das Highlight für Basketball-Thüringen setzten, fristeten die Raketen über etliche Jahre ein eher stilles Regionalliga-Dasein. Erst in den letzten drei Spielzeiten gelang es den Gästen, nicht zuletzt aufgrund der finanziell potenten Unterstützung des Hauptsponsors, der namensgebenden Brauerei, zum Höhenflug anzusetzen.

Im Verlauf eines Fünfjahres-Plans, so Gothas Präsident Dirk Kollmar, ist der Erstliga-Aufstieg längst als Ziel definiert und so soll die ProA nur als Durchgangsstation dienen. Nicht zuletzt deshalb, aber auch aufgrund straffer Zweitliga-Auflagen erwarben die Rockets das aus Jenaer BBL-Zeiten bekannte „Zelt“.

Parallel zur momentan im Einsatz befindlichen Leichtbauhalle treiben die Gothaer außerdem den Bau einer Basketball-Arena an, die über kurz oder lang Erstliga-Sport sehen dürfte. In der aktuellen Momentaufnahme reiht sich der qualitativ stark besetzte Aufsteiger trotz großer Ambitionen jedoch nur auf einem enttäuschenden 12.Platz ein, hat einen ähnlich verkorksten Saisonstart wie Science City Jena hinter sich. So avanciert das Thüringen-Derby nicht nur zum Wiedersehen zweier Vereine aus dem Freistaat, sondern zu einem echten Schlüsselspiel.

Die Gothaer verloren übrigens ihr Freitag-Heimspiel gegen Heidelberg mit 93:98.