Ein Kamelienhaus für Gotha

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Das Kamelienhaus – wie es in der Grafik der Planung aussah. Foto: GKL-Planer Erfurt

Gotha (red, 4. April). Dass an historischen Schlössern, Burgen und Gartenanlagen ständig Erhaltungsbaumaßnahmen notwendig sind, kann man auch an Schloss Friedenstein verfolgen. Dass aber in einem solchen Ensemble ein Neubau errichtet wird, ist schon eine Seltenheit.

In der Herzoglichen Orangerie Gotha begann im Dezember 2020 der Bau eines neuen Kamelienhauses, ein Projekt der Orangerie-Freunde Gotha e. V. und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten („Oscar am Freitag“-TV berichtete).

Der Neubau wird vollständig aus Spenden finanziert. Das ehrgeizige Ziel ist, das Gebäude als neue Heimstätte für die wertvolle Kameliensammlung zum Beginn der Bundesgartenschau in Erfurt zu übergeben. Gotha ist mit der Orangerie, dem Englischen Garten und der Wasserkunst ein Außenstandort der Bundesgartenschau.

Das neue Kamelienhaus entsteht unmittelbar zwischen dem Philosophenweg und dem Nördlichen Treibhaus, in dem die Pflanzen bisher im Winter untergebracht sind.

Das fertiges Streifenfundament Foto: Jens Scheffler (05.02.2021)

Am historischen Standort, der auf alten Plänen gefunden wurde, entstand noch im Dezember die Baugrube und im Januar folgte das Fundament.

Der Aufbau der Rück- und Seitenwände aus speziell vorgefertigten Betonteilen erfolgte Ende März.

Danach montierten dann die Gewächshausbauer das Dach und die Nordfassade.

So stand der Rohbau am 22. März. Foto: Uwe Ulrich

Das neue Gewächshaus lehnt sich an historische Vorbilder an und schafft ideale Bedingungen für die aus Japan stammenden und mit dem Tee verwandten Blütensträucher.

Die Prinzipien des Gewächshauses sind über Jahrhunderte erprobt. Drei massive Wände und die Ausrichtung nach Nordwesten puffern Temperaturschwankungen ab und schaffen ein gleichmäßiges Klima für die Pflanzen.

Außerdem wird das Haus etwa einen Meter tief in den Boden eingelassen. Das genügt in milderen Wintern schon, um die Pflanzen frostfrei zu halten, so dass die ebenfalls vorgesehene Heizung nur bei extremen Minustemperaturen eingesetzt werden muss.

Der Baustart für das Kamelienhaus war ein weiterer großer Erfolg des Fördervereins Orangerie-Freunde Gotha e. V., der schon über 15 Jahre mit Ausdauer für Spenden wirbt und selbst sehr aktiv ist.

Hinzu kommen Spenden, die seit 2014 jedes Jahr im Rahmen der Führungen zur Kamelienblüte von dem Landtagsabgeordneten Matthias Hey, dem Kamelienfreund Gernot Harnisch und dem Parkverwalter Jens Scheffler gesammelt werden. Beteiligt hat sich auch die Mitteldeutsche Kameliengesellschaft.

Außerdem wurde ein großer Teil der Planungsleistungen von Architektur- und Ingenieurbüros kostenlos erbracht.

Das Ausheben der Baugrube übernahm eine lokale Baufirma unentgeltlich.

Durch die freiwilligen Leistungen konnten die Gesamtkosten in Höhe von rund 250.000 Euro auf etwa 180.000 Euro begrenzt werden. Ein wesentlicher Teil davon ist dank der Spendenaktion schon beisammen.

Es fehlen allerdings noch ca. 20.000 Euro, damit das Gebäude pünktlich fertiggestellt und in Betrieb genommen werden kann. Dafür bitten die Orangerie-Freunde Gotha e. V. weiter um Unterstützung. Jeder Euro helfe dabei, der Stadt, ihren Bewohnern und Gästen einen neuen Höhepunkt zu bieten

Spendenkonto:
Orangerie-Freunde Gotha e. V.
DE51 8206 4038 0000 0866 90
VR Bank Westthüringen
Stichwort: Kamelienhaus
www.orangerie-gotha.de

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