Uniklinikum Jena ist Partner in deutschem Biobank-Verbund

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Uniklinikum Jena ist Partner in deutschem Biobank-Verbund. Bildquelle: Michael Szabó/ UKJ.

(Berlin/Jena). Elf deutsche Biobankstandorte schließen sich ab dem 1. Mai 2017 in der German Biobank Alliance (GBA) zusammen, um den Weg für einen nationalen und europaweiten Bioproben- und Datenaustausch zwischen Biobanken zu ebnen. Die Biobank des Universitätsklinikums Jena (UKJ) ist Partner in dem Verbund. „Die deutschen Biobanken engagieren sich in einer wegweisenden gemeinsamen Initiative, die die Grundlage für eine neue Generation von europaweit vernetzten Biobanken schafft“, erläutert die Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirates der Initiative, Prof. Fay Betsou. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Biobankenallianz bis 2020 mit 14,4 Millionen Euro.

„Vernetzte, hochmoderne Biobanken tragen entscheidend dazu bei, innovative diagnostische Methoden und Therapien für die Behandlung von Patienten zu entwickeln“, erläutert PD Dr. Dr. Michael Kiehntopf. Der Labormediziner leitet die Integrierte Biobank am Universitätsklinikum Jena. Biobanken sammeln und lagern Blut, Gewebe sowie anderes Körpermaterial und stellen dies für die biomedizinische Forschung zur Verfügung. So entstehen bedeutende Proben- und Datenspeicher für die Erforschung von Erkrankungen.

Die Biobank am Uniklinikum Jena ist als Zusammenschluss der Probenbanken des Jenaer Sepsis-Clusters entstanden, in denen Proben für klinische Studien zur Sepsis gesammelt wurden, die auch für Grundlagenprojekte in der Sepsisforschung zur Verfügung stehen. Durch die Zusammenführung mit weiteren Probenbanken des UKJ wird die Integrierte Biobank Jena (IBBJ) derzeit zur zentralen Forschungsinfrastruktur für die Medizinische Fakultät ausgebaut. „Mit der Beteiligung an der Biobank-Allianz gehen wir in diesem Vernetzungsprozess noch einen großen Schritt weiter“, so Michael Kiehntopf.

Biobanken sind eine essentielle Grundlage für die biomedizinische Forschung

Um den Austausch von Biomaterial und den zugehörigen Daten sowohl zwischen deutschen Biobanken als auch innerhalb von Europa zu ermöglichen, ist ein umfangreicher Harmonisierungsprozess notwendig. Standards für den Austausch von Daten und für die Qualität der Biomaterialen, aber auch ethische und rechtliche Aspekte müssen diskutiert und angeglichen werden. Nur so lassen sich Biomaterial und deren Daten über Biobanken und Ländergrenzen hinweg für die Forschung zusammenführen und nutzen. Die Jenaer Biobankexperten werden in dem Verbund das Qualitätssicherungsprojekt für den Bereich der flüssigen Proben leiten.

Biobanken beschleunigen die Entwicklung neuer Diagnostika und Therapeutika

„Der Aufwand lohnt sich, denn vernetzte Biobanken mit einer hohen Probenqualität sind die Basis für eine aussagekräftige, reproduzierbare medizinische Forschung“, erläutert der Koordinator der GBA Prof. Dr. Michael Hummel. Die Qualität und Verfügbarkeit der Biomaterialien und der assoziierten Daten sind von entscheidender Bedeutung.

Gerade im Hinblick auf die individualisierte Präzisionsmedizin ist die Vernetzung von Biobanken und die Harmonisierung von Datenformaten und Prozessen essentiell, um aussagekräftige und vergleichbare Analysen durchzuführen zu können.

„Die German Biobank Alliance ist eine ausgezeichnete Chance für die Biobank-Community in Deutschland“, so Prof. Michael Hummel. „Sie wird dazu beitragen, die biomedizinische Forschung auf lange Sicht zu beschleunigen und die Position Deutschlands in der europäischen und internationalen Forschungsgemeinschaft zu stärken.“

The Londoner - Gotha

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