Zwischen Highlights und Heimsieg – Science City kehrt gegen Schalke 04 in die Erfolgsspur zurück

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Mit einem wichtigen und von zahlreichen Highlights eingerahmten 88:77-Sieg kehrte Science City Jena am Samstag, dem 18.01.2020, in die Erfolgsspur zurück. Die Thüringer bezwangen die Basketballabteilung des FC Schalke 04 vor 1924 Zuschauern in der Sparkassen-Arena am Ende gleichermaßen souverän wie verdient und zementieren mit dem achten Heimsieg der Saison ihren 3. Platz in der BARMER 2. Basketball Bundesliga.

Während die Saalestädter neben ihrem Headcoach Frank Menz auf gleich drei verletzungsbedingt aussetzenden Leistungsträger verzichten mussten, Brad Loesing, Oliver Mackeldanz und Lars Lagerpusch in Zivil an der Seitenlinie ihr Team unterstützten, kompensierte der Kader von Trainer Steven Clauss die personellen Ausfälle mit einer kollektiv starken Leistung. Statistisch einmal mehr von Kapitän Dennis Nawrocki angeführt, lieferte Science City eine beherzte und über weite Teile konstant starke Vorstellung, ließ den Gästen im äußert zügig absolvierten Durchlauf der 40 Minuten nur selten Entfaltungsmöglichkeiten. Trotz deutlicher Größenvorteile gingen lediglich die Rebounds mit 30:41 an das Teams aus Nordrhein-Westfalen. Dafür nutzten die Saalestädter ihre Agilität in der Zone konsequent, gewannen das Duell um die „Points in the Paint“ mit 42:30.

Während Science City nach der herben Derby-Niederlage gegen Chemnitz enorm fokussiert aus den Startlöchern kam, sorgten vier wegweisende Punkte von Alex Herrera zum 10:6 (3.) für den richtigen Kurs der Gastgeber, bevor sich Julius Wolf zur Aktion des Spiels in die Luft schraubte. Nach einem Steal sowie dem folgenden Fastbreak nahm Wolf erst Anlauf und bei seinem anschließenden Dunk gleich Schalkes Center Björn Rohwer mit in den Korb, um für die erste Euphoriewelle zu sorgen. Kombiniert mit einem Foul des knapp zehn Zentimeter größeren Gelsenkircheners, den er in dieser Szene spektakulär auf die andere Seite des Posters pinnte, konnten die Thüringer ihren Vorsprung auf 13:6 erhöhen. Einmal in Fahrt gekommen, präsentierten sich die Saalestädter enorm spielfreudig und konsequent. Ob Matt Vest auf Dennis Nawrocki, Jan Heber auf Vest, oder der Behind-the-Back-Pass von Heber auf Justin Leon 1.2 Sekunden vor der Viertelsirene, das Jenaer Spiel lief wie an der Schnur gezogen – 24:15.

Doch Schalke ließ sich nicht aus dem Rhythmus bringen, antwortete im zweiten Abschnitt zwischenzeitlich zum 28:22, bevor Science City die Schlagzahl erhöhte. Während Jan Heber aus der Distanz zur Jenaer 31:22-Führung (12.) traf, war Nachwuchs-Point-Guard Vuk Radojicic gerade mal sieben Sekunden auf dem Parkett, bevor er seinen Einsatz in der 14. Minute mit einem Dreier krönte. Nachdem das 18-jährige Aufbauspieler-Talent zwei Freiwürfe verwandelt hatte und in der 16. Minute einen Dreier übers Brett zum 41:29 nachlegte kochte die Arena erneut. Doch  die Knappen zeigten sich davon unbeeindruckt, blieben in Schlagdistanz und verkürzten kurz vor der Pause auf 41:37, bevor Matt Vest per Fade Away zum 43:37-Halbzeitstand traf.

Auch nach Rückkehr aus der Kabine gelang es Science City an die überzeugende Vorstellung der erste Hälfte anzuknüpfen und die Zuschauer mit einigen Highlights zu begeistern. Nach einem Dreier von Julius Wolf zum 56:37 komfortabel in Front liegen, folgte in der 27. Minute ein weiteres Top10-Play der Saalestädter. Jan Heber rettete den Ball quer in der Luft liegend vor dem Seitenaus, passte den Ball auf Justin Leon, der ihn unter dem Jubel der Fans mit einem zweihändigen Reverse-Dunk zum 62:43 durch den Schalker Ring prügelte.

Nachdem es beim Zwischenstand von 66:52 in der 30. Minuten bereits nach Vorentscheidung und Jenaer Heimsieg roch, hielt Schalke zu Beginn des finalen Viertels einfach die Luft an und versuchte sich an einer Aufholjagd. So schrumpfte Jenas 73:57-Führung (33., Nawrocki) noch einmal bis auf 75:67 (35., Rohwer), bevor Joschka Ferner sein Händchen jenseits des Perimeters wiederfand und den kritischen Schalker Dreier zum 75:69-Anschluss (36., Jean-Louis) aus der Distanz erfolgreich konterte. Quasi wie im Hinspiel machte der Flügelspieler mit seinem zweiten Dreier den Deckel drauf, als er 104 Sekunden vor Ultimo zum 84:70 traf und Jenas verdienten Heimsieg ins Fundament goss.

Alexander Osipovitch (Coach Schalke 04 Basketball): „Glückwunsch an Jena zum Sieg. Wir sind nur langsam ins Spiel gekommen, haben vor allem defensiv keinen Rhythmus gefunden. Das darf in einem Auswärtsspiel bei einem deutlich besser platzierten Gegner nicht passieren. Auch im dritten Viertel sind wir ähnlich spät ins Spiel gekommen. Das hat heute den Unterschied ausgemacht. Wir können eigentlich viel besser spielen als heute Abend, werden diese Niederlage analysieren und uns jetzt gewissenhaft auf das nächste Duell gegen Tübingen vorbereiten.“

Steven Clauss (Coach Science City Jena): „Es war das zu erwartend schwere Spiel. Alexander hat eine sehr gute Mannschaft, hat in den letzten Wochen mit den Siegen gegen Heidelberg und Artland bewiesen, dass sie ein sehr ernstzunehmender Gegner sind. Wir hatten uns viel vorgenommen, wollten dieses Heimspiel unbedingt gewinnen, um unsere Ziele zu erreichen und unseren Tabellenplatz zu sichern. Dazu gehört es, Teams, die in der Tabelle hinter uns stehen zu schlagen, vor allem eben auch in einem Heimspiel. Man hat gesehen, dass Alexanders Mannschaft mit 16 Offensiv-Rebounds durchaus ein Faktor sein kann. Schalke kann Basketball spielen und sie können vielen Teams gefährlich werden. Es gab ein paar Phasen, in denen das Duell knapper wurde und durchaus hätte kippen können. Unsere Jungs haben in diesen Momenten super verteidigt, gut zusammengehalten, speziell im Low Post sehr gut verteidigt und Schalke gezwungen von außen zu werfen. Wir haben viele einfache Dinger im Angriff liegengelassen. Das ist aus meiner Sicht das einzige, zu bemängelnde Element unserer guten Leistung am heutigen Abend. Dadurch war es latent immer ein knappes Spiel. Unser Defense war letztendlich stabil genug, um verdient zu gewinnen.“

Punkteverteilung Science City Jena: Nawrocki 19 Punkte, Leon 15, Herrera 9, Wolf 9, Caruthers 9, Ferner 8, Vest 8, Radojicic 8, Heber 3, Reyes-Napoles, Jostmann – Bank (DNP)

Punkteverteilung Schalke 04 Basketball: Newkirk 17, Jean-Louis 14, Dunn 11, Gulley 9, Belger 9, Joos 7, Touray 6, Rohwer 2, Hightower 2, Szewczyk – Wessel (DNP)

Spielfilm: 1. Viertel 24:15 – 2. Viertel 43:37 – 3. Viertel 66:52 – 4. Viertel 88:77

 

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