Fotos von Thomas Wolf: Eine visuelle Zeitrafferreise

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Der Fotograf Thomas Wolf und Daniela Rockstuhl vom art der stadt e. V. enthüllen "Projekt 2" bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: Dr. Bernd Seydel

Eine visuelle Zeitrafferreise: Fotos von Thomas Wolf im Kunstkasten vom art der stadt e.V. in Gotha

Gotha (red/bs, 14. Mai). Gotha im Jahr 1984 und 1985: Zwei siebzehnjährige Schüler – Thomas Wolf und Thomas Offhaus – wollen ihre Stadt mit dem Fotoapparat erkunden. Natürlich mit einem Film in der Kamera, denn von digitaler Fotografie war noch nicht die Rede. Fast ein halbes Jahr zogen sie immer am selben Wochentag und stets zur selben Uhrzeit zu zehn Stationen mit jeweils dem annähernd gleichen Blickwinkel. Dort machten sie genau ein Foto – egal, was vor der Linse passierte.

Schon damals wurden die Schwarzweiß-Negative von Thomas Wolf sorgsam archiviert. Jetzt hat er sie wieder hervorgeholt, eingescannt und für sein „Projekt 2 – Kunst im Schaukasten“ verwendet. Bis Ende Juni kann man die Werke im Eingangsbereich zum Fundament, der Spielstätte des Vereins im Gothaer Kulturhaus, anschauen. Es ist eine visuelle Zeitreise, die besonders für die Menschen interessant ist, die damals schon in Gotha lebten. Für alle anderen sind die Fotos eines Motivs wie ein besonders schneller Zeitraffer. Hätte man die Serie fortgesetzt, wäre der „Film“ gerade einmal 80 Sekunden lang. Ein spannendes Gedankenexperiment.

Neben den Fotos hat Thomas Wolf für diese Ausstellung die damals aktuellen Tageszeitungen durchgesehen und wichtige Meldungen mit ins Ausstellungsfenster gestellt. Unversehens wird der Abstand deutlich zu heute. Es lohnt sich also, etwas Muße mitzubringen und genau zu schauen und zu lesen.

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