„Zähl‘ mal, wer da summt“: Insektenzählung in Thüringen

0
457
Eine Steinhummel. Foto: NABU/Kathy Büschen

„Zähl‘ mal, wer da summt“: Insektenzählung in Thüringen – NABU-Insektensommer startet vom 2. bis 11. Juni und 4. bis 13. August

Jena/Gotha (red, 1. Juni), Plattbauch, Grünrüssler, Ameisenlöwe oder Bienenwolf: Warum nicht einmal herausfinden, wer sich hinter diesen schillernden Namen versteckt? Der NABU-Insektensommer ruft vom 2. bis zum 11. Juni und vom 4. bis 13. August zum sechsten Mal dazu auf, mit Lupe, Zählhilfe und Stift Sechsbeiner zu zählen.

„Wer beim Insektensommer teilnehmen möchte, muss kein Spezialist sein. Die Aktion soll vor allem die Freude am Entdecken der Natur fördern“, sagt Ronald Bellstedt ein Insektenexperte beim NABU Thüringen. Damit die Vielfalt – in Deutschland leben rund 34.000 Insektenarten – überschaubar bleibt, wurden Kernarten für die beiden Zählzeiträume festgelegt, auf die es besonders zu achten gilt. Für Juni sind das unter anderem Admiral, Asiatischer Marienkäfer und Florfliege. Für August wurden neben Blauer Holzbiene und Mosaikjungfer unter anderem auch Heupferd und Ackerhummel ausgewählt. Trotzdem gilt, alles was sechs Beine hat, kann gezählt werden.

Hummeln stehen im Mittelpunkt der Entdeckungsfrage: „Kannst Du Hummeln am Hintern erkennen?”. Damit soll es vor allem Neueinsteigern einfacher gemacht werden, wenn sie sich auf eine bestimmte Art konzentrieren.

Zum ersten Mal wird die Stadt Eisenach in diesem Jahr im Rahmen des Projektes „Bienenfreundliches Eisenach“ den NABU-Insektensommer mitbewerben. „Das Engagement der Stadt Eisenach freut Ronald Bellstedt sehr. „Es ist wichtig, dass sich Städte und Kommunen verstärkt für den Insektenschutz vor der eigenen Haustür einsetzen. Nur so können wir gemeinsam dem Artenschwund entgegenwirken“, so der Insektenforscher. „Mit dem NABU-Insektensommer wollen wir den Insekten die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen. Man kann es nicht oft genug betonen: Insekten sind für uns Menschen überlebenswichtig. Sie bestäuben etwa 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen und sichern uns so einen Teil unserer Lebensmittel, die wir täglich essen.”

Mitmachen ist einfach: Man sucht sich einen ruhigen Platz im Garten, Park, auf dem Balkon, der Wiese oder im Wald. In einem Radius von etwa zehn Meter vom eigenen Standpunkt aus werden alle Insekten erfasst. Gezählt wird bis zu einer Stunde. Gemeldet werden die Beobachtungen per Online-Formular oder mit der kostenlosen Web-App NABU Insektensommer. Beide Meldewege sind unter www.NABU-Thueringen.de/insektensommer abrufbar.

Hintergrund:
Der NABU-Insektensommer ist eine gemeinsame Aktion von NABU und seinem bayerischen Partner, dem Landesbund für Vogel- und Naturschutz. Die Daten der Zählaktion werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU transparent und zeitnah unter www.NABU-Thueringen.de/insektensommer abrufbar.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT