Blue Volleys Gotha verspielen 2:0-Satzführung  

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Archivfoto: VC Gotha

Gotha (red/wm, 13. September). Zum Saisonauftakt in der 2. Volleyball-Bundesliga verloren die Blue Volleys Gotha beim Vorjahresmeister TSV Grafing trotz einer zwischenzeitlichen 2:0 Satzführung am Ende mit 2:3 (-25; -19; 18; 21; 13).

Damit mussten sich die Thüringer, wie schon im Vorjahr, in Grafing mit einem Punkt zufriedengeben. Was jedoch in der vergangenen Saison noch als Teilerfolg galt, ist diesmal durchaus eine Enttäuschung. Beim Vorjahresmeister hatte es vor dieser Spielzeit einen personellen Umbruch gegeben. Etliche Leistungsträger gingen und wurden durch junge Spieler ersetzt.

Nicht zuletzt durch gute Vorbereitungsergebnisse, die Tatsache, dass das Spieler-Grundgerüst bei den Blue Volleys weitgehend erhalten blieb und durch die zusätzliche Verpflichtung von zwei Erstliga-erfahrenen Spielern, waren die Gothaer deshalb diesmal allgemein favorisiert.

Dieser Favoritenrolle wurden sie dann auch in beiden Anfangssätzen in Ansätzen gerecht. Trainer Jonas Kronseder setzte zunächst mit Christoph Aßmann, Robert Werner, Tomasz Gorski, Felix Lesche, Yann Böhme und Libero Len Spankowski auf Spieler aus dem Vorjahr. Der kanadische Zuspieler Mikael Clegg war der einzige Neuzugang in der Startformation. Jannis Hopt, vom Erstligisten Helios Grizzlys Giesen gekommen, wurde wegen einer Bauchmuskelverletzung diesmal noch geschont.

Die Begegnung begann zunächst etwas zerfahren, mit Aufschlagfehlern auf beiden Seiten.  Die Führungen wechselten, aber richtig absetzen konnte sich keines der Teams. In der Schlussphase spielte Clegg dann vermehrt über die schnelle Mitte, wo Lesche gleich mehrfach Erfolg hatte. Den letzten Punkt erzielte der Kanadier dann selbst, als er einen zweiten Ball mit einem Angriff verwertete.

Der  2. Abschnitt sah dann am Anfang ein ähnliches Bild. Ein ausgeglichenes Spiel, jedoch mit spielerischen Vorteilen auf Gothaer Seite. Bei den Grafingern war es besonders der neue Diagonalangreifer Nachtwey, der Block und Feldabwehr der Blue Volleys immer wieder beschäftigte. Zur Satzmitte hin konnten sich die Gäste dann aber freispielen und setzten sich auf 14:9 ab. Die Gastgeber versuchten nun häufig mit hohen Bällen zum Erfolg zu kommen, doch die Blue Volleys hatten das Spiel jetzt weitgehend unter Kontrolle.
Grafings Kommentator im Livestream sprach entsprechend von mehr Qualität und Erfahrung im Gothaer Team. Dort waren inzwischen mit Ben Bierwisch, Erik Niederlücke und Elias Götze drei Spieler neu gekommen. Mit 25:19 ging auch der 2. Satz an die Thüringer.

Auch im 3. Satz schien zunächst alles auf einen klaren Erfolg der Gothaer hinzudeuten. Bei der 1. Technischen Auszeit lagen die Blue Volleys 8:5 vorn. Doch die Bayern zeigten sich weiterhin mutig, gaben nie auf. Der eigentliche Co-Trainer Doranth, diesmal sogar Chef an der Seitenlinie, war jetzt als Außen/Annahme-Spieler auf dem Feld und gab seiner Mannschaft zusätzlichen Halt. Der TSV kam wieder heran, glich zum 11:11 aus und ging dann sogar in Führung. In dem Maß, wie die Grafinger wieder ins Spiel fanden, wurden die Gothaer zusehend nervöser. Die zuvor sichere Annahme wackelte und im Angriff und Block fehlte die letzte Konsequenz.

Eine Schrecksekunde dann noch als Mittelblocker Lesche umknickte und ausgewechselt werden musste. Wie lange der 2,13-Meter-Mann den Gothaern damit fehlen wird, ist noch unklar. Die Blue Volleys verloren den Satz mit 18:25 und hatten einen eigentlich schon geschlagenen Gegner zurück ins Spiel gelassen.

Die Verunsicherung bei den Gästen setzte sich auch im 4. Abschnitt fort. Schnell lag man 1:4 hinten. Die Hausherren standen emotional jetzt unter Volldampf. Routinier Doranth baute den Vorsprung mit einer Aufschlagserie weiter aus. Gotha war jetzt völlig von der Rolle. Auch die Wechsel von Bierwisch und Werner für Niederlücke und Aßmann brachten zunächst nicht die erhoffte Wende. Doch gute Aufschläge von Böhme, ein erfolgreicher Block und zwei erfolgreiche Angriffe von Werner brachten den Blue Volleys dann doch noch den 19:19 Ausgleich. Aber dieses Momentum konnten sie in der Folge nicht nutzen. Mit Können, etwas Fortune und nie nachlassendem Kampfgeist holten sich der TSV den Satz und schafften den 2:2-Satzausgleich.

Nach einem ähnlichen Muster lief auch der folgende Tie-Break ab. Die Blue Volleys erspielten sich einen 2-Punktevorsprung, mussten diesen in der Folge aber wieder abgeben. Und wieder war es Doranth, der mit seinen Aufschlägen ein Signal gab. Zwei erfolgreiche Blockaktionen brachten den Grafingern dann beim 14:11 gleich mehrere Matchbälle. Zwei davon wehrte Gotha noch ab, doch ein Grafinger Angriff führte dann zur endgültigen Entscheidung.

Ob diese vermeidbare Niederlage durch die lange Anfahrt, ein gewisses Maß an Überheblichkeit nach 2:0 Satzführung, durch die Einwechslung von Doranth bei den Gastgebern oder eine stark spielende Grafinger Mannschaft zustande kam, müssen Trainer und Team nun schnell auswerten, denn schon am kommenden Sonnabend kommt mit dem SV Schwaig ein spielstarker Gegner in die Ernestiner-SH nach Gotha.

Gothas Trainer Kronseder merkte man im Telefonat kurz nach Spielende die Enttäuschung schon an. „Wir haben heute einfach schlecht gespielt. Kein Spieler konnte heute das Team führen  und Verantwortung übernommen. Man sieht, dass uns die Konstanz noch fehlt. Grafing hat in der Abwehr viel geholt und insgesamt mutiger gespielt.“

Zum jeweiligen MVP ihres Teams wurden Doranth (Gold) und Böhme (Silber) gewählt.

Blue Volleys Gotha mit: Aßmann, Werner, Niederlücke, Böhme, Clegg, Lesche, Gorski, Götze, Bierwisch, Spankowski, Hopt und Stückrad

H&H Makler

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