Erbe des Wasserschlosses Günthersleben gestorben

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Ehemaliges Wasserschloss in Günthersleben in Thüringen bis 1947. Zeichnung: Wikswat/Wikimedia

Günthersleben (red, 28. Dezember). Am 23. November 2020 ist auf seinem Hof in Unterhandenzhofen bei Dachau, Ernst-Achim Freiherr von Swaine-Graf von Beust, im Alter von 85 Jahren verstorben. Das teilte der Wechmarer Heimatverein mit.

Freiherr von Swaine war der Erbe von Richard Freiherr von Swaine, des letzten Besitzers des durch die sowjetische Bodenreform enteigneten Günthersleber Wasserschlosses und der umfangreichen Besitzungen in Thüringen. Im Jahr 1998 nahm der damalige Bürgermeister von Günthersleben-Wechmar, Knut Kreuch, Kontakt zur Familie der Freiherren von Swaine auf, die seit Anfang des 19.Jahrhunderts im Besitz des 1947 abgebrochenen Günthersleber Wasserschlosses waren. Es entstand eine sehr freundschaftliche Beziehung, es gab viele Besuche und Familie von Swaine steuerte wertvolle Beiträge zur Ortsgeschichte bei, lud Bürgerdelegationen aus Wechmar und Gotha zu sich ins Schloss ein und mancher Gothaer erinnert sich gern daran, wie 80 begeisterte Bürgerfahrtler das Schloss Obertheres in Franken stürmten und dort sehr gastlich aufgenommen worden sind.

Ernst-Achim Graf von Beust ist am 29. Juli 1935 im schlesischen Nimptsch geboren und musste 1945 mit den Eltern und Geschwistern die Heimat verlassen. Nach verschiedenen Stationen fand die Familie 1951 in Bayern eine neue Heimat und baute einen ersten Landwirtschaftsbetrieb auf, dem 1958 der Besitz in Unterhandenzhofen folgte. Anfang der 60er Jahre lernten Graf von Beust und seine Frau mit ihren drei Kindern Richard Freiherr von Swaine kennen, der einen Nachfolger für seinen landwirtschaftlichen Betrieb in Obertheres suchte, da er keine Kinder hatte.

Baron von Swaine adoptierte 1975 das Ehepaar von Beust und es entstand die Linie Freiherren von Swaine – Graf von Beust.In den letzten vierzig Jahren hat die neue Besitzerfamilie unglaublich viel investiert, um das Denkmal Schloss Obertheres zu erhalten und den landwirtschaftlichen Betrieb wettbewerbsfähig und leistungsfähig zu machen. Nach 1990 war Freiherr von Swaine – Graf von Beust sehr oft in Stasin(Nimptsch), seiner alten Heimat Polen, und hat dort mit den Johannitern viele soziale Projekte unterstützt.

Eine kurze schwere Krankheit hat am 23.November 2020 das 61 Jahre lang bestehende Band der Liebe zwischen Waltraud Freifrau von Swaine – Gräfin von Beust und ihrem Mann getrennt. Das Mitgefühl gelte ihr, den drei Kindern mit Partnern und den 7 Enkelkindern, schreibt der Wechmarer Heimatverein abschließend.

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