Umweltpreis mit dem Schwingen der Pflanzhacke gefeiert

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Ein Käferloch, das heute bepflanzt wurde.

Georgenthal (red/ra, 10. Oktober). 98 Freiwillige haben heute 4.000 Bäume gepflanzt – darunter 2.500 Laubbäume, die zudem mit individuellem Schutz vor Wildverbiss durch Pflanzhülsen ausgestattet wurden.

Die Aktion fand auf den rund 900 ha, die die Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) „Totenkopf-Vitzerod“ zwischen Georgenthal und Tambach-Dietharz bewirtschaftet, statt.

Das war die zweite dieser Art in diesem Jahr, auf die am kommenden Samstag (17. Oktober) Nummer Drei folgt.

Landrat Onno Eckert (SPD) übergibt an Dr. Christine Schmidt, die Vorsitzende der Waldgemeinschaft Günthersleben, den Umweltpreis 2020. Fotos: Rainer Aschenbrenner

2020er Umweltpreis bekommen
Die FBG, zu der kommunale und private Waldbesitzer gehören, bekam heute zudem aus den Händen von Landrat Onno Eckert (SPD) den Umweltpreis des Landkreises, der mit 1.500 Euro dotiert ist. Damit wurde gewürdigt, dass man schon seit 1993 aktiv nachhaltigen Waldumbau betreibt.

Seither wurden mehr als 100.000 Küsten- und Weißtannen, Douglasien, Lärchen, Hemlocktannen, Roteichen, Ebereschen, Buchen, Ahorn, diverse Obstsorten sowie Exoten wie Esskastanien oder Atlaszedern gepflanzt.

13.500 Bäume.

Am Dienstag bekam die FBG jene 13.500 Bäume geliefert, die man vorsorglich und vor Jahresfrist bestellt hatte.

Aufgrund der großen Nachfrage wegen der Dürreschäden und des damit meist verbundenen Käferbefalls in den letzten drei Jahren sind nämlich jetzt kurzfristig die Baumschulen nicht mehr in der Lage, neuen Bedarf zu decken.

Dass die FBG weitsichtig gehandelt habe, werde aber nicht nur positiv bewertet, wie FBG-Vorsitzender Uwe Szpöt sagte.

Er tat dies mit Blick auf aktuelle Differenzen in Sachen Förderung dieser Pflanzaktionen. Die wolle man deshalb verwehren, weil die Order über die Bäume vor Bewilligung der Maßnahme erfolgte.

Bergahorn (l.) und Roteichen en masse.

Gekauft wurden damals Roteichen, Bergahorn, Douglasien, Küsten- und Weißtannen. Noch am Dienstag verteilten Revierförster Alex Hopf und FBG-Vorsitzender Szpöt sowie zwei weitere Helfer Bäume für den ersten Pflanzeinsatz.

Die Pflanzhacke schwang man heute vor allem in „Käferlöchern“ – also Flächen, auf denen Fichten standen, die aber nach dem Befall mit Borkenkäfern gefällt werden mussten. Speziell der Buchdrucker und der Kupferstecher haben wegen des dritten Trockensommers in Folge leichtes Spiel mit den Fichten. Dürsten die hierzulande am meisten vorkommenden Nadelbäume, fehlt es ihnen an Wasser, können sie nicht ihr natürliches Schutzschild ausfahren, also die Schädlinge „einharzen“.

Eines der Käferlöcher, die heute bepflanzt wurden.

Doch nicht nur Waldeigner waren heute aktiv. „Auch Bürgermeister wie Frank Ritter und Jens Leffler packten zu. Das ist schon deshalb aller Ehren wert, weil sie eh immer einen vollen Terminkalender haben“, lobt Szpöt. Unterstützt wurden die Kommunalpolitiker von Gemeinderäten der Landgemeinde Drei Gleichen, von Wechmarer Fußballern und von Mitgliedern des Wechmarer Heimatverein.

Helfende Hände sind stets willkommen
Unter den 98 Waldfans, die sich heute um 9 Uhr auf dem Parkplatz an der Rodebachmühle einfanden, waren zudem etliche, die weder einen Quadratmeter Wald besitzen noch in einer der Gemeinde leben, die Kommunalwald hier haben.

Dr. Gerhard Struck (ThüringenForst)

Aber gerade sie sind der FBG eine große Hilfe: „Ohne diese helfenden Hände könnten niemals solch große Anzahl von Bäumen neu gepflanzt werden“, betonte Dr. Gerhard Struck (ThüringenForst), der Leiter des Forstamtes Finsterbergen.

Die FBG und ThüringenForst arbeiten eng zusammen. So bedient sich die FBG u. a. der Dienste des Revierförsters Alex Hopf.

Nächsten Samstag geht es weiter
Auch wenn nun rund ein Drittel der beschafften Bäume einen neuen Strandort haben, so ist noch genug zu tun: Deshalb sind Freiwillige wieder gern gesehen.

Treffpunkt ist 9 Uhr der Parkplatz an der Rodebachmühle kurz vor Tambach-Dietharz. Empfohlen wird wetterfeste Bekleidung und festes Schuhwerk, man sollte sich auch eigene Verpflegung und Getränke mitbringen. „Wegen Corona können wir leider nicht wie in den vergangenen Jahren verpflegen“, bedauert FBG-Chef Uwe Szpöt. Rund drei Stunden werde dann im Wald gearbeitet.

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