4. Kammermusik-Soirée im Landestheater Eisenach

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Am Sonntag (7. Mai) um 15 Uhr, erklingt die 4. Kammermusik-Soirée der Spielzeit 2022/23 der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach im Landestheater Eisenach. Zu Gast ist diesmal das „Taylor-Ripamonti-Duo“ – an der Violine Seth Taylor und am Klavier Monica Ripamonti.

Gotha (red, 2. Mai). Der in San Francisco geborene Taylor ist derzeit Konzertmeister der Thüringen Philharmonie. Die in Italien geborene Konzertpianistin Ripamonti unterrichtet Klavier an der Musikschule „J. S. Bach“ in Eisenach. Die beiden Musiker spielen Werke von Ludwig van Beethoven und Gabriel Fauré sowie Ignacy Jan Paderewski.

Konzertpianistin Monica Ripamonti.

Weitere Informationen zum Konzert:
Im Laufe seines Lebens komponierte Ludwig van Beethoven zehn Violin-Sonaten. Kompositorisch knüpfen sie an die von Mozart begründete Gleichberechtigung der beiden Instrumente Violine und Klavier an. In der sog. Frühlings-Sonate op. 24 ist dieses Vorbild sehr deutlich zu spüren. Geiger und Pianisten gleichermaßen schätzen ihre tatsächlich frühlingshafte Anmut, ihre Innigkeit, ihren Esprit und ihre Kraft. Vollendet wurde sie 1801. Zu diesem Zeitpunkt nahm bereits Beethovens Hörvermögen ab. Die Leichtigkeit der sogenannten „Frühlings-Sonate“ verrät allerdings nichts von Beethovens Kampf mit dem für ihn existenziellen Leiden.

Seth Taylor.

Kaum ein kammermusikalisches Erstlingswerk dürfte so enthusiastisch begrüßt worden sein wie Gabriel Faurés 1. Violin-Sonate in den Zeilen von Camille Saint-Saëns vom 7. April 1877: „Man findet in dieser Sonate alles, was verführen kann: Neuheit der Formen, Besonderheit der Modulationen, kuriose Klänge, einen gänzlich unvorhersehbaren Gebrauch der Rhythmen; und über all dem waltet ein Zauber, der das ganze Werk umhüllt und der die breite Masse der gewöhnlichen  Zuhörer dazu bringt, ungeahnte Kühnheiten als die natürlichste Sache von der Welt hinzunehmen […]“. Faurés A-Dur-Sonate traf den Nerv der Zeit an einem Wendepunkt der französischen Musikgeschichte. Erstmals konnte man hier einen unverwechselbar französischen Ton in der Kammermusik hören.

Ignacy Jan Paderewski muss ein Wunderkind am Klavier gewesen sein. Schon als Zwölfjähriger konnte er ein Klavierstudium am Warschauer Konservatorium beginnen. In Wien feierte Paderewski im Alter von 27 Jahren sein musikalisches Debüt als Pianist. Bald schon erfreute er sich großer Popularität, trat in Paris und London auf und spielte Tourneen in den USA. Sein Klavierspiel sorgte für hysterische, nahezu maßlose und übertriebene Bewunderung. Erfolge feierte er auch als Komponist. Paderewskis Sonate op. 13 darf mit Fug und Recht den berühmten Werken von Edvard Grieg, Johannes Brahms und César Franck zur Seite gestellt werden. Paderewski beweist sofort, dass er auf dem neuesten Stand der Kunst Europas ist. Allein der erste Satz kombiniert am Anfang eine stürmisch bewegte Klavierbegleitung mit einem weit gespannten Violinthema, das einerseits einer Symphonie von Bruckner entnommen sein könnte, andererseits wie eine Moll-Variante der Schluss-Apotheose aus Griegs Klavierkonzert wirkt.

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