Europeade in Gotha und Kirmes-Landestrachtenfest sind die großen Ziele

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Nachwuchs für den Thüringer Landestrachtenverband e. V. Foto: privat

Wechmar (red/mm, 1. Dezember). „Endlich wieder volles Haus“, konstatierte Landesvorsitzender Knut Kreuch, als er die rund 150 Delegierten der Thüringer Trachten im Bürgerhaus Günthersleben-Wechmar begrüßte.

Mit diesem Event fanden die Veranstaltungen des Landesverbandes anlässlich seines 25-jährigen Bestehens ihren krönenden Höhepunkt. Gothas OB Knut Kreuch, der seit dem Gründungstag an der Spitze der größten Vereinigung der Heimat- und Brauchpflege in Thüringen steht, zog Bilanz und gab einen klaren Ausblick, wie die Zukunft der Trachten in Thüringen aussehen wird.

Er setzte sein Referat ganz ins Zeichen der Patronin des Tages, denn die Trachtenträger tagten am „Sankt-Elisabeth-Tag“, jenem Gedenktag, der der Frau gewidmet ist, die Kulturen überwand, die Sprachbarrieren beseitigte, die das Miteinander und das Teilen in den Mittelpunkt ihres Lebens stellte. Topaktuelle Themen. „Hört auf zu jammern, blickt in die Welt“, so Kreuch und ergänzte „es geht heutzutage nur um eines: Zusammenstehen, zusammen machen und zusammen gestalten“.

Leidenschaftlich warb der Landesvorsitzende: „Wo noch eine Tracht getragen, ein Volkslied gesungen, eine Mundart geschwatzt und sich die Menschen beim Tanz im Polkaschritt drehen, da besteht die Chance die eigene Identität zu bewahren, etwas Thüringisches in die Welt zu tragen und einen eigenen Beitrag zum Frieden zu leisten“. Festzustellen ist, dass Vereine und besonders Vereinsverantwortung langsam aus der Mode kommen, deshalb bedarf es mehr als Reden der großen Politik um das Ehrenamt zu stärken, es bedarf der Entlastung in Bürokratie und Vereinsrecht, der versicherungsrechtlichen Absicherung bei Fehlern, der dauerhaften finanziellen Unterstützung außerhalb von Mitgliedsbeiträgen und Spenden und der Wertschätzung durch Auszeichnung. Die Übernahme eines Ehrenamtes im Verein darf nicht zur Belastung für Familie und Freunde werden, oder zum Druck im Beruf, sondern muss die Bereicherung eigener Lebenserfüllung sein.

Mit seinen rund 5.000 Mitgliedern in achtzig Vereinen und einer sehr aktiven Thüringer Trachtenjugend ist der Landesverband ein Eckpfeiler bürgerschaftlicher Kulturarbeit in Thüringen. Mit bereits drei Prädikaten „Tracht des Jahres in Deutschland“ für Ruhla, Altenburg und Tabarz besitzen die Thüringer sogar nationale Wertschätzung als Botschafter des Freistaates Thüringen.

Als Ehrengast nahm der Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises, Harald Zanker, an der Landesversammlung teil und stellte den Antrag, anlässlich des Jubiläums „1.300 Jahre Thüringer Kirmes“ im Jahr 2024 ein Thüringer Landestrachtenfest im Juni 2024 in Mühlhausen durchzuführen. Diesem Antrag folgten die Delegierten einstimmig.

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