Angehende Orthopädietechniker aus Gotha wollen verstümmelten Menschen helfen

0
1188

Mitleid allein reicht ihnen nicht: Die Schüler und Lehrer des Fachbereiches Orthopädietechnik, der Staatlich Gewerblich-Technischen Berufsbildenden Schule Gotha wollen Kindern und Erwachsenen in Uganda helfen. Diese haben, durch den bis vor kurzem herrschenden Bürgerkrieg Gliedmaßen verloren und sind für den Weg in ein normales Leben auf Prothesen dringend angewiesen. Um ihr Ziel zu erreichen, benötigt die bereits gegründete Arbeitsgruppe „Moving Uganda“ viele Unterstützer. „Jede Spende hilft“, sagt Lisa Marr (20), die mit ihren Mitschülern in der Arbeitsgruppe für einen Spendenlauf am 16. September noch Sponsoren sucht.

Es war einer der längsten und furchtbarsten Kriege in Afrika, 20 Jahre dauerte er. Die schrecklichen Spuren sind bis heute überall in Uganda zu sehen. Tausende Menschen haben verstümmelte Gliedmaßen, müssen ohne orthopädietechnische Versorgung zurechtkommen. An Prothesen ist für die meisten Körperbehinderten nicht zu denken, denn es gibt kaum Orthopädie-Werkstätten in dem Land. „In der Stadt Gulu im Norden Ugandas bekommt derzeit nur jeder 430. Amputierte eine Prothese“, beschreiben die angehenden Orthopädietechniker die dramatische Situation. Tausenden Kriegsopfern, darunter viele Jugendliche, bleibt so eine Zukunft verbaut, weil sie durch ihre Behinderung z. B. keinen Beruf ausüben können.

Die Schüler und Lehrer des Fachbereichs Orthopädietechnik der Gothaer Berufsschule wollen sich daher aktiv einsetzen, damit diese Menschen wieder ein selbstständiges Leben führen können. Die Ingenieurin für Orthopädietechnik Annette Sauer, Fachlehrerin an der Berufsschule, wurde von ihren Schüler  auf „Pro Uganda – Prothesen für ein neues Leben“ aufmerksam gemacht. Der gemeinnützige Verein aus dem Taunus/Hessen will körperbehinderten Menschen in Uganda professionelle orthopädietechnische Hilfe schenken. In dem afrikanischen Land sollen der Bau einer Orthopädiewerkstatt organisiert, Orthopädietechniker in Zukunft ausgebildet und vor Ort Prothesen und Orthesen angefertigt werden.

Weil dafür Spendengelder nötig sind, hat der stellvertretende Schulleiter Reinhardt Schenk den Fachbereich der Orthopädietechnik bei der Organisation eines Spendenlaufes unterstützt. Darüber hinaus engagieren sich die Lehrer aller Fachbereiche der GTBS für das Projekt. Der Spendenlauf findet am 16. September 2015 im Volkspark-Stadion Gotha im Rahmen eines Sportfestes mit 581 Schülern aus 40 Klassen statt. Lisa Marr sucht für die Läufer noch Sponsoren, ob Privatleute oder Firmen, die sie unterstützen. Das Prinzip ist einfach: Für jede gelaufene Stadionrunde à 400 Meter, geben die Sponsoren einen gewissen Spendenbetrag aus. Je mehr Runden geschafft werden, umso höher fällt am Ende die Spendensumme aus. „Selbstverständlich stellt Pro Uganda e.V. den Geldgebern auch eine Spendenquittung aus“, betont Annette Sauer.

Die Schüler und Lehrer der Gothaer Berufsschule wollen nachhaltig für Uganda etwas bewegen und es nicht nur bei einem Spendenlauf belassen. Die Arbeitsgruppe „Moving Uganda“ hat bereits einiges in die Wege geleitet, alte Prothesen-Passteile zu sammeln. Momentan werden die benötigten Prothesen in Uganda mit gebrauchten, jedoch noch funktionstüchtigen Passteilen gefertigt, die gespendet wurden. Wer Passteile ohne Verwendung übrig hat, kann sich direkt mit der Ansprechpartnerin Annette Sauer in Verbindung setzen. Kontakt zu ihr ist möglich unter annette.sauer@gtbs-gotha.de

Freiwillige Helfer der Arbeitsgruppe „Moving Uganda“ sowie Lehrer der Berufsschule werden im Sommer 2016 außerdem für zwei Wochen in das afrikanische Land fliegen und Orthesen und Prothesen für die dort betroffenen Menschen konstruieren.

Mehr Informationen unter:

www.prouganda.de

www.facebook.com/movinguganda

moving.uganda@googlemail.com

(Beitragsbild: Lehrerin Annette Sauer und die Berufsschülerin Lisa Marr engagieren sich für das Projekt.)

MSB Kommunikation