Corona-Virus: Gesundheitsamt des Landkreises Gotha sieht sich vorbereitet

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Seit wenigen Stunden ist das auch in Gotha amtlich, als ein Verdachtsfall in der Agentur für Arbeit Gotha ermittelt wurde: Das Corona-Virus breitet sich nach wie vor auch außerhalb von China aus – zuletzt wurde eine verstärkte Zunahme an Fällen in Italien vermeldet. Grund genug für die Nachfrage bei der Amtsärztin und Leiterin des Gesundheitsamtes, Andrea Lein.

Wie bereitet sich das Gesundheitsamt auf eine mögliche Corona-Infektion vor?
Im Gesundheitsamt wurde ein interner Arbeitskreis aus Mitarbeitern des Infektionsschutzes gebildet. Entsprechende Unter­lagen wurden erarbeitet, Mitarbeiter wurden hinsichtlich der aktuellen Situation und der möglichen Verfahrensweise geschult. Der Infektionsschutz ist im Rahmen der Rufbereitschaft 24 Stunden über 7 Tage wöchentlich erreichbar.

Welche Maßnahmen wurden getroffen?
Es gab eine umfassende Information von Leitstelle, Rettungsdiensten und Krankenhäusern. Zugleich ging der Aufbau von Kommunikationsstrukturen zu niedergelassenen Ärzten vonstatten, es gibt eine täg­liche Aktualisierung der Lage im internen Arbeitskreis. Auch die Vorbereitung von Probenentnahme, -transport und -unter­suchung wurde abgeschlossen, ebenso die Vorbereitung einer Hotline für Bürger/Auskunftssuchende. Letzteres kommt dann zum Einsatz, wenn das Anfragevolumen steigt. Außerdem besteht ein enger Kontakt mit beiden Kliniken im Landkreis sowie den hier niedergelassenen Ärzten.

Was passiert, wenn im Landkreis Gotha ein Verdachtsfall auftritt?
Dann erfolgt eine Abklärung über die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nach dem Fließschema des Robert-Koch-Institutes. Es folgt die Abklärung über den Ort und die Durchführung der Diagnostik in Absprache mit den behandelnden Ärzten. Außerdem gibt es bei der Atemwegssymptomatik je nach klinischem Zustand die Entscheidung, ob eine Isolierung des Patieten zuhause oder im Krankenhaus erfolgt. Es gibt im Ergebnis der Diagnostik auch eine Meldung an weiterführende Behörden und die aktive Überwachung von Kontaktpersonen.

Wird die Bevölkerung über besondere Hygiene- und Schutzmaßnahmen informiert?
Um es klar zu sagen: Zur Zeit besteht kein Anlass auf erhöhte Infektionsgefahr für die Bevölkerung des Landkreises Gotha.
Im Moment gehen die internationalen Behörden davon aus, dass eine Weiterverbreitung nur im direkten Kontakt mit einem Erkrankten erfolgen kann. Die aufgetretenen Todesfälle sind überwiegend im Zusammenhang mit schweren Begleiterkrankungen aufgetreten. Entscheidend für die Verdachtsdiagnose ist also der Kontakt zu einem Erkrankten oder der Aufenthalt in einem vom Robert-Koch-Institut benannten Risikogebiet. Einzelerkrankungen durch Reisende sind denkbar, Informationen werden bereits am Ankunftsflughafen ausgegeben. Die Betroffenen sind angehalten, sich bei Krankheitszeichen beim Arzt oder beim Gesundheitsamt zu melden.
Ich möchte in diesem Zusammenhang auch darauf verweisen, dass die größere Gefahr für die Bevölkerung immer noch durch die zurzeit akute Grippe ausgeht. Jährlich gibt es dadurch mehrere tausend Tote in Deutschland.

Welche Hygiene- und Schutzmaßnahmen empfehlen Sie konkret?
Die Empfehlungen zu Hygiene- und Schutzmaßnahmen sind gleich:
Vermeidung Sie Kontakte vor allem mit Erkrankten, denn Tröpfcheninfektionen sind über eine Entfernung von ca. 1,5 bis zwei Metern ansteckend.
Waschen Sie sich häufig die Hände mit Wasser und Seife.
Beachten Sie die Husten- und Nieshygiene, so beim Husten ins Einmaltaschentuch oder die Armbeuge. Verwenden Sie häufig neue Einmaltaschentücher.
Lüften Sie häufig die Räume.

Wie sind die Verantwortlichkeiten bei auftretenden Verdachtsfällen geregelt?
Niedergelassene Ärzte und vor allem die Kliniken widmen sich der Behandlung erkrankter Personen und informieren bei einem bestehenden Verdacht das Gesundheitsamt.
Das Gesundheitsamt kümmert sich dann um den Schutz der Umgebung des potenziell Erkrankten mit dem Ziel, die Weiter­verbreitung des Virus zu verhindern. Das bedeutet beispielsweise Untersuchung und Isolation von Kontaktpersonen.

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3 KOMMENTARE

  1. Hallo liebes Oscar Team,
    Könnt Ihr die Tel. Nr. der „Rufbereitschaft 24 Stunden über 7 Tage “ und die Hotline für Bürger/Auskunftssuchende bitte mal mit angeben?
    Vielen Dank
    MfG.Olaf Blümler

    • Sehr geehrter Herr Blümler,
      diese Rufbereitschaft ist keine Hotline, bei der sich jeder melden kann. Sie bedeutet lediglich, daß das Gesundheitsamt für medizinisches Personal auch außerhalb der Öffnungszeiten jederzeit erreichbar ist, um auf Veränderungen der Lage schnellstmöglich reagieren zu können.

      Eine Hotline wird erst geschaltet, wenn es wirklich zu Corona-Fällen kommen sollte. Diese Nummer wird dann von den zuständigen Stellen bekannt gegeben. Sollten Sie derzeit Fragen zu gesundheitsrelevanten Themen, auch mit Bezug auf Corona haben, kontaktieren Sie bitte unter 116 117 den kassenärztlichen Notdienst.

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