Ein hartes Stück Arbeit und etwas Glück hatten die Blue Volleys Gotha

0
1531
Foto: JeppeSmedNielsen auf Pixabay

Ein hartes Stück Arbeit und etwas Glück

Gegen einen stark spielenden Aufsteiger TV Bühl konnten sich die Blue Volleys Gotha am Ende glücklich mit 3:2 (25;21;-20;-17;13) durchsetzen. Damit ist man weiterhin Tabellendritter in der 2. Bundesliga Süd.

Gleich der 1. Satz zeigte deutlich, dass die Spieler des TV Bühl ihrem Vorhaben, mit mutiger Spielweise es dem vermeintlichen Favoriten möglichst schwer zu machen, Taten folgen ließen. Schon kurz nach dem Anpfiff musste Gothas Trainer Jonas Kronseder beim Stand von 3:5 die erste Auszeit nehmen. Die Bühler brachten ihre Stärken beim Aufschlag sofort zur Geltung und zeigten im gesamten Spiel eine exzellente Feldverteidigung.
Die Blue Volleys hatten entsprechend Mühe ihre Angriffe im Bühler Feld unterzubringen. Im Ergebnis führten die Gäste bis in die Crunchtime hinein meist mit ein paar Punkten.
Erst in der Schlussphase wurden die Aktionen der Hausherren zwingender. Hauptangreifer Erik Niederlücke und Kapitän Robert Werner sorgten nach einem 20:22 Rückstand dann für entscheidende Punkte und für Satzbälle. Nachdem die Badener in der Folge zwei davon abwehren konnten, sorgte wenig später ein Block von Justus Krauße für die Entscheidung zum 27:25.

Mit dem Satzgewinn im Rücken wirkten die Blue Volleys im 2. Abschnitt dann etwas druckvoller. Weiterhin spielte der 18-jährige Krauße für Harrison McBean, der geschont werden sollte, auf der Mittelblockerposition. Die Gothaer erhöhten den Aufschlagdruck und waren jetzt auch im Angriff wirkungsvoller. 8:5 stand es bei der 1. Technischen Auszeit. Zwischenzeitlich war auch Len Spankowski für Dominik Ducháčauf Außen /Annahme gekommen. Den anfänglichen Vorsprung bauten die Gastgeber schrittweise aus und holten sich auch 2. Satz, diesmal mit 25:21.

Nicht wenige Zuschauer in der Halle glaubten nun, dass nach der 2:0 Führung die Blue Volleys das Spiel sicher nach Hause bringen würden. Doch es kam anders.
Die Gäste stabilisierten sich wieder in der Annahme und wurden zusehend gefährlicher.
Bei den Gothaern nahm Kronseder weitere Veränderungen in der Aufstellung vor. Ducháč wechselte auf die Diagonale und Spankowski blieb auf Außen. Bis zu Satzmitte hin verlief die Partie jetzt völlig ausgeglichen. Aber Bühl verteidigte viele Gothaer Angriffe gut weg, stand jetzt besser im Block und war insbesondere durch Diagonalangreifer Alexander Duncan-Thibeault im Angriff immer gefährlich. So hatte der TV mit 25:20 folgerichtig auch das bessere Ende für sich.

Den folgenden Satz begannen die Blue Volleys mit einem Fehlstart, lagen schnell mit 0:4 und 1:7 zurück.
Man merkte dem Team zunehmend eine gewisse mentale und auch körperliche Müdigkeit an. Angesichts der Belastungen in den letzten Wochen durchaus verständlich. Man darf nicht vergessen, dass außer McBean alle Gothaer Spieler neben viermaligem Training und Wettkampfbetrieb einer normalen Arbeit nachgehen, studieren oder sogar noch zur Schule gehen.
Es lief jetzt wenig zusammen bei den Gastgebern, wo inzwischen McBean für Krauße gekommen war. Anders bei den Gästen, die befreit und mutig spielten. Kronseder schickte jetzt auch wieder Niederlücke in die Partie. Für ihn machte Spankowski die Außenposition frei. Aber weiterhin hatte man wenig Zugriff im Block und konnte eigene Angriffe zu selten tot machen.
Eine fulminante Aufschlagserie des Bühler Außenangreifers Aaron Neumann vom 8:10 zum 8:15 besiegelte dann das Schicksal der Blue Volleys in diesem Satz. Deutlich mit 17:25 ging auch dieser Abschnitt verloren.

Zum zweiten Mal in dieser Saison mussten die Gothaer damit in den Tie Break.
Der verlief über die gesamte Dauer nahezu ausgeglichen. Kleine Führungen der Hausherren glichen die Gäste regelmäßig aus.

Sehr umstritten dann aber das Ende. Erst sorgte eine vermeintliche Blockberührung der Gothaer für Aufregung.
Dann hatten die Blue Volleys beim Stand von 14:12 zwei Matchbälle. Den ersten wehrten die Bühler mit einem erfolgreichen Angriff von Duncan-Thibeault noch ab. Dann landete der folgende Angriff von Niederlücke im Block der Bühler und ging von dort, wie die Livestreambilder zeigten, ins Feld. Doch der 2. Schiedsrichter gab den Ball aus, was zu wütenden Protesten auf Bühler Seite führte. Die gute Schiedsrichterin Marien Albrecht gab als Konzessionsentscheidung Nullball und es blieb beim 14:13 statt Ausgleich 14:14.
Der danach wiederholte Aufschlag des TV landete dann aber im Netz und Gotha hatte den Tie Break mit 15:13 gewonnen. Das Ganze begleitet von Roten und Gelb-Roten Karten für zwei Bühler Spieler. Die Emotionen auf Seiten der Gäste waren sicherlich verständlich.
Der im Protokoll vermerkte Protest scheint aber überzogen und wohl auch ohne Hoffnung auf Erfolg.
Solche Schiedsrichterentscheidungen gab und gibt es immer wieder im Volleyball, auch weil in der 2. Bundesliga keine Linienrichter im Einsatz sind.

In all den Diskussionen nach Spielende ging die Wahl der MVP`s dann etwas unter. Ausgezeichnet wurden Gothas Zuspieler Hannes Krochmann und Gästelibero Arshia Feizollahi.

Für die Gothaer, die weiterhin Tabellendritter bleiben, gilt es nun zu regenerieren und sich dann intensiv auf die kommenden schweren Spiele vorzubereiten. Nächster Gegner ist am kommenden Sonnabend, erneut in der Gothaer Ernestiner SH, der Tabellenzweite SV Schwaig.

Blue Volley Gotha mit: Ducháč, Gorski, Krauße, Krochmann, McBean, Niederlücke, Spankowski, Stückrad M., Werner Ro., Werner Ri., Stückrad F.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT