Internationale Elfenbeinexperten begutachten Kunstkammer-Objekte

0
694

23 nationale und internationale Elfenbeinspezialisten – u.a. aus dem Victoria and Albert Museum in London, dem Metropolitan Museum of Art in New York und dem Kunsthistorischen Museum Wien – trafen sich Anfang der Woche zur diesjährigen Elfenbein-Tagung in Gotha, wo sie zunächst von Stiftungsdirektor Prof. Dr. Martin Eberle und der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Ute Däberitz durch Schloss Friedenstein sowie das Herzogliche Museum Gotha geführt worden. Auch der Wiesbadener Kunstmäzen Reiner Winkler gehörte der Expertenrunde an.

Dabei betreute die Kunstkammer-Spezialistin Ute Däberitz das internationale Fachpublikum auch in einer gut zweistündigen „handling session“ im prunkvollen Festsaal: Ausgewählte Spitzenobjekte aus der wertvollen Sammlung wurden auf Tischen präsentiert, um von den Fachhänden genau unter die Lupe genommen zu werden. Am Ende von ausgesprochen fruchtbaren Diskussionen standen neue Erkenntnisse zu verschiedenen Objekten und Künstlern. Die begeisterten Forscherinnen und Forscher, zum großen Teil zum ersten Mal in Gotha, nahmen ihrerseits viele neue Eindrücke mit, die den zukünftigen Austausch weiter befördern dürften.

Neben dem meisterhaften Reiterstandbild Augusts des Starken und filigran gedrechselten Pokalen erregte vor allem die Deckelbekrönung des legendären Elfenbeinhumpens mir der Darstellung der Verehrung des goldenen Kalbs das Interesse der Gäste. Nach der Entwendung des Humpens unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges wurde dieser vor etwa einem halben Jahr öffentlich versteigert. Die Stiftung Schloss Friedenstein Gotha versucht derzeit, mithilfe von Kunststiftungen, dem Freistaat Thüringen und privaten Spenden dieses einmalige Objekt wieder zurückzuerwerben, um es – zurück an seinem historischen Ort – der Öffentlichkeit wieder zugänglich machen zu können.

(Beitragsbild: Jørgen Hein (Schloss Rosenborg Kopenhagen) nahm die Reiterstatuette Augusts des Starken unter die Lupe. Auch dieses Stück war 1945 in Gotha gestohlen worden und konnte 2001 dank zahlreicher Förderer aus Privatbesitz zurückerworben werden. © Stiftung Schloss Friedenstein Gotha)

MSB Kommunikation

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT