Förster führt nicht hinter, sondern zur (Weihnachts-)Fichte

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Foto: Dr. Horst Sproßmann

Gotha (red/hs, 10. Dezember) Er gehört zu Weihnachten wie Lebkuchen, Kerzenlicht und Wildessen: der Weihnachtsbaum. Aber welche Baumart wählen, wo das schöne Stück bis zum Fest zwischenlagern? Wohin damit im geschmückten Zimmer? Wie die verharzten Hände schnell und trotzdem pfleglich reinigen? Die Grünröcke vom ThüringenForst geben wichtige Tipps rund um den Weihnachtsbaum.

Wichtigste Entscheidung: Die richtige Baumart
Von den etwa eine Million jährlich in Thüringen verkauften Weihnachtsbäumen sind rund 80 % Nordmanntannen. Deren saftig grüne Nadeln sind weich und damit „gut“ für zarte Kinderhände – ein Tipp für junge Familien.
Die Nobilistanne hat silbrig-blaue Nadeln, die – ähnlich wie die Douglasie – wunderbar nach Orange duften – ein Tipp für verwöhnte Nasen.
Die Blautanne überzeugt mit einem schönen Wuchs, verliert aber leider früh die spitzen Nadeln.
Wer wenig Weihnachtsbaumschmuck verwenden will, dem sei die heimische Kiefer empfohlen: Sie ist nur locker beastet, durch ihren hohen Harzanteil aber leider brandgefährlich!
Die ebenfalls heimische Fichte ist der preisgünstigste und ökologisch unbedenklichste Baum.

Wer ans Klima denkt, kauft natürlich direkt beim Förster
„Wer seinen Weihnachtsbaum selbst im Wald schlagen will, bekommt mit der heimischen Fichte auch den frischesten Baum überhaupt“, empfiehlt Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Die meisten der 24 Thüringer Forstämter bieten bis kurz vor dem Fest entsprechende Events im Wald – ein toller Spaß für die ganze Familie:

Förster Dirk Dubetz (0172 3480150) vom Thüringer Forstamt Finsterbergen lädt dazu ein:
14. bis 16. Dezember, 13 Uhr bis 16 Uhr
17. Dezember, 10 Uhr bis 15 Uhr
Treff ist am Abzweig der B88 von Georgenthal nach Tambach-Dietharz, vom Parkplatz „Teiler“ der Ausschilderung folgen.
Hier gibt es ausschließlich Fichten. Stiefel, Handschuhe und Säge nicht vergessen! Und: Die CO2-Bilanz dieser Bäume ist durch die damit verbundenen kurzen Wege sehr günstig.

Jeder Weihnachtsbaum braucht etwas Zuwendung
Am besten lagert man den vom Transportnetz befreiten Baum (Netz immer von unten nach oben aufschneiden) bis kurz vor dem Fest an einem dunklen, kühlen Ort, vorzugsweise ein Kellerraum oder die Garage bei etwa 10° Grad in einem wassergefüllten Eimer. Bevor das gute Stück ins Zimmer kommt, sollte man am Stammanlauf eine zwei Zentimeter starke Scheibe absägen, um eine frische Schnittstelle zu schaffen. Ein Standort möglichst weit weg von der Heizung und regelmäßiges Gießen hilft gegen Austrocknung und verlängert das grüne Leben des Baumes. Schließlich benötigt er rund ½ Liter Wasser am Tag.

Ist klebriges Baumharz an Kinderhänden gefährlich? Nein, Bäume sind Naturprodukte…
Harz ist ein natürlicher Bestandteil des Nadelbaumes, wie seine Rinde oder seine Nadeln. Verharzte Hände kann man leicht mit Baby- oder anderen Pflegeölen sanft von der empfindlichen (Kinder)Haut entfernen. Wer Wachskerzen schmückt und anzündet, der hält am besten immer einen großen Wassereimer oder einen Feuerlöscher bereit und sollte den Baum nie (!) unbeaufsichtigt lassen – schon gar nicht, wenn Kleinkinder im Raum sind. Sicherer und besser sind aber LED-Beleuchtungen o. ä. Nach dem Weihnachtsfest kann der vom Schmuck befreite Baum durch Kompostierung oder Verbrennen entsorgt werden. Oder sie warten, bis der Baum komplett entnadelt ist und schneiden sich aus den Ästen natürliches Bastelmaterial für lustige Winterstunden mit den Kleinen.

Wer aus Klimaschutzgründen keinen Baum gefällt haben will, der kann beruhigt werden. Viele Weihnachtsbäume aus dem Angebot der Forstämter fallen bei der Dickungs- und Jungbestandspflege an. Ihre Entnahme sorgt dafür, dass die verbleibenden Bäume an Vitalität gewinnen.

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