Schenkung: Porträt von Herzog Johann von Sachsen-Weimar ist Teil der Friedenstein-Sammlungen

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Porträt Herzogs Johann von Sachsen-Weimar. Foto: Dr. Wolfgang Steguweit

Gotha (red, 14. September). Der Numismatiker und ehemalige Leiter des Münzkabinetts Dr. Wolfgang Steguweit hat der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha eine Schenkung überreicht. Damit fand ein kleinformatiges Bildnis von Herzog Johann von Sachsen-Weimar (1570 – 1605), dem Vater des Schlosserbauers Ernst dem Frommen, Eingang in die Friedensteinschen Sammlungen.

Steguweits Nachfolgerin Uta Wallenstein nahm das Werk im Beisein von Oberbürgermeister Knut Kreuch in Empfang und übermittelte stellvertretend für den Stiftungsdirektor Dr. Tobias Pfeifer-Helke herzliche Dankesgrüße und die Freude der Stiftung über die großzügige Schenkung.

„Wir geben das Kleinod dorthin, wo es hingehört, in die von Ernst dem Frommen begründeten und teilweise aus Weimarer Familienbesitz mitgeführten Kunstsammlungen auf Schloss Friedenstein“, sagt Steguweit, dem der Dresdner Plakatkünstler und Kunstsammler Willy Petzold (1885–1978) das Gemälde einst vermacht hatte.

Im Rahmen der Veranstaltung des Gothaer Kulturforums „Die Loge“ im Historischen Rathaus hielt Steguweit einen Vortrag über die Herzog Johann gewidmeten Bildwerke und stellte das kleine, Öl auf Holz gemalte Bildnis vor.

Die kleine Holztafel (20,2 x 15,3 cm) zeigt den im mittleren Alter wiedergegebenen Herzog Johann im Dreiviertelprofil hinter einer grünen Brüstung und vor einfarbig grauem Hintergrund. Das Porträt wurde Anfang des 17. Jahrhunderts von einem unbekannten (mitteldeutschen?) Maler angefertigt.

Von Herzog Johann existieren in den Kunstsammlungen von Weimar und Gotha verschiedene Bildnissen unterschiedlichen Alters, vom kleinen Konterfei bis hin zu großformatigen Ganzfiguren-Darstellungen. Bei dem nun überreichten Gemälde handelt es sich um ein möglicherweise posthum zur Erinnerung entstandenes Abbild. Ein Geburts- oder Todestag des Fürsten könnte ein konkreter Anlass für die Entstehung des Gemäldes gewesen sein.

Nach dem Tod seines älteren Bruders Friedrich Wilhelm (1603) fiel Herzog Johann zunächst das gesamte Herzogtum Sachsen-Weimar an. Er musste jedoch einer Landesteilung für die Söhne seines Bruders zustimmen. Ihnen wurde der Landesteil Altenburg als eigenständiges Herzogtum zugewiesen.

Wenn auch der politische Einfluss Herzog Johanns in der Geschichte wenig Spuren hinterließ, so sind er und seine Gemahlin dennoch für den genealogischen Fortbestand des Hauses Sachsen-Weimar von herausragender Bedeutung. Sie sind Stammeltern aller späteren Linien des ernestinischen Hauses und Urahnen einiger noch heute bestehender europäischer Königshäuser.

 

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