Klimawandel: Bereitschaft zu Verhaltensänderungen 

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Gotha (red/infratest dimap, 20. November). Ein sichtbarer Teil der Deutschen stellt angesichts des Klimawandels Änderungen im eigenen Lebensstil in Aussicht. Bei jedem Sechsten (16 %) kommt ein geringerer Fleischkonsum oder auch vollständiger Fleischverzicht aus Klimaerwägungen in die nähere Betrachtung („auf jeden Fall“), weitere 33 % wollen dies für sich jedenfalls nicht ausschließen („eher ja“).

41 % stehen einer derartigen Anpassung des eigenen Essverhaltens ablehnend gegenüber. Für sie kommt ein geringerer Fleischkonsum oder vollständiger Fleischverzicht aus Klimaschutzgründen eher nicht (23 %) oder auf keinen Fall (18 %) in Betracht.

Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Studie von infratest Dimap für die SWR-Sendung
„Report aus Mainz“,

Bereitschaft zu Anpassungen in der eigenen Ernährung signalisierten insbesondere formal höher Gebildete. Auch seien Frauen eher als Männer zu entsprechenden Änderungen bereit. Knapp jeder zehnte Deutsche gebe an, sich bereits vegetarisch oder vegan zu ernähren, darunter überdurchschnittlich viele Jüngere.

Änderungen in der Pkw-Nutzung seien angesichts des Klimawandels für etwa jeden dritten Deutschen (35 %) denkbar. Aus Klimaschutzgründen auf das eigene Auto zu verzichten oder zumindest seltener Auto zu fahren, sei dabei eine Option, die 12 % ernsthaft in Erwägung ziehen („auf jeden Fall“) und 23 % sich zumindest vorstellen könnten („eher ja“).

Für 44 % stehe dies dagegen außerhalb der Betrachtung. Änderungen im individuellen Mobilitätsverhalten kämen für sie eher nicht (24 %) bzw. auf gar keinen Fall (20 %) in Frage. Etwa jeder fünfte Befragte gab an, kein Auto zu haben bzw. nur selten zu fahren.
Am größten wäre die Bereitschaft zum Autoverzicht in Deutschland dort, wo – nicht zuletzt aufgrund eines ausgebauten öffentlichen Nahverkehrs – bereits heute viele kaum oder gar nicht Auto fahren, nämlich in den Großstädten.

Grüne und AfD in Klimaschutzfragen am weitesten auseinander
Sowohl in der Bereitschaft zu Veränderungen in der eigenen Ernährung wie auch der individuellen Autonutzung würden die Grünen-Anhänger auf der einen und die der AfD auf der anderen Seite konträr gegenüber stehen. Von den verschiedenen Wählermilieus zeigten sich Grüne gegenüber Lebensstil-Anpassungen insgesamt am offensten, AfD-Wähler wiederum lehnten sie am vehementesten ab.
Darüber hinaus stünden sich beide Wählerschaften auch in der Einführung einer CO2-Steuer oder des Übergangs zu einem wachstumsärmeren Wirtschaftsmodell diametral gegenüber, wobei entsprechende Vorschläge und Überlegungen nicht nur von den AfD-Anhängern, sondern ebenso in den Reihen von Union und FDP auf Ablehnung stoßen.

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