NABU: Thüringen muss mit seiner Waldpolitik umsteuern

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Foto: ThüringenForst

Jena/Gotha (red, 17. September). Wälder in Deutschland und Thüringen leiden massiv unter Hitze und fehlenden Niederschlägen der vergangenen drei Jahre. Wie Wälder gegen die Auswirkungen des Klimawandels stark gemacht werden können, zeigt die Studie „Wasserhaushalt und Forstwirtschaft“, die der NABU jetzt vorgelegt hat.

„Mit der bevorstehenden Änderung des Thüringer Waldgesetzes und der Änderung des Thüringer Gesetzes über die Errichtung der Anstalt öffentlichen Rechts „ThüringenForst“ muss das Land seine Verantwortung wahrnehmen, die Gemeinwohlfunktionen des öffentlichen Waldes über den Holzgewinn zu stellen. Waldrettung hat Vorrang!“, sagt Dirk Hofmann, der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU Thüringen.

Der Naturschützer fordert unter anderem den Verzicht auf flächigen Nadelholzanbau außerhalb der natürlichen Nadelwaldverbreitung, insbesondere in allen Regionen mit weniger als 700 Millimeter Jahresniederschlag. Zudem muss es einen zügigen Waldumbau von Nadelholzforsten in Laubwälder geben. „Besonders dringlich ist dies in niederschlagsarmen, sommerwarmen Regionen. Naturverjüngung von Laubbaumarten wie Eiche, Hainbuche, Ahornarten und Buche ist zuzulassen und zu fördern. Dies gilt auch für Pionierbaumarten wie Birke, Zitterpappel, Weide, Eberesche auf Umbau- und Kalamitätsflächen“, empfiehlt Dirk Hofmann.

Wichtig sind dem NABU Thüringen aber auch die Reduzierung forstlicher Eingriffe vor allem in dürregeschädigten Buchenwälder, sowie die Erhaltung einer möglichst geschlossenen Bestandsstruktur von Bäumen und das Belassen von starkem Totholz im Wald.

Wälder sind enorm wichtig für die Bildung von Niederschlag, für die Temperaturregulierung und Speicherung von Wasser. Die Studie des Öko-Instituts zeigt, wie wichtig die Förderung naturnaher Baumbestände ist, um Wasser im Wald zu halten. Wälder sollten aus heimischen Laubbaumarten bestehen und über ein möglichst dichtes Kronendach verfügen. So wird die Sonneneinstrahlung reduziert und die so wichtige Wasserspeicherung gefördert. Darüber hinaus muss der Waldboden geschützt und die Humusbildung unterstützt werden.

„Ein erster Weg kann im Freistaat die Zertifizierung von ThüringenForst nach FSC-Kriterien oder Naturland-Kriterien sein. Diese Waldzertifizierungen sind Instrumente, um wichtige Nachhaltigkeitsstandards bei der Waldbewirtschaftung zu garantieren. Enge Rückegassenabstände mit stark verdichteten Böden, Monokulturen und nichteinheimische Baumarten dürfen im Wald nichts mehr zu suchen haben“, fordert der stellvertretende Vorsitzende des NABU Thüringen und Waldexperte. Gefährlich für den Waldboden und das Waldklima sind unter anderem zu schwere Maschinen und der ausufernde Wegebau. Dies muss sich in Zukunft ändern.

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