Sechs Jahrzehnte Schüleraustausch für eine friedlichere Welt

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Mehr als 60.000 Austauschschüler und Familien individuell betreut • Schüleraustausch beliebt wie nie • Trend hin zu kürzeren Programmen • Kanada-Boom • Veränderungen derinterkulturellen Arbeit durch die Pandemie • Dr. Wolfgang Schäuble gratuliert zum langjährigen Einsatz für Völkerverständigung und Toleranz

Gotha (red, 5. Dezember). „Es ist Unsinn, Türen zuzuschlagen, wenn man sie angelehnt lassen kann.“ Diese Haltung vertrat der amerikanische Senator William J. Fulbright, der sich zeitlebens für Völkerverständigung eingesetzt hat. Die Tür einen Spaltbreit offenzulassen, war nach der traumatischen Erfahrung des Zweiten Weltkrieges Kerngedanke des Stipendienprogramms für Austauschstudenten, das der Senator 1952 ins Leben rief.

Die Tür in Richtung Deutschland ganz aufzustoßen war zentrale Motivation ehemaliger Fulbright-Stipendiaten, die den Verein 1961 zunächst unter dem Namen Fulbright-Gesellschaft gründeten. Zuerst vor allem im deutsch-amerikanischen Schüleraustausch aktiv, erfolgte 1993 die Umbenennung in Partnership International e. V., da nun auch Austauschprogramme in weitere Länder aufgebaut wurden.

So führt der in Köln ansässige Verein seit 1989 auch Schüleraustausch nach England durch. Irland ist seit 1990 im Programm.

Heute zählt der Verein mit über 700 ehrenamtlichen Mitgliedern zu den erfahrensten Austauschorganisationen in Deutschland. Selbst im ersten Pandemie-Jahr 2020 gelang es trotz herausfordernder Umstände, über 80 Teilnehmende sicher in den Schüleraustausch zu begleiten. Anlässlich seines 60-jährigen Jubiläums wirft der Verein einen Blick auf die Branchentrends der vergangenen Jahre.

Da sich kürzere Austauschprogramme einfacher in die Schullaufbahn integrieren ließen, gehe die aktuelle Entwicklung neben dem weiterhin beliebten Schuljahresprogramm hin zu Programmlängen wie einem Halbjahr oder Trimester, so Jasmin Friedel, Vorstandsvorsitzende des Vereins. Ungebrochen sei das Interesse am englischsprachigen Ausland, allen voran den USA, wobei sich in jüngster Zeit in der gesamten Branche ein regelrechter Kanada-Boom abzeichne, so Friedel. Die wachsende Nachfrage zu der Alternative in Nordamerika steige auch bei Partnership International jährlich an.

Der aktuellen Studie des Bildungsberatungsdienstes Weltweiser zufolge ist eine langjährige Stagnation der Teilnehmendenzahlen im Schüleraustausch mit dem vor-pandemischen Schuljahr 2018/19 endlich vorbei.

Das Interesse an Schüleraustausch stieg laut Studie erstmals seit acht Jahren wieder. Bei Partnership International steigt das Interesse, mit dem Verein ins Ausland zu gehen, dagegen schon seit einigen Jahren beständig.

Gemessen an der Zahl von bis zu 250 entsendeten Austauschschülern im Langzeitprogramm pro Jahr liegt der Verein im Mittelfeld deutscher Austauschorganisationen.

Seit seiner Gründung hat der Verein über 60.000 Schüler und Gastfamilien im In- und Ausland während ihrer Langzeitprogramme (drei bis zehn Monate) oder ihrer Kurzzeitaufenthalte (zwei bis sechs Wochen)betreut. Dabei profitiere Partnership International besonders von seiner Spezialisierung auf das englischsprachige Ausland und der sehr persönlichen Betreuung der Teilnehmenden, so die Vorstandsvorsitzende.

“Wir sind stolz darauf, seit 28 Jahren unserer Vereinsgeschichte mit der Durchführung des Parlamentarischen Patenschafts-Programms – kurz PPP – beauftragt zu sein“, freut sich Friedel. Das PPP ist ein gemeinschaftliches Programm für Schüler, das 1983 vom Deutschen Bundestag und dem US-Kongress ins Leben gerufen wurde. Jährlich wird ein Vollstipendium pro Wahlkreis für ein Austauschjahr in den USA vergeben. Zeitgleich sind US-amerikanische Schüler zu Gast in Deutschland. Herr Dr. Wolfgang Schäuble gratuliert Partnership International zum 60-jährigen Bestehen. Mehr als die Glückwünsche sei es dem langjährigen Patenabgeordneten wichtig, sich für die „verdienstvolle Arbeit zu bedanken“, die der Verein in seinen 60 Jahren geleistet habe.

„Der wissenschaftliche, kulturelle und politische Austausch ist für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes und die Zusammenarbeit in dieser globalisierten Welt von ungeheurer Bedeutung!“. Die durch Austauschorganisationen geleistete interkulturelle Arbeit sei unerlässlich „und deshalb verbinde ich mit meinem Glückwunsch die besten Wünsche für ein weiteres, erfolgreiches Wirken für eine friedlichere Welt“, so Schäuble.

Als gemeinnütziger Verein erwirtschaftet Partnership International keine Gewinne. Etwaige Überschüsse werden vollständig für Stipendien genutzt, um möglichst vielen jungen Menschen eine Austauscherfahrung zu ermöglichen.

Über Partnership International e. V.
Partnership International e. V. ist ein gemeinnütziger Verein für internationale Begegnungen. Die Organisation wurde 1961 gegründet, begleitet deutsche Austauschschüler ins englischsprachige Ausland und heißt internationale Gastschüler in Deutschland willkommen.

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