Thüringen: Unter Lehrern immer mehr Quereinsteiger

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Unter den Lehrern und Lehrerinnen sind immer mehr Seiteneinsteiger. Foto: Max Fischer/Pexels

Erfurt/Gotha (red, 21. Februar). Zwischen 24. August 2020 und dem 19. Februar 2021 wurden in den fünf Staatlichen Schulämtern 469 unbefristete Einstellungen von Lehrerinnen und Lehrern vollzogen.
Bei 105 davon handelt es sich um Seiteneinsteiger.
Damit erhöht sich der Anteil der Seiteneinsteigenden unter den Neueinstellungen von 15,8 % auf rund 22 %.
Nicht eingerechnet sind zahlreiche befristete Einstellungen sowie bereits namentlich untersetzte, das heißt, unmittelbar bevorstehende, aber noch nicht vollzogene Neueinstellungen.

Dazu Bildungsminister Helmut Holter: „Es ist unseren Mitarbeitenden der Staatlichen Schulämter gelungen, trotz schwierigster Umstände und großer zusätzlicher Herausforderungen im Schulbereich, die Einstellungen auf hohem Niveau fortzuführen. Dafür gilt Ihnen mein Respekt und mein außerordentlicher Dank. Ich verbuche das auch als Erfolg unserer Lehrergewinnungskampagne, die seit zwei Jahren so aktiv wie nie um Nachwuchs-Lehrkräfte wirbt: Und zwar auf allen Kanälen: digital wie analog, regional und überregional, bei Schülerinnen und Schülern genau wie bei potentiellen Seiteneinsteigerinnen und Seiteneinsteigern und Lehramtsanwärterinnen und -anwärtern, die vielleicht noch unschlüssig sind, ob sie in Thüringen den Schuldienst antreten möchten.“

Die Zahlen im Einzelnen:

Hintergrund:

Seit dem Haushaltsjahr 2018 können alle durch das Ausscheiden von Beschäftigten aus dem aktiven Dienst frei werdenden Stellen wieder besetzt werden. 2019 kamen erstmalig weitere 287 Stellen hinzu, die durch die Verschiebung der Abbauverpflichtung in 2019 ebenfalls durch Neueinstellung zu besetzen waren. Auch die ursprünglich für 2020 geplante Abbauverpflichtung wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, so dass auch 2020 massiv eingestellt werden konnte.

Insgesamt bedeutet das mehr als eine Verdopplung der realisierten und zu realisierenden Neueinstellungen von landesweit ca. 500 im Kalenderjahr 2017 auf bis zu 1.200 jährlich seit 2019. Durch Eintritte in den Ruhestand und steigende Schülerzahlen ergibt sich in den kommenden Jahren ein anhaltend hoher Nachbesetzungsbedarf. Laut KMK-Prognose* muss für übergreifende Lehrämter des Primarbereichs und aller oder einzelner Schularten des Sekundarbereichs I in Deutschland mit einer recht knappen Bewerberlage gerechnet werden. Jährlich bleiben durchschnittlich 140 Stellen unbesetzt.
Die komplette Pressemitteilung.

*Lehrereinstellungsbedarf und -angebot in der Bundesrepublik Deutschland 2019 – 2030 – Zusammengefasste Modellrechnungen der Länder, S. 17

 

 

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