Drei große Meister der Wiener Klassik

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Unter der Leitung von Chefdirigent Michel Tilkin spielt die Thüringen Philharmonie Gotha am kommenden Donnerstag, 4. Februar 2016, ausschließlich Werke der drei großen Meister der Wiener Klassik: Josef Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

Als Wiener Klassik bezeichnet man allgemein die musikalische Epoche zwischen 1780 und 1830. Was den Musikstil dieser Zeit prägte, zum Beispiel kompositorische Grundformen oder Ensemblebesetzungen, wurde zur Grundlage für alle späteren Entwicklungen im Orchester- und Konzertwesen.

Heute gehören zum Programmablauf eines Konzerts in der Regel eine (Opern-)Ouvertüre, ein Solo-Konzert und eine Sinfonie. Alle drei Gattungen erhielten in der Wiener Klassik, also vor mehr als zweihundert Jahren, ihr Grundgerüst. Welchen Klang Haydn, Mozart und Beethoven diesen Formen mit Ihrer Kunstfertigkeit verliehen, will die Thüringen Philharmonie Gotha an insgesamt drei Konzertabenden unter dem Motto „Wiener Klassik in Gotha“ nachspüren.

Auftakt dazu ist das Konzert am kommenden Donnerstagabend. Die einleitende Ouvertüre stammt aus Haydns Oper „Die Welt auf dem Mond“, die der Komponist später, leicht verändert, als ersten Satz seiner Sinfonie Nr. 63 „La Roxolane“ voranstellte. In beiden Werken dient sie als feierliche Einstimmung auf Kommendes und eignet sich damit bestens als Eröffnungswerk.

Im Anschluss erklingt Beethovens zweites Klavierkonzert B-Dur. Parallel zum ersten Klavierkonzert C-Dur entstanden, präsentiert es den frühen Stil des Meisters, der zwar von Haydn und Mozart inspiriert ist, aber durchaus schon auf Künftiges hinweist. Das frische, virtuose Werk wird von dem aus Kasachstan stammenden Pianisten Amir Tebenikhin dargeboten, der sich bereits auf internationalen Podien einen Namen gemacht hat.

Im zweiten Teil wird Mozarts berühmte „Prager Sinfonie“ zu hören sein. Während Beethovens Klavierkonzerte aus der Euphorie seiner Erfolge als Neuankömmling in Wien geboren erscheinen, befand sich Mozarts Stern in der Donaumetropole im Sinken. In Prag dagegen feierte man ihn enthusiastisch. Besonders der „Figaro“ schlug ein. Nur wenige Jahre vor seinem Tod komponiert, ist die Sinfonie Nr. 38 eine Liebeserklärung an jene Stadt, die ihn zu würdigen wusste. In ihrer Dramatik nimmt Mozart einiges seiner späteren Opern „Don Giovanni“ und „Zauberflöte“ vorweg, im Finalsatz greift das Hauptthema ein flottes Duett aus dem „Figaro“ auf. Schnell eroberte sich die Sinfonie die Herzen des Prager Publikums.

Vor dem Konzert findet um 19.30 Uhr eine Programmeinführung durch den Dirigenten Michel Tilkin statt. Konzertbeginn im Gothaer Kulturhaus ist um 20 Uhr. Karten (zu 15 € /10 € ermäßigt) sind erhältlich in der Tourist-Information Gotha und an allen Vorverkaufsstellen mit Anschluss an den Ticket Shop Thüringen (Tickethotline: 0 36 21- 35 42 22). Weitere Konzerttermine der Reihe sind der 21. April und der 2. Juni 2016.