Grabmal des Astronomen Peter Andreas Hansen saniert

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Durch die finanzielle Unterstützung der Planungsgruppe 91 ist es gelungen, das historische Grabmal von Peter Andreas Hansen auf dem Gothaer Hauptfriedhof zu sanieren. Der pyramidenförmige Grabstein wurde durch den Steinmetz Frank Ehmig gereinigt, die defekten und offenen Fugen wurden abgearbeitet und neu verfugt. Fehlstellen am Grabmal wurden fachgerecht verschlossen und Retuschen durchgeführt. Die Arbeiten wurden Ende Mai 2016 ausgeführt. Die Kosten für die Steinmetzarbeiten betrugen ca. 850 €.

 

Die Planungsgruppe 91, die für die Kosten aufkam, hat einen besonderen Bezug zu Peter Andreas Hansen. „Nun, wir haben die Neue Herzogliche Sternwarte saniert, in welcher Peter Andreas Hansen wirkte und einen astronomiegeschichtlich bedeutenden Teil seines Lebens verbrachte. Sein Geist erfüllt diese Räume noch immer und da liegt es nahe, dass auch das Grabmal in Erinnerung an diesen fast 50 Jahre in Gotha wirkenden Astronomen – übrigens auch schon ein großer Europäer – eine angemessene Würdigung erfährt“, erläuterte Jutta Schlier im Rahmen der heutigen Pressekonferenz in der Friedhofsverwaltung das Engagement ihres Unternehmens. Darüber hinaus betonte sie „Nicht zuletzt ist es unser Anliegen, die Schönheit und Würde des Gothaer Hauptfriedhofs in den Fokus zu rücken und einen respektvolleren Umgang vor allem derer, die dort Grabstätten anlegen lassen, mit diesem Gartendenkmal einzufordern“.

 

Mit der Restaurierung des Grabmals von Peter Andreas Hansen wird zugleich auch an die historische Bedeutung Gothas als eine Stadt der Astronomie erinnert. Namhafte Persönlichkeiten prägten hier die astronomische Forschungsarbeit. Nach der Berufung von Johann Franz Encke 1825 zum Direktor der Berliner Sternwarte wurde die Leitung der Gothaer Seebergsternwarte vakant. Von seinem Altonaer Vorgesetzten und weiteren Wissenschaftlern wie Carl-Friedrich Gauß empfohlen, wurde Peter Andreas Hansen in Gotha Enckes Nachfolger. Er befasste sich drei Jahrzehnte lang u.a. mit der Bestimmung der Mondbewegung und veröffentlichte im Auftrag der englischen Regierung 1838 das Buch „Die Störungstheorie. Störungen der Mondbahn“, das seinen Ruf als größer Himmelsmechaniker seiner Zeit festigte. Ab 1839 wohnte Hansen zwanzig Jahre lang in einem Gartengelände in Siebleben. Das Haus richtete er als Interimssternwarte ein, die Seebergsternwarte wurde nur noch von Aufsehern bewohnt und verfiel zusehens. Auf dem Gelände der alten Hofschmiede in der Jägerstraße wurde, auch auf Anregung von Alexander von Humboldt, bis 1858 schließlich eine neue Herzogliche Sternwarte gebaut, um den damaligen Bedürfnissen der Wissenschaft besser entsprechen zu können. Hier arbeitete Hansen bis zu seinem Tode am 28. März 1874.

 

Das Grab Hansens stand einst auf dem Gothaer Friedhof IV, dem heutigen Gelände der Baufachschule. Nach dessen Beräumung wurde der Grabstein auf den Hauptfriedhof verbracht, wo er neben dem Gebäude der Friedhofsverwaltung, auf dem Grabfeld der exponierten Grabmale, entlang dem Hauptweg, aufgestellt ist.

 

In Gotha wird Peter Andreas Hansen in Form einer Straßenbenennung (Hansenstraße) gewürdigt, darüber hinaus trägt die Grundschule „Peter Andreas Hansen“ in der Wilhelm-Bock-Straße seinen Namen.

 

Oberbürgermeister Knut Kreuch dankte der Planungsgruppe 91 für das Engagement für die Sanierung des Grabmals, mit dem die Bedeutung Gothas hinsichtlich der Entdeckung des Weltalls und dessen physikalischer Gesetzmäßigkeiten ins Gedächtnis gerufen wird.

 

 

(Auf dem Beitragsbild sind Oberbürgermeister Knut Kreuch, Jutta Schlier und Peter Westermajer am sanierten Grabmal des Astronomen Peter Andreas Hansen zu sehen.)

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