Jokertor beendet die schwarze Serie

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Jubel unter den Kernbergen ! Nach einer Serie von neun Spielen ohne Sieg hat der FC Carl Zeiss Jena gegen Wacker Burghausen mit 1:0 gewonnen. Der neue Trainer Heiko Weber bescherte sich dabei mit der Einwechslung des Siegtorschützen René Eckardt ein Stück weit selbst den perfekten Einstand.

Weber hatte das Mittelfeld der Startformation durch einen offensiven Sebastian Hähnge ergänzt und ließ Aykut Öztürk einzige Spitze spielen. Im Vergleich mit den Vorpausenleistungen der letzten Wochen gestaltete sich die erste Hälfte der Jenaer nicht ganz so reserviert. Gingen die ersten zehn Minuten noch an die Gäste, übernahmen danach die vom neuen Kapitän Ralf Schmidt aufs Feld geführten Jenaer mehr und mehr die Initiative.

Chancen blieben allerdings Mangelware. Ein Öztürk-Treffer in Minute 11 fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung. In der 27. Minute leitete Jenas Sturmspitze im Fallen den Ball auf Nils Pichinot weiter, der es jedoch nicht unter Kontrolle brachte und deshalb an Gästeschlussmann Rene Vollrath hängenblieb. Auch Orlando scheiterte mit einem halbhohen Schuss in der Nachspielzeit der ersten Hälfte am Schlussmann des Tabellensiebzehnten.

Die von Mario Basler trainierten Gäste strahlten bei Standartsituationen Gefahr aus. Da war es von Vorteil, dass Patrick Siefkes bei seinem Drittligadebüt im Jenaer Tor kaum Anzeichen von Nervosität zeigte. Den Burghausener Freistoßschützen vom Dienst, Patrick Eberlein trieb der 21jährige Keeper fast zur Verzweiflung, indem er scharf geschossene Bälle aus der 27. und 45. Minute mit guten Reflexen parierte. Torlos ging es in die Kabinen.

In der halben Stunde nach dem Seitenwechsel blieb vieles in Ansätzen stecken. Zudem scheuten beide Mannschaften das letzte Risiko. Erst im Schlussabschnitt zog das Spiel wieder etwas an. Öztürk zwang Vollrath mit einem Flachschuss zu einer Parade. Auf der Gegenseite vergab Gästekapitän Christian Holzer freistehend von der Strafraumgrenze (78.). Entscheidender für den Spielausgang war ein Jenaer Wechsel in der selben Minute: Heiko Weber brachte René Eckardt ins Spiel für Nils Pichinot. Fünf Minuten waren seit dieser Einwechslung vergangen, als Orlando von der linken Außenbahn eine Flanke vors Tor schlug, Eckardt hoch stieg und mustergültig ins rechte Eck köpfte. 5056 Zuschauer, die größtenteils wohl schon mit einem torlosen Spielausgang gerechnet hatten, jubelten und unterstützten ihre Elf in den verbleibenden sieben Spielminuten plus Nachspielzeit. Obwohl sogar Gästeschlussmann Vollrath einmal im Jenaer Strafraum auftauchte, ging von den Roten keine Gefahr mehr aus. Stattdessen hätte es beinahe noch ein zweites Jokertor auf Jenaer Seite gegeben. Doch Christian Reimann brachte aus spitzem Winkel das Leder nicht an Vollrath vorbei.

Obwohl vieles nicht funktioniert hat, wie es hätte funktionieren sollen – wichtig waren heute die drei Punkte. Mit nunmehr 40 Zählern hat sich die Position unseres FC Carl Zeiss im Abstiegskampf deutlich verbessert.

Meinungen zum Spiel

Mario Basler (Wacker-Trainer):
„Erstmal Glückwunsch an Jena – guter Einstand, Heiko ! Das Resultat ist sehr schade für uns. Ich glaube, dass wir die bessere Manschaft waren und die besseren Chancen hatten. Nach einer Chance in Halbzeit eins habe ich bis kurz vor Schluss keine mehr für Jena gesehen. Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Heute hat nicht die bessere, sondern eher die glücklichere Mannschaft gewonnen. Wir brauchen noch zwei Siege. Mit dieser Einstellung können wir das erreichen. Ich werde die Mannschaft, die nun natürlich ein bisschen am Boden liegt, wieder aufbauen und sehen, dass wir nächste Woche gewinnen.“

Heiko Weber:
„Dass wir heute keinen guten Fußball sehen, war fast klar. Burghausen hat uns alles abverlangt und wir hatten keine Aktionen, mit denen wir uns am gegnerischen Strafraum festsetzen und die die Zuschauer mitreißen konnten. Doch wir wollten nicht Harakiri spielen und dieses Spiel vielleicht noch mit 0:1 verlieren. René Eckardt hat mir versprochen, alles zu geben und ein schönes Tor gemacht. Dafür, dieses Spiel gewonnen zu haben, zolle ich der Mannschaft Respekt. Über die Torwartposition haben wir vor dem Spiel nicht nachgedacht. Patrick Siefkes ist ein Riesentalent und wollte immer dritte Liga spielen. Gute Leistung.“

René Eckardt:
„Viele haben gesagt, ich sei kein Kopfballungeheuer. Aber manchmal fällt einem der Ball halt auf den Kopf und geht rein.“

Ralf Schmidt:

„Das Spiel heute hat bewiesen, dass wir als Mannschaft nach solch einem Misserfolg wie in Babelsberg nicht auseinander brechen. Patrick Siefkes hat das gezeigt, was ich mir für ihn gewünscht habe. Wir wissen, was wir an ihm haben.“

Publiziert: 26. April 2011, 07.03 Uhr

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