Lesung mit Hans-Dieter Schütt im Romantikerhaus

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Das Stadtmuseum zeigt eine Retrospektive des Malers Hans Ticha. Dass Ticha aber zugleich einer der besten Grafiker und Buchkünstler Deutschlands ist, das erfahren Sie am Samstag, dem 16. Januar im Romantikerhaus. Ab 15 Uhr liest dort Hans-Dieter Schütt aus seinem Buch „Draußen daheim“, für das Ticha drei Holzschnitte geschaffen hat.

Schütt ist in ein ebenso streitbarer, wie umstrittener Stilist. Als Chefredakteur der „Jungen Welt“ war er ein Ideologe der DDR, als Feuilletonchef des „Neuen Deutschlands“ dagegen hat er den Wandel des einstigen Parteiorgans zu einer kritischen Tageszeitung maßgeblich mitgeprägt.

Manche lesen das Blatt nur seiner Kritiken, Glossen und Essays wegen. Die besten davon vereint dieser Band: Porträts von Regisseuren (Gotscheff, Castorf, Herzog) Schauspielern (Mühe, Rois u.a.), Schriftstellern (Braun, Kirsten, Handke) sowie Grenzgängern und Abenteurern wie Reinhold Messner.

Kurz: es sind lustvoll irritierende Beobachtungen, die im Ausschweifen auf scheinbar Nebensächliches den Blick fürs Wesentliche schärfen.

Am Samstag liest Schütt auch ein Porträt des Bildermachers Hans Ticha. Und natürlich gibt es neue Bände aus der Edition Ornament zu sehen, die Moderator und Buchgestalter Jens-Fietje Dwars im Gepäck hat: Novellen von Paul Scheerbart mit Zeichnungen von Horst Hussel, Erzählungen von Kerstin Hensel mit kraftvollen Bildern von Angela Hampel und die erste Gedichtsammlung des Satirikers Matthias Biskupek mit skurrilen Illustrationen von Kay Voigtmann.

Dazu passend wird auch das jüngste Heft der Thüringer Literaturzeitschrift „Palm­baum“ vorgestellt. Es ist dem Thema Bestseller gewidmet: Wie entstehen Bestseller? Was lasen die Deutschen wirklich, als ihre Klassiker schrieben? Und was waren die meistgelesenen Bücher im geteilten Deutschland? Hans-Dieter Schütt gehört zu den Autoren des Heftes und wird mit Dwars u.a. über die Bestseller von Rüdiger Safranski zu Goethe und den Romantikern streiten. Außerdem sollten Sie die Chance nutzen, den Zeitzeugen des heutigen Medienbetriebes selbst zu befragen.

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