"Zwangsräumung steht nicht zur Debatte"

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Am Schlossplatz in Ohrdruf herrscht Frust. Das „Gesamtprojekt Schlosspark“ wird bis zum letzten Bauabschnitt umgesetzt. Daran ist nichts mehr zu rütteln. Nun müssen die fünf Mietparteien ihre Wohnungen verlassen.

Noch immer können es einige Mieter nicht fassen: Ausgerechnet an der Stelle, an der ihre Wohnhäuser stehen, sollen Parkplätze errichtet werden, so sehen es die Baupläne vor.
Marion Hopf, Bürgermeisterin der Stadt Ohrdruf erwidert:„Es geht um das Gesamtprojekt. Nicht nur um einen Parkplatz. Schließlich sollen die bereits fertigen Grünanlagen und der Barockgarten  ein Bild ergeben.“ Außerdem sei auch keine andere Lösung mehr möglich. Ein Aussetzen der weiteren Bauabschnitte kommt nicht in Frage. Dann müssten nämlich die bisher ausgezahlten Fördermittel zurückgegeben werden. „Schließlich wurden diese für ein komplettes Konzept veranschlagt.“

Wenn man jetzt aufhört zu bauen, weicht man von diesem Konzept ab. „Über 600 000 Euro würden dann wieder zurückfließen“, berichtet die Bürgermeisterin und verweist auf die Ausweichwohnungen, die die Stadt den fünf Mietparteien bereitstellen will, wenn sie aus den Häusern ausziehen. Die CDU-Politikerin kann die Lage der Bewohner verstehen. Allerdings stünden den Mietern altersgerechte Wohnungen zur Verfügung in unmittelbarer Nähe von Ärzten, Apotheken und Einkaufsmöglichkeiten. „Die Bewohner der beiden Häuser würden sich in jedem Fall verbessern.“

Vier der fünf Mietparteien hätten bereits zugesagt. Eine Mieterin habe sich noch nicht entschieden. „Eine Zwangsräumung steht derzeit nicht zur Debatte“, berichtet Hopf.
Wir bleiben dran!    Jörg Rudolph

Publiziert: 26. März 2011; Veröffentlicht im Oscar am Freitag vom 25. März 2011