Wölfin von Ohrdruf hat Besuch

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Der NABU Thüringen freut sich über den Nachweis eines weiteren Wolfes bei Ohrdruf

Jena – Zum wiederholten Mal wurde, nach Angaben des NABU, bei Ohrdruf ein zweiter und dazu deutlich größerer Wolf nachgewiesen. Die Bilder stammen aus einer Kamera des Fotofallenmonitorings, die im Auftrag des Freistaats durch den NABU Thüringen betreut werden. „Sollte es sich bei dem neuerlich dokumentierten Wolf um einen Wolfsrüden handeln, der sich sogar dauerhaft in der Region niederlässt, könnte dies der Beginn einer ersten Wolfsfamilie im Freistaat sein“, sagt Silvester Tamás, der Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs beim NABU Thüringen. „Bislang kann darüber aber nur spekuliert werden.“

Um mehr Wissen und Daten zur Wolfssituation zu erlangen, unterstützt der NABU den Ausbau der Monitoringmaßnahmen, welche durch das Thüringer Umweltministerium und die Thüringer Landesanstalt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz koordiniert werden. Im Zuge dessen gelang es in den letzten Jahren zahlreiches und belastbares Datenmaterial zu Wölfen in Thüringen zu generieren. Insbesondere die Region um den Truppenübungsplatz Ohrdruf und die waldreichen Gebiete des Saale-Holzland-Kreises scheinen für Wölfe interessant zu sein. „Die zahlreichen Einzelnachweise von meist durchwandernden Wölfen belegen, dass Thüringen attraktiv für Wölfe ist und dass wir bald mit weiteren Wolfsansiedlungen rechnen können. Dies ist besonders mit Blick auf die Risse von Nutztieren wichtig. Denn es lässt sich eben nicht immer pauschal sagen, dass allein die bislang am Standort bekannte Ohrdrufer Fähe für die zahlreichen Risse an Nutztieren verantwortlich ist“, erklärt Silvester Tamás.

Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen, braucht es zukünftig mehr belastbares genetisches Material. Nur so können seriöse Aussagen über einzelne Individuen getroffen werden. „Im Frühjahr 2018 konnte zum Beispiel durch eine Genprobe ein Wolf im weiteren Einzugsbereich des Truppenübungsplatzes von Ohrdruf nachgewiesen werden, der ursprünglich als Jungtier aus dem ersten dokumentierten Wolfsrudel in der Region des Bayerischen Waldes und der Böhmer Waldgebiete nach Thüringen abgewandert ist.

Für Rückfragen: Silvester Tamás, Sprecher der Landesarbeitsgruppe Wolf und Luchs im NABU Thüringen, Tel. 0 36 42 7/21 726, Tel. 0177/557 34 34, E-Mail: Silvester.Tamas@NABU-Thueringen.de

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