Waldkauz in Balzstimmung 

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Ein Waldkauz. Foto: Peter Kühn/NABU Thüringen

Jena (red/NABU, 13. Februar). Die Balz des Waldkauzes ist just im vollen Gange. Wer in der Nähe eines Parks oder am Rande des Waldes wohnt, hatte vielleicht schon das Glück den Rufen der Eulenvögel zu lauschen.

Direkt vor dem Haus von Klaus Lieder, einem Vogelexperten des NABU Thüringen sind zwei Waldkäuze momentan in Hochzeitsstimmung. „Wir wohnen direkt am Waldrand bei Ronneburg. Fast jeden Abend kann ich das Männchen mit einem lauten ‚Huu-hu-huhuhuhuuuuu‘ rufen hören. Meist nach einer kurzen Pause antwortet das Weibchen mit einem schrillen ‚Ku-witt‘. Hat sich ein Pärchen gefunden, hält diese Eulenpartnerschaft oft ein ganzes Leben lang.“

Mit ihrem Gesang weisen Käuze dem Weibchen ihrer Wahl den Weg zu geeigneten Bruthöhlen. Aber nicht nur die Partner verständigten sich mit ihren nächtlichen Tönen, auch die Reviernachbarn werden auf diese Weise auf Abstand gehalten. Besonders gut können die Rufe in trockenen und windstillen Nächten gehört werden.

Die Balz beginnt bereits im Herbst und dauert den ganzen Winter bis ins zeitige Frühjahr. War das Werben erfolgreich, liegen wenig später zwei bis vier Eier im Nest, die das Weibchen alleine ausbrütet.

Der NABU-Vogelexperte Klaus Lieder geht davon aus, dass das Eulenpärchen vor seinem Haus seine Eier in zwei bis drei Wochen ablegt. „Mit dem Brüten beginnen die Altvögel schon nach der Ablage des ersten Eis. Die Brut dauert dann für jedes Ei 28 bis 29 Tage. Das bedeutet Ende März bis Mitte April darf ich hier vor meiner Haustür auf Eulennachwuchs hoffen. Etwa einen Monat später sitzen die kleine flauschigen Federknäule dann auf Zweigen in den Bäumen.“ Als sogenannte „Ästlinge“ halten sie durch ständiges Rufen mit den Altvögeln Kontakt und werden durch sie weiter versorgt, bis sie im Alter von etwa drei Monaten selbständig sind.

Laut NABU Thüringen beginnt jetzt in der kalten Jahreszeit nicht nur für den Waldkauz die Brutsaison, auch Kolkrabe, Uhu und Wasseramsel haben schon damit begonnen.

Zusatzinformation
Der Waldkauz, Vogel des Jahres 2017, ist die häufigste einheimische Eulenart. Sein Bestand beträgt in Deutschland laut dem Atlas deutscher Brutvogelarten zwischen 43.000 bis 75.000 Brutpaare und wird langfristig als stabil eingeschätzt – in Thüringen sind es 2.000 – 2.500 Reviere.

Die mittelgroße Eule fühlt sich in lichten Laubmischwäldern mit ausreichend Totholz am wohlsten, ist aber auch in Parks und Friedhöfen mit alten Baumbeständen verbreitet. Ganz oben auf dem Speiseplan des Waldkauzes stehen Mäuse, Ratten und Maulwürfe. Aber auch Kleinvögel, Amphibien und Insekten werden nicht verschmäht. Der Waldkauz ist im Freistaat fast flächendeckend verbreitet und in allen Höhenlagen ganzjährig anwesend. Allerdings ist er im Thüringer Wald öfter anzutreffen, als im strukturarmen Thüringer Becken. Für den Schutz des Waldkauzes ist es wichtig, höhlenreiche Altholzbestände sowie bekannte Brutbäume zu erhalten und zu fördern – sowohl im Wald als auch in Parks und Gärten. Zusätzlich kann man das Angebot an Bruthöhlen durch das Aufhängen von geeigneten Nistkästen in einem Gebiet vergrößern. Der Verzicht auf Mäusegifte (Rodentizide) und anderer Umweltgifte in Wäldern, Gärten und im öffentlichen Grün hilft nicht nur dem Waldkauz.

 

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