„Bündnis gegen Rechts. Gotha ist BUNT“ fassungslos über Michael Brychcy

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Das Rathaus von Waltershausen. Foto: Rainer Aschenbrenner

„Bündnis gegen Rechts. Gotha ist BUNT“: „Wir sind fassungslos über die Äußerungen des Waltershäuser Bürgermeisters Michael Brychcy, „sich einer Zusammenarbeit mit der AfD zu öffnen.“

Gotha (red, 16. Juni). Dem „Bündnis gegen Rechts. Gotha ist BUNT“ sei völlig unverständlich, dass der Waltershäuser Bürgermeister, Michael Brychcy (CDU), eine partielle Zusammenarbeit mit der AfD ins Gespräch bringe, teilen Albrecht Loth, Vorsitzender des Bündnisses, und Thomas Ritter, sein Stellvertreter, in einer Pressemitteilung mit.

„Brychcy ist ein parteiübergreifend angesehener, außerordentlich erfahrener Lokalpolitiker, der als Präsident des Thüringer Städte- und Gemeindebundes landesweit eine große Reputation genießt und einzuschätzen weiß, welche Wahrnehmung seinen Worten zukommt.

Erschreckende 46,7 % hat am vergangenen Sonntag in der ersten Runde der Sonneberger Landratswahl der Kandidat der durch den Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften AfD erhalten. Die AfD Thüringen tritt mit ihrem Landesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzendem im Thüringer Landtag, Björn Höcke, so offen rechtsextremistisch und radikal auf wie sonst nirgends in Deutschland.

Brychcy hatte sich noch 2020, kurz vor der mit den Stimmen von AfD, CDU und FDP erfolgten Wahl Thomas Kemmerichs (FDP) zum Ministerpräsidenten, in einem Fernsehinterview mit „Oscar am Freitag“-TV Gotha klar gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD aus- und ihr die Regierungsfähigkeit abgesprochen. Warum er jetzt, nach drei Jahren weiterer, rasanter Radikalisierung, auf einmal dieses Rückgrat vermissen und eine teilweise Öffnung der CDU hin zu den Demokratie-Verächtern der AfD als echte Option erscheinen lässt, ist uns völlig rätselhaft. 

Wie stark die Brandmauer gegen die AfD im Kreis Gotha bereits wankt, zeigte dem Kreistagsvorsitzenden Michael Brychcy dann gleich die Kreistagssitzung vom Mittwoch, 14. Juni, in aller Deutlichkeit: Für die vom Landkreis zu benennende sechste Vertrauensperson für die Schöffenwahl und ihrer Stellvertretung standen zwei Kandidaten zur Wahl, aufgestellt von der Kreistagsfraktion der Grünen und der AfD. Anwesend waren sieben AfD-Kreistagsabgeordnete. Der AfD-Kandidat aber erhielt im ersten Wahlgang fünf Stimmen mehr, also zwölf. Die für die Wahl erforderliche Zweidrittelmehrheit für die Kandidaten der Grünen wurde erst im dritten Wahlgang erreicht.

Besonders bezeichnend war, dass nach dem zweiten Wahlgang auf Anregung der SPD-Kreistagsfraktion erst eine Unterbrechung der Kreistagssitzung notwendig war, um den Unterstützern der AfD aus dem demokratischen Lager die Gelegenheit zur Reflexion ihres Stimmverhaltens zu geben.

Vor der Stichwahl in Sonneberg haben alle demokratischen Parteien dazu aufgerufen, den CDU-Kandidaten zu unterstützen. Wenn durch Michael Brychcy ganz bewusst aber eine Unterstützung der AfD praktiziert wird, zeigt sich in aller Deutlichkeit das völlig fehlende Problembewusstsein in Teilen der CDU. Das lässt für die Zukunft und das kommende Wahljahr viele, viele Fragen offen!“

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