Selbsthilfegruppe organisiert Filmprojekt

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Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit unserer Selbsthilfegruppe (SHG) „Seerose“ wollen wir anlässlich des weltweiten Aktionstages gegen Gewalt an Frauen, der jährlich am 25.11. begangen wird, auf die Problematik häuslicher Gewalt und deren gravierenden Auswirkungen aufmerksam machen.

Dazu suchten wir nach einer aufrüttelnden und zu kontroversen Diskussionen anregenden Darstellung, die wir mit dem auf dem Filmfestival in Venedig 2013 ausgezeichneten Film „Die Frau des Polizisten“ gefunden haben. (Nähere Informationen zu diesem Werk finden Sie im Anhang) Wir wollen an diesem Aktionstag viele Menschen ansprechen, sich intensiver mit der Thematik häusliche Gewalt und insbesondere mit der Gewalt an Frauen auseinanderzusetzen. Aus eigenen Erfahrungen wissen die Mitglieder unserer SHG, welche unsichtbaren Wunden solche Erlebnisse zurücklassen. Alle unsere Mitglieder haben ähnliche Erfahrungen machen müssen und waren bzw. sind in mehrjähriger psychologischer Betreuung verbunden mit Arbeitsausfällen, Suizidgedanken usw. Wir haben aber gelernt, dass es wichtig ist, nicht in der Rolle der Opfer gefangen zu bleiben, sondern Wege in ein selbstbestimmtes Leben zu suchen. Deshalb werden wir die Filmvorführung „Die Frau des Polizisten“ mit einer sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Gästen aus den Bereichen Gesundheit, Presse und Politik ergänzen. Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion sollen Auswirkungen häuslicher Gewalt stehen, die nicht nur auf die Betroffenen selbst, sondern auch einen erheblichen Einfluss auf Wirtschaft und Gesellschaft haben. Wir wollen darüber ins Gespräch kommen, welche Wege aus der Opferrolle in ein selbstbestimmtes Leben möglich sind. Von dieser Diskussion, an der voraussichtlich auch der Regisseur des Films teilnehmen wird, erwarten wir vielfältige Anregungen für Betroffene, aber auch für Menschen in Entscheidungspositionen der Gesellschaft, wie mit häuslicher Gewalt und deren Auswirkungen umgegangen werden sollte. Wir haben für das Podium neben dem Regisseur Philip Gröning die Beauftragte der LPI Gotha für Opferschutz, eine Anwältin für Familienrecht, eine Landtagsabgeordnete und frühere Geschäftsführerin des Landesfrauenrates und Vertreter der Lokalpolitik und des Gesundheitswesens eingeladen. Moderiert wird die Veranstaltung von der Lokalredakteurin der Thüringer Allgemeinen.

Ziel des Projektes:

Wir wollen über Folgen häuslicher Gewalt aufklären und Wege zur Bewältigung aufzeigen sowie Informationen über professionelle Hilfsangebote geben. Die Veranstaltung soll unter dem Motto laufen: Hilfe von Betroffenen für Betroffene

Zeitlicher Rahmen des Projektes:

Vorabend des Aktionstages gegen Gewalt an Frauen (jährlich am 25.November) am 24.11.2015 in der Zeit von 15:00 – 21:00 Uhr im Filmtheater Capitol in Gotha

 

Zum Film: Eine ganz normale Familie. Uwe ist Polizist, arbeitet im Schichtdienst. Christine ist zuhause und kümmert sich um die kleine Tochter Clara. Doch die gemeinsamen Familienausflüge, die Spieleabende und die harmonischen Abendessen in der Küche können nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Idylle nur Fassade ist. Denn immer schneller wirkt Uwe gereizt und reagiert aggressiv, immer ängstlicher und unsicherer wirkt das Kind und immer mehr blaue Flecken zeigen sich auf Christines Armen und Beinen. Christine, die in der Spirale der Gewalt ihres Mannes seine Nähe sucht und nicht in der Lage ist, sich zu von ihm zu lösen. Ihre Verzweiflung und Ängste stehen im engen Bezug zur Verbindung mit ihrer Tochter, was wiederum die Eifersucht des Ehemanns schürt. Eine Spirale dreht sich nach oben. Ohne Ausweg. Philipp Gröning ist mit DIE FRAU DES POLIZISTEN eine bedrohlich intensive und verstörende Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt in der Ehe gelungen.
Philip Gröning hat viele Gespräche mit Frauen über häusliche Gewalterfahrungen geführt, heißt es im Abspann seines Films. Für dieses Thema entwickelte er daraus ein sehr eigenwilliges, intensiv wirkendes Filmkonzept, das wie auf einem Seziertisch eine Kleinfamilie in alltäglichen Abschnitten zeigt. Eine Kleinfamilie als Keimzelle des Bösen. Ab- und Aufblenden zählen die 59 Kapitel des Films mit, nehmen das Tempo, lassen Zeit zum Nachdenken, damit sich die Teile dennoch zu einem Ganzen binden, von der scheinbaren Idylle bis hin zur Katastrophe.
Nach: http://www.fbw-filmbewertung.com/film/die_frau_des_polizisten
Wer sind wir?
Die Selbsthilfegruppe „Seerose“ setzt sich für Frauen und junge Mädchen ein, welche von körperlicher und seelischer Gewalt betroffen sind oder waren. Wir treffen uns, um Erfahrungen auszutauschen. Gemeinsam suchen wir nach Möglichkeiten und vermitteln bei Bedarf auch an Institutionen, die professionell traumatische oder schwierige Erfahrungen aufarbeiten helfen.
Die Selbsthilfegruppe „Seerose“ ist eine Gruppe von Frauen, die es sich aufgrund ihrer Erfahrungen zur Aufgabe gemacht hat, anderen von Gewalt betroffenen Frauen und jungen Mädchen zu helfen.

 

Wo finden Sie uns?
Im kleinen Café des Frauenzentrums in Gotha, im Brühl 4. (Nähe unterer Hauptmarkt)

 

Wann treffen Sie uns an?
Jeden ersten Montag im Monat in der Zeit von 16:00 – 18:00 Uhr.
Wir garantieren den Schutz der Privatsphäre und Ihre Anonymität!